Unsere Pläne

Gemeinsam fliegen wir am 24.03.2015 mit EasyJet von Berlin-Schönefeld nach Marrakesch. Der Himmel ist blau und wir freuen uns endlich mal wieder gemeinsam zu fliegen. Ein komisches Gefühl habe ich im Bauch, denn ich werde allein zurück fliegen. Tarik bleibt bis Anfang Juli in Marokko.

In Marrakesch brauchen wir Anfang Mai 2 Zimmer und bei Jean-Michel in der Domain Caro ist nichts frei. Da müssen wir etwas vergleichbar schönes finden. Danach möchten wir nach Agdz im Draa-Tal um einen Tag beim Lehmexpress dabei zu sein.
Dann möchten wir nach Tata, ganz unten im Süden des Anti Atlas und wenn die Zeit reicht auch noch nach Tan Tan am Atlantik.
In der Gegend von Tata gibt es prähistorische Felsmalereien und die möchten wir gern finden um zu sehen, wie lange muss man zu Fuß gehen, wie beschwerlich ist der Weg und ist das ein lohnendes Ausflugsziel für unsere Gäste. Für Tan Tan haben wir eine Anfrage von einem Interessenten, dessen Frau gern an dem Moussem teilnehmen möchte.

Und der krönende Abschluß unserer 14 Tage soll das Rendezvous-de-la-musique in Agdz sein.

Ankunft

Es war schon vor der Landung klar – in Marrakesch scheint NICHT die Sonne. Aber dass es kalt, nass und windig sein wird – neeeeeeee. Da war das  Wetter in Berlin echt schöner. Aber gut, hier biegen sich im Wind immerhin Palmen.

DSC00022

Unsere erste Nacht verbringen wir mitten in der Medina und da das Wetter nach wie vor sehr nass ist, gehen wir ganz in der Nähe was essen und ab ins Bett. Es ist gut, dass es mehrere Decken im Zimmer gibt. Am nächsten Tag gab es keine Besserung und nach einem kurzen nassen Spaziergang machten wir uns auf die neue Unterkunft für die ersten 3 Tage der kommenden Gästereise zu finden.

Unser Gast hat sich eine ländliche Umgebung gewünscht und genau das haben wir auch am liebsten. Stadt ist ok, aber schön ist es auch, wenn man dem Lärm den Rücken kehren kann und hinaus in die Natur fährt. Daher geht´s jetzt 25km Richtung Atlas Gebirge. Die letzten 2-3km ist es eine abenteuerliche Pistenstrecke, aber genauso mögen wir es besonders gern.
Wir übernachten hier einmal, sind zufrieden und buchen die 2 benötigten Zimmer für Anfang Mai. Annemarie, die erste unserer Gäste, wird 3 Tage vor den anderen vieren kommen und wir werden diese Tage hier gemeinsam verbringen.

DSC00087 DSC00107 DSC00167 DSC00189

Über den Hohen Atlas auf dem Tizi ´n Tishka

Heute sind wir mit Manfred Fahnert in der Kasbah Asslim in Agdz  verabredet. Er leitet den Lehmbau-Workshop und wir dürfen mal einen Tag zum Schnuppern dabei sein.
Manfred kenne ich seit ein paar Jahren nur durch Facebook und wir freuen uns beide uns endlich mal persönlich kennenzulernen. Und das auch noch in Marokko, ein Land, welches wir beide sehr lieben. Auch Tarik ist gespannt. Es liebt diese Internetbekanntschaften nicht so sehr, aber auf Manfred freut er sich auch.

Aber erstmal müssen wir die Berge überwinden. Es sind nur um die 200km, aber dafür brauchen wir inklusive mindestens einer Pause immer 5 Stunden. Diesmal gibt es eine Überraschung – je höher wir kommen, desto mehr Schnee liegt am Straßenrand und in einem Ort ist dann die Weiterfahrt für LKWs verboten. Sie stehen und warten bis sie wieder fahren dürfen.

 

In Agdz

Angekommen in der Kasbah Asslim wurden wir sofort beim Abendessen in die Lehmbaugruppe integriert und nächsten Morgen ging es  mit der gemeinsamen Arbeit los. Die Gruppe setzte sich aus Menschen verschiedenster Nationen und Altersgruppen zusammen.
Mich hat am Lehmbau ganz besonders fasziniert, dass man ausschließlich mit Körperkraft und Materialien, die alle Vorort in der Natur zu finden sind, ein Haus bauen kann. Und wenn es nicht mehr gepflegt wird, kehrt es in seine Ursprungsform zurück – in Erde. Und hat keinerlei Schaden an der Natur verursacht.

Weiter geht´s

Unser nächstes Ziel heißt Foum Zguid. Dort ist uns ein Hotel empfohlen worden, welches auch Wüstentrips in unterschiedlicher Form anbietet. Für die Gruppe im Mai brauchen wir genauso etwas, denn da haben wir nicht viel Zeit, aber ein bisschen Wüste soll erlebt werden.

Gut, wir schauen uns das an, schlafen eine Nacht dort und buchen es für die Gruppe. Es passt.

DSC00913 DSC00926 DSC00915 DSC00938 DSC00930

Von Foum Zguid fahren wir parallel zur algerischen Grenze immer am Jebel Bani entlang nach Tata durch absolut geniale Berglandschaften.

In Tizint haben wir eine kurze Kaffeepause gemacht und einen Souk besucht. Da saßen einige Männer hinter kleinen Bergen aus so weißem Zeug. Auf Nachfrage stellte es sich als Salz heraus. Ich sage: „Davon möchte ich was.“ Tarik: „Wie viel denn?“ Ich: „Weiß ich doch nicht“ Tarik zu dem Verkäufer: “ Für 10 Dirham (0,90€)“ Da nimmt er eine Tüte und füllt fast den gesamten Eimer rein. Da hab ich zu Hause erstmal ordentlich Salz verteilen können.

DSC00975

Am Ende des kleinen Dorfes Tizint wurden wir auf ein Schild mit der Aufschrift Cascades aufmerksam. Wir folgten dem Schild und fanden das:

Menschen direkt zu fotografieren habe ich große Hemmungen und fragen mag ich meist auch nicht gern. Deshalb sind die Menschen auf meinen Bildern meist von hinten drauf und nicht als Person zu erkennen. Eigentlich liebe ich auch Porträtaufnahmen. Gesichter, in denen sich das Leben spiegelt.

Vielleicht finde ich ja noch mal einen Weg für  mich.

DSC00990

Jetzt folgt eine Strecke, wo ich mich an Bergen nicht satt fotografieren konnte. Unglaubliche Formationen, die die Natur uns hier bietet.

In Tata haben wir Mittag gegessen und uns nach einer schönen Unterkunft umgesehen. Leider Fehlanzeige. Eine ist sehr schön gelegen, so wie wir es mögen, aber leider auch sehr teuer und mit arroganter Betreiberin. Ein einigermaßen Hotel mit einem seeeehr arroganten Betreiber. Er möchte nur die großen Reisebusse. Wir sind ihm zu klein.
Ein Hotel mit Jugendherbergs-Charakter wo man seine Bettwäsche selbst mitbringen muss, ein ganz altes mit verrosteten Wasserhähnen und ein ganz nettes mit leider schlechter Atmosphäre. Dort gibt es eine Bar, wahrscheinlich der einzige Alkoholausschank in größerem Umkreis und naja, man sitzt da nicht so gemütlich wie wir es gern haben.

Wunderschöne Gegend, aber nichts wo wir mit unseren Gästen wohnen können.

So entscheiden wir uns spontan für eine kleine Straße Richtung Ighrem (Norden). Dort liegt das Dorf Tagmoute und dort haben wir ein sehr einfaches Zimmer mit Seidenblumen, Mücken und Gecko in einer Gite gefunden. Das Beste war das Frühstück am nächsten morgen. Am Boden auf dem Teppich sitzend, im Innenhof unter einem großen Baum. Ein niedriger Tisch wurde gedeckt mit allem was das marokkanische Frühstück so lecker macht. Und zwar alles selbst hergestellt – sogar echter Naturhonig auf einem Teller incl. Waben.

Die für mich lustigste Begebenheit in diesem Dorf passierte, als Tarik auf der Straße junge Leute nach einer Tankstelle fragte. So einen erstaunten Blick (häääääää, was fragst du denn da für einen Quatsch) und nach einer Weile die Antwort: Hanout.

Ein Hanout ist ein klitzekleiner Dorfladen, der irgendwie alles was nötig ist hat. Meist nur eine kleine Luke im Haus. Nun suchten wir also den Benzin-Hanout. Den fanden wir dann auch und dort gab es ein Benzinfass, einen Trichter mit Schlauch und schon wurde unser Auto von Hand betankt. Fotografieren wollte sich der Tankwart allerdings nicht.

 

Fortsetzung folgt Stück für Stück

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.