Vorwort Um es vorwegzunehmen. Wir wissen nicht, was auf uns den größten Eindruck gemacht hat. Waren es die Zelte, in denen wir Tee getrunken haben und uns lange in den gemütlichen Kissen und Teppichen wohlgefühlt haben? Waren es die allgegenwärtigen Zeichen der aktiven Religionsausübung? Die überall an Felsen, Wänden, Häusern angebrachten Schriftzeichen „Allah ist groß“, war es der überall zu hörende Ruf aus den Moscheen? War es die herzliche Freundlichkeit der Leute, bei denen wir gewohnt haben? War es die unwirkliche Zurückgezogenheit des Dorfes Oumnesnate mit seiner tiefschwarzen Nacht und dieser absoluten Stille? War es der Holperweg, der nur mit Taschenlampen   zu begehen war? Vielleicht waren es auch die ersten Eindrücke von den Souks mit ihrem bunten Warenangebot, den sorgsam aufgetürmten Gewürzhaufen, den so ganz anders gekleideten Menschen und ihre Abneigung, fotografiert zu werden. Oder die vielen Katzen? Die Farben der Teppiche und Bilder, aber auch die immer wechselnden Farben in der Natur? Schwer zu sagen. Deshalb hier ein Bericht unserer Tour durch das wunderschöne Marokko. Vielleicht erklärt er ein wenig von der Faszination dieses für uns so schönen und freundlichen Landes.    
FR 12. Juni Von Quickborn nach Marrakesch 4 Flugstunden
10.45 Elke und Enno fahren zum Flughafen. Petra ist schon gestern aus Kiel nach Quickborn gekommen. Amelie werden wir am Flughafen treffen, Conny und Tarik, unsere Reiseorganisatoren sind bereits in Marokko, sie werden uns am Flughafen abholen. 13.35 h geht der Direktflug Hamburg-Marrakesch.
16.50 Landung in Marrakesch. 1 Stunde Uhr zurückstellen wegen der Zeitverschiebung. Tarik und Conny stehen schon mit dem 9-Sitzer-Peugeot am Flughafen bereit und fahren mit uns nach Essaouira am Atlantik, ca. 2 ½ Stunden Fahrt. Zunächst durch die Stadt Marrakesch mit erstem Eindruck vom Autogewimmel, Dromedaren am Straßenrand, Motorädern und Mopeds. Alles ziemlich wuselig.Auf der Fahrt kommen wir durch kleine, sehr ursprünglich aussehende Dörfer. Wir sehen verschleierte Frauen, mal ganz, mal halb, Leute auf Eseln mit schnellem Trippelschritt, Polizisten halten uns mehrfach an, prüfen, ob wir angeschnallt sind und winken uns dann gnädig durch. Die tief hängenden Wolken stehen in starkem Kontrast zu den gelb-braunen Feldern, die wiederum mit schwarzgrünen Olivenbäumen bestanden sind. Argan- und Olivenbäume, dazwischen auch mal Bananen. Auf der Straße hochbepackte Kleinlaster mit Zwiebeln, Landarbeiter auf ihren Eseln, Menschen, die am Straßenrand hocken und auf ihre Mitfahrgelegenheit warten. Der Himmel ist etwas bedeckt, die Temperatur so bei 25 Grad.Pause im Al Kasbah in Chichaoua im Hof einer einfachen Taverne mit leckerem marokkanischen Salat und unserer ersten Tajine, diesem uns nun die nächsten 14 Tage begleitenden Wundereintopf mit immer anderen tollen Zusammenstellungen.  Nach einer Stunde Weiterfahrt. Die Landschaft verändert sich im abendlichen Licht ständig und wir genießen dieses Schauspiel. Allein auf dieser Strecke ließe sich ein schöner Fotoband über die Farben der Landschaft erstellen.3 Tajine
22.00 Ankunft in Essaouira. Moderne, neue Strandpromenade. Parken vor dem Tor zur Medina, der Innen- oder Altstadt. Ein Kofferträger lädt unsere Koffer auf einen Handkarren und schiebt sie durch die vollen Gassen der Altstadt zum Riad „Maison du Sud“ in der Medina, einem großen alten Hotel mit zwei kleinen Innenhöfen und den direkt um diese Innenhöfe angelegten Zimmern, jeweils mit einem Wohnzimmer, Bad und einem oben gelegenen Schlafplatz. Farbenfroh dekoriert und ganz in marrokanischem Stil gestaltet. Sehr schön anzusehen.Koffer reinstellen und gleich los zum ersten Abendbummel. Kleiner Kaffee mit Keksen auf dem Marktplatz. Der erste sonor und klangvoll vorgetragene Ruf des Muezzin, der zum Besuch der Moschee aufruft. Hier auch die erste Begegnung mit den Bettlern, die uns von nun an ständig begleiten und die Tarik freundlich, aber bestimmt etwas auf Abstand hält. 23 Uhr, genug für den ersten Tag.4 Maison Sud
SA 13. Juni Essaouira 2. Tag
08.30 Frühstück mit Kaffee und Fladenbrot, Honig, Marmelade und einer Argan-Nusscreme, Amlou genannt. Ein wenig ungewohnt für uns, die wir immer auch morgens gern Wurst und Käse oder etwas Herzhaftes essen, aber dieses Frühstück wird uns fast durchgehend begleiten. Highlight jeden Morgen ist der frisch gepresste Orangensaft.
10.00 Gang durch die Stadt zur Stadtmauer mit schönem Blick auf das Meer. Vorbei an vielen Handwerkergeschäften, die gerade öffnen: magische Holzkisten mit versteckten Schlüsseln und andere Holzarbeiten aus Thujaholz gibt es zu bewundern, Dominosteine mit Steinen aus Perlmutt, wirklich schöne Bilder und Zeichnung und viele Dinge, die man unbedingt braucht. Auf der Mauer mit den alten Kanonen haben wir einen herrlichem Blick auf das Meer und die vorlagerte ehemalige Gefängnisinsel, heute Naturschutzgebiet. Weiter geht es zur Festung am Hafen mit wiederum schönem Ausblick auf das Meer und auf die Stadt selber, die weiße Stadt, wie sie auch genannt wird. Wir finden, zu Recht. Dann der Hafen mit den Fischerbooten in knallblauer Farbe. Hier wird der Fang vom Tage verkauft und genau gegenüber auf der Mauer stehen die Fischzubereiter, um den Fisch zu putzen und zu filetieren. Das lockt Katzen und Möwen an und wir Touristen kommen zu tollen Fotos. Kleiner Zwischenstopp mit Fischsuppe und Nizzasalat auf der Veranda eines im Marokko-Führer stark gelobten Restaurants. Der Ausblick und die Terrasse waren tatsächlich herrlich.5 Hafen
12.00 Bummel über den Stadtstrand. Badende Jungs, Kite-Surfer, vermummte und verschleierte Frauen mit ihren Kindern knöcheltief im Wasser. Am Ende des Strandes warten Dromedare (bzw. deren Besitzer) auf Reiter. Sehr fotogen, aber reiten wollen wir lieber nicht. Kleiner Kaffee in der Strandbar und dann durch die schmalen Gassen der Medina zurück zum Hotel. Freizeit, Lesen auf der Dachterrasse, Tagebuch schreiben, den Leuten unter auf der Straße beim Ausrufen zuhören.
19.00 Abendessen in der „La Petite Perle“. Noch sehr früh, als einzige Gäste werden wir aufmerksam bedient mit Couscous, Dorade und einer Tajine. Danach leckere Joghurts mit Honig und zum Schluss wieder marokkanischer Minztee. Nach dem Abendessen zurück auf die Stadtmauer, um den Sonnenuntergang zu sehen. Leider sind wir etwas spät dran, aber der Himmel zeigt sich von seiner schönsten Seite. Sonnenuntergang wird verschoben auf morgen.
22.00 Bummel durch den Souk mit seinem für unsere Augen überwältigenden Warenangebot. Gewürze zu kunstvollen Stapeln aufgetürmt, Getreide der verschiedensten Sorte malerisch in großen Säcken angeboten, Reis, Linsen , Kichererbsen, Hirse, rote Bohnen, rote Beete. Große Karren vollgepackt mit Kräutern: Minze, Rosmarin, Koriander. Hier sind die Einheimischen als Käufer in der Überzahl, andere Touristen sehen wir erstaunlich wenig. Die Frauen prüfen die Kräuter fachkundig, bevor sie kaufen. Ein buntes Gewimmel ohne Rempelei. Wir haben den Eindruck, dass die Menschen Berührungen auf jeden Fall vermeiden wollen. Trotz der Enge. Auch hier stehen die Bettler und bekommen zumeist von den Einheimischen hin und wieder ein paar Dirham zugesteckt. Für uns ist die Bettelei ungewohnt und befremdet eher, als dass sie uns zum Geben animiert. Kann sein, das das falsch ist, wir wissen es nicht. Gegen 23 Uhr schließen die Stände nach und nach. Essaouria geht schlafen, wir auch.6 Oliven
SO 14. Juni Sidi Kaouki 3. Tag
0.00 Heute wird die Uhr noch einmal um 1 Stunde zurückgestellt, wegen des bevorstehenden Ramadan, der am wahrscheinlich am 18. Juni beginnt. Tarik und Conny erklären uns dieses „wahrscheinlich“, das damit zusammenhängt, dass man nicht genau vorhersagen kann, an welchem Tag die neue Mondphase beginnt, wann also genau der erste Mensch meldet, dass er die Neumondsichel gesehen hat. Wir bekommen eine erste Idee davon, wie genau es mit den Regeln im Islam zu nehmen ist.
08.30 Vor dem Frühstück schon zwei Schritte vor die Tür. Essaouira erwacht, das Leben auf der Straße beginnt langsam, einige Händler bauen wieder ihre Stände auf, die Ladeneingänge werden mit Palmbesen sorgfältig gefegt. Angestellte gehen verschleiert oder ohne Schleier zu ihren Arbeitsplätzen. Die Sonne ist bereits da und wärmt uns. Ein schönes Bild. Nach dem Frühstück gehen wir zum Tor der Medina wieder hinaus zu unserem Wagen. Auf der engen und hügeligen einspurigen Straße nach Sidi Kaouki wird jeder Gegenverkehr, egal ob Auto, Fahrrad, Moped oder Esel, zu einer spannenden Überlebensfrage: Wer zwingt wen zuerst in die weiche Bankette? Keiner möchte so unmännlich sein, etwa vorausschauend dem Anderen die Vorfahrt geben. Das Spiel scheint sehr beliebt zu sein.
12.00 Am Strand von Sidi Kaouki erwarten uns Liegestühle und Sonnenschirme, eine heiße Mittagssonne, klares kaltes, herrliches Meerwasser inmitten einer Gruppe von Surflehrern, die auf Kunden warten und Dromedare und Reitpferde, die am Strand auf und ab geführt werden, um uns doch noch zu einem Schaukelritt animieren zu können.7 Strand
14.00 Nun noch gemütlich Minztee und leckeres Gebäck am Strand und dann steht die Fahrt mit dem Quad auf dem Programm. Nee, brauchen wir nicht, ist unsere erste Reaktion. Conny überredet uns sanft zu unserem Glück. Das mache richtig Spaß. Also rauf auf die Dinger. Zu bedienen sind sie tatsächlich denkbar einfach und das Tolle ist, es macht auch einen Riesenspaß. In Minikolonne   geht es an der Wasserlinie den Strand entlang und dann plötzlich einen steinigen, felsigen Hügel hinauf. Man denkt, das Quad kippt um, tut es aber nicht, nur bleibt es dummerweise schon mal einfach stehen wie ein Muli, wenn man die nächste Steigung nicht energisch genug angesteuert hat. Egal, der Vermieter fährt ja mit uns und bringt uns wieder auf Kurs. Conny sitzt bei Tarik hinten drauf und filmt unsere Easy-Rider-Tour.8 Quad
15.00 Suche nach Abdul, der am anderen Ende des Strandes eine eigengebaute Strandhütte hat und dort laut Tarik den besten Fisch der südlichen Halbkugel zubereitet. Leider hat ein neues Bauvorhaben Abduls Strandparadies hinweggespült. Vermutlich war es illegal hier und somit nur auf Zeit. Wir können nur noch klägliche Reste der Bebauung erkennen. Schade. Dann also zurück zum Hauptstrand und bei Momo in sehr guter Stimmung Salat und Fischplatte, Cola und Minztee. Wir können es nicht genau sagen, aber gegen Abdul muss er wohl noch etwas nachlegen.
17.00 Zurück nach Essaouira, kleine Pause, entspannen oder nur die tolle Atmosphäre auf den Gassen genießen. Danach wieder Aufbruch zur Stadtmauer, um heute den Sonnenuntergang nicht zu verpassen. Auf der Mauer sind alle guten Fotoplätze schon belegt, aber wir können inzwischen auch schon ein wenig klettern. Die Sonne lässt lange auf sich warten, aber dann verschwindet sie in schönsten Farben hinter einem Wolkenschleier im Meer. Foto, Foto, Foto.
22.00 Noch einmal über den herrlichen Souk von gestern. Es riecht nach all den wundervollen Kräutern und Gewürzen. Manchmal auch nicht so nasenfein. Bunt, laut, quirlig, fachkundig, übervoll und immer bedrängt von den Händlern, die hier aber noch recht schnell aufgeben und bei ihrem Dauerwerben meist charmant und lustig sind.
MO 15. Juni Agadir 4. Tag
10.00 Heute ist Reisetag. 5 Stunden Autofahrt incl. Pause und Fotostops sind geplant und werden es am Ende auch. Zunächst im Landesinneren auf der N1 in Richtung Agadir durch ein schon bekanntes Landschaftsbild aus Arganbäumen und Olivenanpflanzungen. Kurzer Zwischenstop in einem Hotel am Wegesrand, dort ein kleines Frühstück mit Fladenbrot, Honig, Olivenöl und dem schon bekannten Amlou, dazu starken, süßen Minztee. Weiter an der Küste mit einem weiteren Stop im wunderschönen Ort Taghazoute. Traumhaft schöne Strandseite mit bunter Häuserkulisse, einem kleinen, hübschen Fischerstrand mit Booten, Fischern, Fußball spielenden Kindern und einigen wenigen Mutigen, die sich im noch recht kühlen Wasser tummeln.9 Taghazout
14.00 Nur noch wenige km bis Agadir und dort gleich hinauf zum Aussichtspunkt auf einen Berg mit den Resten einer alten Kasbah, also einem alten eingefriedeten Dorf, von dem nach dem großen Erdbeben von 1961 nur noch Reste übrig geblieben sind. Wir haben einen sehr weiten Blick auf das neu aufgebaute Agadir mit seinem schönen Strand, der im Vordergrund ins Meer ragenden Marina und seinen vielen weißen Häusern. Mit Fischerei- und Industriehafen, mit Marine und eben der großen Marina für die vielen chicken Sportboote und Yachten.10 Agadir
16.00 Einchecken im Hotel „Afoud“, 15 Minuten vom Strand entfernt. Abendessen im Hotel. Danach Bummel zur neuen Strandpromenade. Hier wird Tariks neuester Familienzugang, Adam aus Belgien, mit Kuchen, Connies „Schnittchen“ und Kaffee in dieser Welt begrüßt. Anschließend Bummel über die Promenade und gegen 23.00 zurück zum Hotel. Hier erwartet uns ein schönes, riesiges Zimmer, in dem man sich auch verlaufen könnte. Wir sind sehr müde und zufrieden und freuen uns auf den morgigen Ausflug ins Paradise Valley.
DI 16. Juni Paradise Valley 5. Tag
10.00 Heute fahren wir ca. 20 km nördlich von Agadir in ein Naturschutzgebiet bis ins „Paradise Valley“. Die Fahrt geht entlang guter Straßen mit stellenweisem Schotterbelag. Wir fahren direkt bis zu einer Badestelle. Klein, aber mit angenehmer Wassertemperatur. Kleine Wanderung bis dorthin, baden, faulenzen und den anderen Leuten zuschauen. Elke hat sich gestern ein Magenproblem eingefangen, es geht ihr nicht so richtig gut. Hier aber kann sie sich in einer schattigen Taverne auf eines der Sofas legen und sogar ein wenig schlafen.11 Paradie valley
13.00 Nach ca. 3 Stunden brechen wir auf zu einer kleinen Taverne und essen dort die bereits morgens von Tarik vorbestellte Tajine. Sehr, sehr lecker und vor allem urgemütlich hier mit den bunten Sofas unter schattigem Palmdach. Wir bleiben ziemlich lange und genießen die schöne Atmosphäre, das Rauschen des Baches, den Schatten und die wunderschönen Farben der Landschaft. Und vor allem natürlich die herrlich warme Sonne.12 paradise essen
16.00 Zurück nach Agadir, dort Spaziergang über den weiten und sehr schönen Strand mit seinen zwei Strömungen und herrlichem Wellengang. Später am Abend im Hotel dann noch Abendessen auf der Terrasse. Sehr leckerer Fisch, leider bei unangenehm starkem und kaltem Wind. Den Rest des Abends in der Lobby, erzählen und Bilder anschauen.
MI 17. Juni Fahrt nach Tafraoute 6. Tag
10.00 Heute fahren wir zu unserem südlichsten Punkt der Reise, nach Tafraoute, wieder ca. 5 Stunden. Auf halber Strecke Beginn der Berge mit wundervollen Ausblicken auf wechselnde Berglandschaften.
18.00 Ankunft in Tafraoute. oder genauer gesagt, ins „Maison traditionelle“ in Oumnesnate. Tarik fährt den Wagen soweit es geht über abenteuerliche Holperwege bis zu einem kleinen Parkplatz. Dort steht schon unser Wirt Raschid mit seinem Esel bereit. Der ist links und rechts mit zwei riesigen Taschen ausgerüstet. Dort hinein werden unserer Reisetaschen (immerhin für 6 Personen) beladen. Der Esel scheint das zu kennen und trottet gutmütig über den holprigen und steinigen Weg. Manchmal rutscht er ein wenig aus oder das Gepäck verrutscht zu einer Seite, aber am Ende steht er ruhig vor einem sehr schönen Haus, in dem wir die nächsten 2 Tage wohnen werden. Die Zimmer sind bunt im Berberstil gestaltet, einfach, aber sehr schön. Das Dorf besteht aus ganz vielen Ruinen und einigen wenigen intakten Häusern, die am Berghang zu kleben scheinen. Es gibt keine richtige Zufahrt hierher, nur einen Lehm- und Schotterweg, der auch noch über einen Bach führt, der jetzt aber trocken ist. Malerisch. Verstärkt noch durch das herrliche Licht der Abendsonne, die Berge und Häuser in unbeschreiblich schöne Ocker-, Gelb und Brauntöne taucht.13 Rachid
19.00 Conny zeigt uns einen Spazierweg durch dieses merkwürdige Dorf. Wir klettern mehr, als das wir laufen an den Häusern vorbei und vermuten hinter der ein oder andern verfallen erscheinenden Hauswand recht komfortable Wohnungen. Unsere Maßstäbe von baulichen Normen nehmen sich hier ziemlich überflüssig aus. Anschließend gibt es das Abendessen auf der Dachterrasse des Hauses. Tajine mit Gemüse und Huhn. Wieder sehr lecker. Nach dem Abendessen gehen wir noch ein paar Schritte vor die Tür, was hier buchstäblich nur mit Taschenlampe möglich ist. Dadurch, dass es hier keinerlei Beleuchtung gibt, herrscht schwarze Nacht und die zeigt einen wunderschönen Sternenhimmel. Glasklar und wer sie kennt, kann alle Sternzeichen herauslesen. Vor allem aber kann man die Milchstraße sehen, den Schwarm aus Milliarden von Sternen, die in unserer hellen Zivilisation meistens unsichtbar bleibt. Dazu die absolute Ruhe, ein unglaubliches Erlebnis.14 Tal Ammeln
21.00 Tarik meldet uns, dass Raschid und seine Brüder Mohammed und Mustafa und ein paar Freunde Musik für uns machen wollen. Und sie machen es toll. Mit dem virtuos gespielten Banjo und einer ganzen Reihe verschiedener Trommeln, von einer Art Pauke bis zu kleinen Handtrommeln, die von allen Beteiligten mit großer Leichtigkeit und Freude gespielt werden. Dazu spielt Raschid auf einer Art Geige, die nur aus einer einzigen Seite besteht und mit einem Bogen aus Ziegenhaar gespielt wird und langgezogene Laute erzeugt. Gespielt wird über 2 Stunden lang Berberfolklore, die für uns sehr ungewohnt klingt und in der die einzelnen Motive sich in Schleifen wiederholen. Die Musiker haben einen Riesenspaß an der Musik und wir auch. Allerdings sind wir nicht ganz so tanzfreudig, wie man das wohl von uns erwartet hätte. Die Musiker zeigen uns dies aber gottseidank nicht. Ein wirklich schöner Abend geht dann so gegen Mitternacht zu Ende. Übrigens haben wir am nächsten Tag erfahren, dass mindestens einer der Musiker eigens für uns ganz aus Agadir geholt wurde und dann auch wieder dorthin zurückgefahren wurde. So viel Aufwand für eine Handvoll Touristen, das macht uns schon nachdenklich.15 Musik
24.00 Morgen beginnt der Ramadan und damit die Fastenzeit. Wichtigstes Thema: wann beginnt er wirklich, wann meldet wer einer Radiostation, dass er die Neumondsichel gesehen haben, was darf man, was darf man nicht, wer hält sich an die Regeln, wer nicht.
DO 18. Juni Tafraoute 7. Tag
10.00 Nach dem luftigen Frühstück auf der schönen Dachterrasse erwartet uns Mustafa, der Banjospieler, im Nebenhaus in seinem Heimatmuseum. Es ist ein über 400 Jahre altes Lehm-Berberhaus und wurde noch bis 1980 von Mustafas Vater bewohnt. Hier stellt uns Mustafa die intelligente Architektur vor. Wie also die Räume alle um eine zentrale Küche herum angelegt sind, wie Kühlung und Abzug und eine durchdachte Lichtführung funktionieren und wie die Kuh eine halbe Etage unterhalb der Küche ihr tristes Leben lebt. Danach wieder eine traditionelle Teezerenomie und das Anlegen der traditionellen Gewänder, hier mit Petra als Versuchsperson.16 Mustapha
12.00 Aufbruch aus dieser traumhaft schönen Herberge „Maison Traditionelle“ und dieser ungewohnten Umgebung. Gleich geht die Fahrt zu den bunten Felsen. Zunächst dachten wir, bunte Felsen, was kann das schon sein? Aber dann kommen wir auf eine Hochebene mit riesigen freiliegenden Felsbrocken, davon viele angemalt in grünen und rosa Pastelltönen. Es sieht sehr schön aus und gibt einen ganz neuen Blick auf diese Landschaft frei. Tarik hat einen Teppich unter einem schattigen Arganbaum ausgebreitet. Kleines Picknick im Schatten, faulenzen, Klettereien über die Felsen und dann nach einigen Stunden zurück.17 blaue Felsen
15.00 Auf dem Wege machen wir Kaffeepause in der Stadt Tafraoute, das allerdings wegen des Ramadan wie ausgestorben daliegt. Das wird sich sicherlich heute Abend ändern.
16.00 Rückfahrt nach Oumnesnate, duschen und den Tag genießen, später dann Abendessen mit einem Essen aus ganz dünnen Sphaghettinudeln, innen ein gebackenes Hühnchen und obenauf mindestens 1 Pfund Puderzucker. „Zifar“ genannt, sehr ungewohnt, sehr lecker und vor allem sehr süß. Wie immer, wird eine Riesenmenge serviert, von der wir nur einen kleinen Teil essen können, aber das ist sicherlich auch so beabsichtigt: es wird immer überreich aufgetischt.
21.00 Wir fahren noch einmal nach Tafraoute und erleben die Stadt mit ihrem schönen und wuseligen Souk. Hauptziel ist heute der Einkauf: Elke ist auf der Suche nach Sandalen, Amelie findet einen schönen Keramikteller, Conny und Tarik kaufen sich einen Teppich, Petra kauft Gürtel im Doppelpack und Enno findet am Ende ebenfalls einen schönen Gürtel. Das Ganze geschieht mit einem enormen Aufwand an Feilschen, Probieren, Palavern, mit Lachen, Schmeicheln, Abwehren. Alle Register der Verkaufskunst werden gezogen und alle Abwehrmaßnahmen der Käufer. Am Ende gewinnen wohl alle. Die Verkäufer erzielen überhöhte Preise und die Käufer wissen, dass sie hier trotzdem auf einem sehr niedrigen Preisniveau einkaufen. Alle sind zufrieden und das ist ja auch das Beste, was beim Handeln rauskommen kann.18 Gewürze
23.00 Wir nehmen noch einmal einen Kaffee Nous-Nous (halb-halb) auf der Straße und fahren dann wieder zurück ins Maison Traditionelle. Den steinigen Weg vom Parkplatz über den Bach und dann zum Haus müssen wir mit der Taschenlampe ausleuchten. Müde und zufrieden freuen wir uns über diesen schönen Tag, sitzen noch ein wenig auf der Dachterrasse, schauen den klaren Sternenhimmel an und lassen den Abend langsam ausklingen.

 

FR 19. Juni Fahrt nach Taroudant 8. Tag
10.00 Heute verlassen wir das liebenswerte Oumnesnate und fahren durch den Antiatlas in Richtung Taroudant. Erstes Ziel ist der Agadir Taschguent. Ein Agadir ist ein Dorfgemeinschaftsspeicher. Dieser liegt auf einem Hügel inmitten einer weiten Ebene. Eine Steintreppe führt hinauf, der Wärter wurde schon zuvor von Tarik über unseren Besuch informiert und schließt uns die große Holzpforte auf. Stolz zeigt er uns den kunstvollen Schließmechanismus der Verriegelung. Alles aus Holz und raffiniert gearbeitet. Der Agadir zeigt sich als große Anlage mit vielen einzelnen Lagerräumen, die neben- und übereinander um Innenhöfe herum angelegt sind und nur durch kleine Steinplatten, die in die Wand eingebaut sind, zu erreichen sind. Jede Familie aus den umliegenden Dörfern hat hier eine oder mehrere Lagerstellen, in denen sie ihre Vorräte, z.B. Getreide oder Salz oder aber auch ihre Wertsachen deponiert. Wilhelm Raiffeisen mag hier auf die Idee seiner Genossenschaftsbank gekommen sein.19 Tasguint
13.00 Mittagessen in unmittelbarer Nähe des Speichers in einem Wohnhaus. In der großen guten Stube werden wir mit Tee bewirtet, anschließend folgt, wie wir bereits kennen, die Tajine mit Gemüse und Huhn, danach Früchte und Kaffee. Ein kleines Mädchen schenkt uns Wasser nach und schaut sich diese bleichen Gesellen da etwas schüchtern genauer an. Wir lächeln und ernten ebenfalls ein verschmitztes Lächeln. Nach dem Essen zeigt uns der Wirt seinen kleinen Kunsthandwerksbetrieb im Erdgeschoss des Hauses. Elke, Petra und Conny finden hier die Schmuckobjekte ihres Lebens.
14.00 Jetzt folgt die Fahrt in die Berge, kurvenreich mit immer demselben Panarama: gelb-brauner Sand und Gestein, dazwischen grüne Oliven- und Arganbäume und manchmal auch eine kleine Fläche mit gelbem Getreide. 40 km vor Taroudent wechselt die Landschaft plötzlich. Im Übergang von Bergland zur flachen Tiefebene zeigen sich wunderschöne Bildmotive.20 Landschaft
20.00 Die Stadt Taroudant ist bei unserer Ankunft noch ziemlich ruhig. Unser neues Domizil, das „Palais Salam“ hat seinen Eingang direkt in der wuchtigen Stadtmauer und macht einen großartigen Eindruck. Ein altes Hotel, bei dem man an die Kolonialzeit denkt, öffnet sich und gibt den Blick frei auf eine große Gartenanlage mit einem Swimmingpool und vielen kleinen Schattenplätzen zum Lesen, Kaffee trinken oder einfach faul auf einer Liege liegen. Die Zimmer sind um einen Platz herum angeordnet, dort haben wir wiederum ein Swimmingpool direkt unter unserem Fenster. Bananenstauden, Palmen und andere exotische Pflanzen schützen vor der heißen Sonne. Wie im Paradies.21 Palais salam
Leider klappt es nicht mit der Verpflegung. Kein Personal, klagt der alte Ober und gibt sich alle Mühe, uns wenigstens noch eine Harisa, das ist eine Gemüsesuppe, die hier zum Ramadan gegessen wird, zu servieren. Wir nehmen dankbar an und denken, dass es wohl die Suppe gewesen ist, die für die Mitarbeiter selber bestimmt war. Aber die werden sich sicherlich irgendwie Ersatz beschafft haben. Die Suppe war lecker, aber nicht genug für ausgehungerte Touristen.
22.00 Kleiner Stadtbummel in Taroudant. Ein Glas frisch gepresster Orangensaft und ein kleiner Kaffee bei „Chez Nada“ an der Straße, ein Gang über den sich mehr und mehr belebenden Souk mit seinen hunderten von Läden. Der Ruf des Muezzins aus den verschiedenen Moscheen, Frauen schlendern in kleinen Gruppen durch die Straßen, immer mehr Händler öffnen ihre Ladenklappen. Dann fahren wir zurück ins Palais Salam und lassen diesen schönen Sommertag mit dem Futtern aller Reste von Obst und Keksen am Pool langsam ausklingen.
SA 20. Juni Taroudent 9. Tag
9.00 Gutes Frühstück am Schildkrötenteich. Kurzer Gang über die Stadtmauer mit schönem Blick auf die Stadt, weiter zum Souk. Dort sucht Amelie jemanden, der ihren Rucksack reparieren kann und Tarik steuert sicher durch das Gassengewirr bis zu dem Teil des Souks, in dem die Flickschuster und Schneider und Lederreparateure sitzen. Hier werden wichtige Handelsbeziehungen zum Erwerb von Schuhen und Ledergürteln angebahnt, die Abwicklung gestaltet sich dann aber ein wenig nervig. Amelies Rucksack wurde erstklassig genäht und wird die nächsten 50 Jahre ohne Probleme überstehen.22 Kräuter
Den Tag über verbringen wir mit Schwimmen, Lesen und Faulenzen im wunderschönen Park unseres wirklich tollen Hotels und am Abend gehen wir wieder in die Stadt.
19.00 Abendessen bei Nada im Straßenlokal mit einem leckeren Couscous. Danach Gang über den neuen Platz mit den Riesenbrunnen. Hier findet das öffentliche Leben statt, hier treffen sich die Familien, spielen die Kinder, betteln die Bettler.
23.00 Zurück im Hotel hören wir noch dem Knickhals-Lautenspieler am Pool zu, genießen O-Saft und Kaffee und die herrliche Stimmung. Was hat diesen Tag zu einem Erlebnis gemacht? Die Stadt hat keine besonderen Attraktionen, sie ist nicht einmal besonders hübsch anzusehen. Was den Besuch hier so lohnenswert macht, ist zum einen die wunderschöne afrikanische Hotelanlage und zum anderen ist es der Alltag, der hier bisher am deutlichsten zu beobachten ist. Die langen weißen, beigen oder braunen Mäntel der Männer, die Frauen in bunten Gewändern. Die Radfahrer, Autos, Esel, Mopeds zu einem heillosen Knoten verwickelt, durch die Souks wuselnd. Die umständlichen Prozeduren, bis endlich ein verkeilter Handkarren oder ein Motorrad an den Auslagen der Läden vorbeigeschoben und im Strom der Passanten wieder frei kommt. Alles von sehr viel Worten und Anteilnahme begleitet. Warum man überhaupt mit einem Motorrad mitten durch den Souk fahren muss, hat sich uns auch nach langer interessierter Beobachtung nicht erschlossen. Über allem liegt der scheinbar immerwährende Ruf des Muezzin und die Laute aus den Gebetsräumen der vielen Moscheen.23 Esel
SO 21. Juni Fahrt nach Marrakesch 10. Tag
8.00 Wieder Beginn des Tages mit kleiner Schwimmrunde im Pool, danach Treff zum Frühstück. Die Fahrt nach Marrakesch erfolgt auf der weitgehend gut ausgebauten Straße bis Agadir und von dort über die neue Autobahn nach Marrakesch.
Tarik fährt uns in das ca. 25 km südlich von Marrakesch gelegene „Maison Caro“. Von der Straße führt ein kleiner Holperweg zwischen den Feldern zu einem Haus mit einem Garten mit Liegeplätzen, Sonnenschirmen und einem wunderschönen Swimmingpool. Unsere Zimmer sind um die große Außendiele mit Essplatz herum angebracht. Mit Billardtisch und Tischtennisplatte und vor allem mit offenem Blick auf den schönen Garten.

24 Terrasse

Ankommen, ausruhen, ein wenig schwimmen und dann so gegen 20 h zeigt die Wirtin, Saida, erste Zeichen ihrer Kochkunst: Couscous-Salat mit Zitronenöl und Minzblättern: super lecker. Danach sitzen wir alle um den großen Tisch herum, spielen Uno und lassen uns vom Flair dieser Unterkunft einfangen
00.30 Ende dieses Reise- und Faulenzertages

 

MO 22. Juni Marrakesch 11. Tag
8.00 Nach Frühschwimmen und Frühstück fahren wir 25 km nördlich in die Stadt Marrakesch. Der große Platz, der Djemaa el Fna, ist noch ziemlich leer, nur wenige Händler sind schon da und auch ein Schlangenbeschwörer. Langer Gang durch die schon gut besuchten Souk-Gassen. Hier kaufen wir schöne Lampen und Teller. Wir besuchen eine „Apotheke“ mit Erläuterung der angebotenen Kräuter und ihrer Heilkraft. Besonders angetan hat uns ein Heilkraut (Name vergessen) das für „alles“ gut ist. Also dann.
13.00 Anschließend Besuch des Jardin Marjorelle, von Yves Saint Laurent gestalteter sehr schöner Garten mit Wüstenpflanzen, Bambus und mit bunt bemalten Vasen und keramischen Mosaiken, die diesem Garten einen ganz eigenen Charakter geben.
16.00 Zurück im Maison Caro zum schwimmen, faulenzen und sonnenbaden. Zum Abend wieder eine leckere Tajine mit geschmortem Rinderfleisch, Backpflaumen und Mirabellen. Was wir über die marokkanische Küche herausgefunden haben: es schmeckt alles sehr lecker, ist immer mit viel Zimt, Kardamom und Minzblättern und vor allem Koriander gewürzt. Immer lecker, aber immer süß, das ist für uns schon etwas gewöhnungsbedürftig.
DI 23. Juni Wanderung in Qurika 12. Tag
11.00 Der Tag beginnt wieder immer mit „Frühsport im Pool“, Frühstück mit Pfannkuchen, Honig, Amlou und Marmelade und einem leckeren Omelette. Danach Abfahrt nach Ourika, einem schönen Touristenort mit einem langgezogenen Dorf. Ziel ist der gleichnamige Bach, an dessen Ende sich ein Wasserfall befindet, der diesen Bach speist. Dort angekommen, findet Tarik einen Führer, Hussein, der uns den Kletterweg über die Felsen zum Wasserfall zeigt. Ziemlich steil und abenteuerlich. Von allein wären wir nicht auf den Gedanken gekommen, dort hinaufzuklettern. Aber Hussein hat den Wettlauf seiner Mitbewerber durch besondere Beharrlichkeit gewonnen und ist nun für diesen Tag unser (sehr freundlicher) Führer.
Oben nach einigermaßen unsportlichem Heraufkrackseln belohnt uns ein Glas eiskalter frischer Orangensaft und ein herrlicher Blick auf den nicht übermäßig großen Wasserfall. Ganz Mutige gehen hier baden, wir, außer Tarik, gehören nicht dazu.
Nach ein paar Stunden mit Rast und kleinem Imbiss in einem der schönen bunten Tavernen geht es den weniger schwierigen Weg über den Bergrücken zurück. Allerdings zunächst noch über eine Leiter weiter hinauf, damit wir die Einstiegs-Ebene erreichen können. Hussein geleitet uns wieder zurück bis zu unserem Auto.
Im Maison dann lockt der Pool, die Abendsonne und die Vorfreude aus Saida´s leckeren Couscous mit Würstchen.

 

MI 24. Juni Stadttag Marrakesch 13. Tag
10.00 Gleich nach dem Frühstück geht es nach Marrakesch. Über den großen Platz und durch den alten Markt mit den vielen Ständen mit Obst, Gewürzen, Lederwaren, Tellern, Bildern, Haushaltwaren. Mit seinem Gerüchen, seinem vielfältigen Lärm und seiner teils geschäftigen, teils schläfrigen Betriebsamkeit.
Wir machen noch einen Abstecher zur neuen Mall von Marrakesch, die demnächst eröffnet wird, sehr modern aufgezogen ist und sicherlich eine neue Attraktion von Marrakesch werden wird.
Zurück im Maison Caro verbringen wir die Zeit bis zum Abend wieder mit faulenzen, schwimmen und lesen. Nach dem wieder sehr leckeren Abendessen mit Blätterteig und Hühnchen und viel Zimt und Zucker fahren wir wieder in die Stadt, diesmal, um sie im abendlichen Trubel zu erleben.
22.00 An der großen Moschee sehen wie Hunderte von Betenden, für die in der Moschee kein Platz mehr war und die deshalb auf ihren mitgebrachten Gebetsteppichen knieen und im gemeinsamen Gebet mit dem Muezzin versammelt sind. Alle in langen Gewändern, die meisten in Weiß, manche in Grau- und Brauntönen.
Auf dem Djemaa el Fna, dem „Platz der Gehenkten“ sind viele feste Stände aufgebaut. Der Platz ist aber nicht so voll belegt, wie wir uns das vorgestellt haben. Bei einem Nous-Nous auf der Dachterrasse des Hotels „Cafe des France“ haben wir einen sehr guten Überblick über den gesamten Platz und verfolgen aufmerksam das Geschehen unten.
Der Platz füllt sich mehr und mehr, wir sitzen zusammen und essen Spieße und schauen den Bettler, Händlern und Gauklern zu. Vielleicht liegt es am Ramadan, dass gerade dieser Platz, den wir aus Filmen und Berichten schon zu kennen glaubten, nicht den gewaltigen Eindruck auf uns gemacht hat, wie andere Dinge auf dieser Reise das durchaus getan haben.
01.30 Spät in der Nacht verlassen wir Marrakesch entlang einer Reihe von müden und außer Rand geratenen Kutschpferden und fahren zurück in unserer Unterkunft. Noch ein wenig klönen, über das, was wir erlebt haben und dann gegen 02.30 h Ende dieses Tages.
DO 25. Juni Wanderung in Imil 14. Tag
11.00 Heute ist unser letzter Abenteuertag und der führt uns nach Imlil im Parc National de Toubkal. Die Nacht war kurz, wir haben lange geschlafen und fahren so gegen 11.00 h in die Berge. Der Weg führt über Ourika und Asni und Tanaoute bis nach Imlil.
Der Weg hinauf zum kleinen Bergdorf führt durch schattige Baumbestände und buchstäblich über Stock und Stein aufwärts. Nach ca. 1 ½ Stunden sind wir oben. Zwischendurch immer mal eine kleine Verschnaufpause (als Fotostopp getarnt)., Schöne Aussicht auf die Berge mit sehr vielen Wanderwegen, die alle zu einem, wenn auch noch so winzigen, Bergnest führen. Im Dorf angekommen, verstecken sich die Frauen vor uns, erwidern aber kurz und freundlich unser Bonjour.
16.00 Abstieg auf leichtem, etwas staubglattem Weg. Die Nachmittagssonne taucht „unser“ Bergdorf in wunderschöne monochromatische Brauntöne.
18.00 Rückfahrt über die serpentinenreichen Berge. Auch hier herrliche Farben der Berge und Felder. Jetzt vom braun wechselnd in eine Farbpalette grün-gelb-braun. Spätes Abendessen um 20.30 h, toller Kartoffelsalat mit Eiern, danach Hühnchen mit Zitrone. Wieder Spiele spielen, klönen und um Mitternacht auch diesen letzten Tag beenden.
FR 26. Juni Rückflug nach Hamburg Ende
Heute werden wir um 16.00 h nach Hamburg zurückfliegen, dabei die Uhr wieder 2 Stunden vorstellen und gegen 23.00 h Ortszeit in Fuhlsbüttel landen. Die Zeit genießen wir wieder mit Schwimmen, faulenzen, Bilder betrachten, Gästebuch schreiben, Packtaschen füllen. Später dann auf dem Wege zum Flughafen noch ein letztes Nous-Nous in Marrakesch und dann Abschied von Tarik, der noch eine Woche in Marokko bleibt. Conny fliegt mit uns und von ihr verabschieden wir uns am Hamburger Flughafen.
Hier endet unser Reisebericht über eine Reise, die aufregend und schön für uns war, die uns sehr viele neue Eindrücke gebracht hat, die uns ein wenig das Wesen des Islam erspüren ließ und die von unseren beiden Veranstaltern und Freunden Tarik und Conny auf sehr liebenswerte und kompetente Weise gestaltet wurde. Herzlichen Dank dafür.

 

 

zur original pdf-Datei des Berichts mit Fotos kommen Sie über den Link

2015 Marokko Tagebuch

5 thoughts on “2015 Marokko Tagebuch von Enno und Elke

  1. Vielen Dank an Enno und Elke für diese ausführlichen Reisebericht. Am Ende fehlen mir ein paar Fotos, da werde ich mal welche aus unserer Reise ergänzen. Es sind ja wieder genügend geschossen worden.

    Als Dankeschön werdet ihr zur Erinnerung an diese Reise, die auch uns sehr viel Spaß gemacht hat, ein schönes Fotobuch bekommen.

    Danke schön, für all die Fragen, die großes Interesse bekundeten an Land, Kultur und Religion. Genau aus diesem Grunde haben wir so viel Freude an den Reisen in kleinen Gruppen – wir können auf alle Fragen eingehen und gerade ich spüre auf diese Weise immer wieder wie sehr ich mich schon an die Kultur und das „Anders sein“ gewöhnt habe. Und erlebe es so immer wieder neu und werde niemals abstumpfen.

  2. Vielen Dank, hat Spaß gemacht, diesen Reisebericht zu lesen – so und ähnlich haben wir unseren 10-Tage-Marokko-Trip auch erlebt. Wir waren in Marrakesch – Essaouira – Agadir. Wen es interessiert, unser Reisebericht ist unter http://www.pinkdays365.wordpress.com nachzulesen.

    Auf dieses wunderschöne, farbenfrohe Land.

    Viele Grüße
    Elke

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