Erster Tag/ 19. Mai

Ankunft in Agadir: erwartungsvoll sitzen wir am Flughafen und warten auf Tarik, der uns abholt und gleich nach Taroudant weiterfährt, wo wir die erste Nacht verbringen.

Auf der Straße kommen wir an großen Bananen-Plantagen und Anpflanzungen mit Arganbäumen vorbei. Interessant zu sehen, denn Arbanöl gilt als das weiße Gold Marokkos. Später in den Souks, werden wir dann auch die Gerätschaften sehen zur Herstellung des Öls.

Unser Hotel Palais Salam liegt gleich an der Ostseite der Kasbah und wir bekommen schon mal einen ersten Eindruck der vornehmen Pracht einer alten Pascharesidenz mit mehreren Innenhöfen, prächtigen Gärten und wunderschön ornamentierten Innenräumen und Holzschnitzereien an Türen und Toren. Sehr inspiriert daher auch unser erstes Abendessen unter blühenden Bäumen im Garten.

Zweiter Tag/ 20. Mai

Spaziergang durch die Stadt Taroudant, auch „Klein Marrakesch“ genannt, mit seiner die Stadt vollständig umgebenden dicken Lehmmauer, Türmen und Toren, Blick von der Stadtmauer und ein erster Bummel durch die Souks in der Medina. Aber wir sind noch nicht auf kaufen eingestellt, sodaß erstmal nur schauen angesagt ist.

Aber Christl wird doch fündig, zwar kein Besen, aber ein Ding aus Stroh hängt vor einem Geschäft, und nachdem der Widerstand der Geschäftsfrau überwunden ist, tauscht es Christl gegen Kugelschreiber ein, bißchen Geld auch, und bekommt so einen Schutz gegen böse Geister – das ist doch was. Zurück ins Hotel dann mit der Pferdekutsche.

Am Nachmittag Weiterfahrt nach Tafraoute. Eine zuerst bißchen langweilige Fahrt, die aber landschaftlich immer reizvoller wird, je weiter wir an der Südwestflanke des Anti Atlas entlang kommen, vorbei an wildromantischen Bergtälern und in die Hänge hineingebauten Weilern, überragt von bizarren Granitfelsen.

Große Überraschung: Wir werden in einem solchen alten Haus mitten unter verfallenen Häusern wohnen, das einer Berberfamilie gehört, die es erhalten und als Maison d`hote hergerichtet hat. Adresse: Oumesnate-Tafraoute. Nach einem kleinen Anstieg werden wir mit einem wunderschönen Ausblick belohnt, und genießen es, in einem etwas anderen Gästehaus zu sein, und: das Gepäck wird mit einem Esel hoch gebracht. Abendessen und Frühstück gibt es auf der Terrasse mit Sicht auf die erdfarben getünchten Häuser und Ruinen und die faszinierende Landschaft. Und täglichem Ruf des Muezzins.

Dritter Tag/ 21. Mai

Fahrt zum Tal der Ammeln, lt. Reiseführer eine der grandiosesten Landschaften des Antiatlas, und so empfanden wir es auch. Beim Wandern durch die Schlucht am jetzt ausgetrockneten Flußlauf entlang, vorbei an Mandelbäumen, Oleanderbüschen und Palmen stauneten wir über die schroffen Granitwände, die immer neuen bizarren Felsformationen und -farben, die das Licht reflektierten und immer neue Varianten hervorbrachten. Man konnte kaum alles aufnehmen, was sich da an Schauspiel bot, echt beieindruckend.

Nachmittags schauten wir dann noch die „bemalten Felsen“ an, Granitfelsen mit tyoisch zugerundeten Verwitterungsformen, sog. Wollsackverwitterung. Sie sind einfarbig, z.T. in hellem Blau oder Rosa oder lellem Lila bemalt und wirken wie Kissen in Felsenhänge, die dadurch eine ganz andere Wirkung bekommen, wie auch die Bemalung die Form der einzelnen Felsen / Steine ganz anders wirken lässt. Zu meiner eigenen Überraschung gefiel mir das ganz gut.

Das Essen im Haus ist typisch marokkanisch: Tajine, mal mit Huhn, Rindfleisch, mit gekochtem Gemüse und Kartoffeln, einmal Reis mit Zimt. Heute schmeckte es mir am besten mit richtig arabisch gewürzten Hackbällchen. Und zum Frühstück lerne ich Amlou kennen, Berber-Nutella, wie Tarik sagt, als Brotaufstrich, auch lecker.

Und für den Abend, nach dem Abendessen, hatte Tarik einen Abend mit Berbermusik organisiert: der Herr des Hauses, hatte seine Musiker-Freunde zusammen gerufen und sie kamen aus der Stadt, um hier auf der Terrasse für uns zu spielen. Dazu wurde Tee getrunken, der in der typischen Zeremonie von einer Art Teemeister aufgebrüht wurde. Basis ist grüner Tee mit frischen Minzblättern aufgegossen und gesüßt, der erste und zweite Aufguss wird weggeschüttet, und nach einem dritten und vierten Hin- und Hergießen wird in hohem Bogen, damit Schaum entsteht – eine Kunst – der Tee in die Gläser gegossen. Und er schmeckt sehr gut.

Die Musik: verschiedene Trommeln, Banjo und Gitarre, schön auf Dauer bisschen eintönig. Und nachdem zwei der Frauen des Hauses tanzten – immer bemüht, den Schleier oben zu behalten – haben wir ein bisschen mitgetanzt.

4. Tag/ 22. Mai

Fahrt zu einer Speicherburg, Agadir genannt. Vorher noch am „Chapeau Napoleon“ genannten Felsen vorbei, ein unbedingter Fotostopp!

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Weiter dann nach Tasguint, wo die Speicherburg ist. Schon der Blick hinauf – sie liegt höher als das weite Land davor- war beeindruckend. Richtig wehrhaft sah sie aus, trutzig mit dicken mauern und Turm. Oben trafen wir dann einen Wächter, der uns einließ und rundführte. Und uns einen Codex zeigte.

Ich habe später in einer Karte zu dem Antiatlas dann darüber gelesen: diese Getreidespeicherburgen sind die kulturelle Hauptattraktion des Antiatlas mit hermetisch nach außen abschließender Mauer und einem verschließbaren Eingangstor. Es gibt einen zweiten Mauerring, in den man nur durch eine weitere verschließbare Eingangstür gelangt. Der Innenhofkomplex zwischen beiden Mauern, in dem früher handwerkliche Dienstleistungen angeboten wurden (z.B. Schreiner, Schmied, jüd. Schmuckhändler) und sich mind. 1 Zisterne (Matfinya) als Wasserreservoir befindet. Innerhalb des zweiten ummauerten Komplexes dann der eigentliche Agadir mit den Vorratskammern.

Das ummauerte Terrain eines Agadir gilt als heiliger Bereich mit Friedenspflicht (Horaum). Jeder Agadir besitzt einen schriftlich fixierten Codex, in dem die Rechte und Pflichten der Agadir-Gemeinschaft peinlich genau geregelt sind. In jedem Dorf verfügt eine Person über den Schlüssel, eine von der Dorfgemeinschaft eingesetzte Vertrauensperson ist für die Bewachung zuständig, der sog. Amin.

Eine Speicherburg birgt Speicherkammern für Getreidevorräte der umliegenden Bauern, ca 100 Kammern, die übereinander liegen und z.T. nur erreicht werden können, wenn die Vorräte in einer Art kette weiter hoch gereicht werden. Architektonisch hoch interessant, wie die Vorratskammern angelegt waren, mit Steinplatten als Stufen halsbrecherisch nach oben geschachtelt und raffiniert platzsparend gestaffelt, atemberaubend schön, gebaut in diesen einfachen materialien Stein und Holz. Und beim Blick über das Land da unten spürte man irgendwie eine Ahnung von dem Schutz den die Burg bot.

Das Mittagessen hatte Tarik bei einer Berberfamilie im Dorf unterhalb des Agadirs organisiert: im großen Familienraum, den die Berberhäuser für Familienzusammenkünfte haben, bekamen wir Tajine, Kuchen und Tee. Zum Abschied verteilte Christl dannKugelschreiber an die Kinder, und wie nett, wir beide bekamen eine sehr schöne Kette aus Argannüssen geschenkt.

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Am Spätnachmittag besuchten wir dann noch das unserem Haus angegliederte Berbermuseum, in dem die alten Gerätschaften, die Aufteilung des Hauses, die Küche und Wohn- und Schlafräume gezeigt werden, alles dunkel, eng und klein, aber alles zweckmäßig. Und wir erfahren, dass die Frauen für ihr Geschäftchen in den Kuhstall gingen, nicht die Männer!

Fünfter Tag/ 23. Mai

Weiterfahrt, jetzt schon Richtung Tan Tan, wir wissen noch gar nicht wo wir heute übernachten werden. Unterwegs bekommen wir von Einheimischen einen Hinweis auf eine landschaftlich viel schönere Route, was sich – nach anfänglicher Enttäuschung – als absolut zutreffend bestätigt. Eine atemberaubende Landschaft liegt unter uns, mit tiefen Schluchten, eingekerbten Tälern, in immer neuen Formationen und Strukturen, und in den Tälern grüne Palmen, sehr malerisch. Gut, daß wir dem Tip gefolgt sind. Das hatten wir nicht erwartet.

Die steinige Straße führt wieder ins Tal, nach Igmir, wo wir eine kurze Pause einlegen, und mal wieder Omlette essen – entwickelt sich zum Favoriten für uns – diesmal mit Arganöl.

Und weiter geht es zur letzten Station vor Tan Tan: Borj Biramane. Eine sehr hübsche Anlage, von Franzosen entworfen und gebaut, die Zimmer in geschmackvollen einzelnen Bungalows im marokkanischen Stil, oder wahlweise Berberzelte.

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Nachdem wir schon am Nachmittag angekommen sind, nutzen wir die Gelegenheit, das nah gelegene Dorf Icht zu besuchen, zu Fuß erreichbar, am ausgetrockneten Fluß entlang. Wir wurden angekündigt und Abdullah erwartet uns schon. Interessant den alten Dorfkern zu sehen, ganz umschlossen von dicken Lehmmauern, und darin bekommen wir ein altes dreistöckiges Haus gezeigt, das Haus von Abdullahs Großvater, die Räume niedrig, eng, dunkel. In diesem Bereich auch die alte Moschee, und die alten Gänge innerhalb der Mauern, die alle Wohnungen verbinden. Inzwischen sind diese Wohnungen verlassen, die Dorfbewohner leben außerhalb des Dorfkerns. Um diesen Kern gibt es noch Gärten, bewässert nach wie vor von den alten Bewässerungsanlagen, die immer noch funktionieren. Abdullah sagte uns, sie hätten immer Wasser gehabt im Dorf. Er lädt uns dann noch ein zum Tee, was wir natürlich annehmen.

Sechster Tag/ 24. Mai

Und nachdem wir in unserer Auberge erfahren haben, daß es Felszeichnungen in der Nähe gibt, machten wir gleich für den nächsten Tag eine Führung mit Abdullah aus, der sich auskennt. Wir fahren ca. 24 km entfernt zu einem weiten Flußtal, gesäumt von Felswänden, und Abdullah zeigt uns die Felsen, in die die Zeichnungen geritzt sind. Gazellen sind zu erkennen, eine große Antilope, Büffel, eine Kuh, auch ein kleiner Mann mit Bogen, sehr beeindruckend. Es sind verschiedenen Stellen, an denen sich Felsen mit Zeichnungen finden, weit verstreut von vermutlich Wetter, Wasser und Wind in diesem Tal. Und an anderer Stelle, bei Agert nahe dem Hotel, im Sand zu Füßen der Felswände, liegen auch nochmal in der ebene verstreut Felsbrocken mit Felszeichnungen, wie vom Himmel gefallen. Ohne Abdullah hätten wir die nie gefunden.

Beim Rückweg spazieren wir noch zu einer Kasbah, Kasbah Ait Harbi. Kasbahs sind opulente Lehmburgen, ursprünglich Wohn- und Schutzburgen an strategisch wichtigen Handelspunkten, die meisten allerdings erst aus dem 19. Jh., und heute verfallen.

Siebter Tag/ 25. Mai

Das Ziel unserer Reise, das „Moussem in Tan Tan“ rückt näher, und es gibt immer neue Eindrücke: neben der Straße vor Guelmin, sehen wir eine große Dromedar-Herde, Fotostop muß sein. Netterweise lädt uns einer der Hirten sogar zum Tee, und wir erfahren, daß ein Dromedar einen Wert von ca. € 2500 hat. Die Hirten sind ca. 1 – 3 Monate bei der Herde draußen und übernachten in Zelten. Bisher hatten wir immer wieder im vorbeifahren große, oft sehr große Ziegen- und/oder Schafherden gesehen, aber noch nie Dromedare.

Nach Kaffeepause in Guelmin, endlich Tan Tan. Ein Freund von Tarik hat für uns ein Apartment in Tan Tan Plage gefunden, denn die Hotels waren alle ausgebucht. Und von ihm kommt die Information, daß es ab 16 Uhr in Tan Tan losgeht, das große abgegrenzte Feld haben wir schon gesehen.

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Das Moussem wird von der Unesco als Kulturerbe anerkannt und ist ein Treffen der Stämme der Sahara. Als wir ankommen, strömen schon die Leute, und wir mit ihnen. Die Emirate und Tunesien haben außer Marokko ein Zelt aufgebaut mit typischem Handwerk und Kleidung. Gut, daß wir gerade noch rechtzeitig  mitbekommen, daß das Kamelrennen schon begonnen hat, wir stellen uns in die Nähe des Ziels, um alles mitzubekommen. Und wie die Teilnehmer ins Ziel kommen, manche treiben ihre Kamele mit Schreien und Füßen an, manche hochaufgerichtet, halten die Zügel ganz hoch, manche hängen mehr als daß sie noch reiten, wieder andere fallen fast vom Kamel, aber alles sehr spannend. Fernsehen ist da, und auf einer Tribüne wohl wichtige Zuschauer. Und alles begleitet vom arabischen Triller der Frauen. Schön ist, daß man so ganz nah dran ist, nur mit einem Balken abgegrenzt, so kann man die Tiere sehr schön beobachten, z.B. den Schaum um das Maul der Tiere, die schon gelaufen sind. Und die Besitzer, die die Ergebnisse diskutieren.

In der Zwischenzeit reiten Männer mit blauen Burnussen und schwarzen Turbanen auf ihren Kamelen zu dem großen Feld, ein sehr stolzes Bild. Sie lagern am Rand des Feldes, wo jetzt wohl die „Fantasia“ beginnt, die Reiterspiele. Die Pferde und ihre Reiter kommen aus den einzelnen Regionen Marokkos, die Pferde reich geschmückt, die Reiter in unterschiedlichen Trachten und Farben. Ein prächtiges Bild! Die Zügel in der linken, einen Vorderlader in der rechten Hand, sammeln sie sich mit ihrer jeweiligen Gruppe in einer Reihe und galoppieren los, dann Gewehr hoch und dann ein sehr schneller kurzer Galopp, der mit einem Schuß in den Boden, bei manchen auch in die Luft, beendet wird. Und die Pferde zum stoppen gebracht werden.

Und so kommt eine Gruppe nach der anderen dran, immer der gleiche Ablauf. Das ist schon beeindruckend, und schön anzusehen, wenn wir auch ein bißchen enttäuscht sind, daß gar nichts anderes mehr kommt. ‚Eine Musikgruppe spielt noch vor der Tribüne, aber das sehen wir nicht so gut. Später reiten dann auch noch die Reiter auf ihren Dromedaren eine Runde, schön anzusehen. Aber: Von Tänzen oder mehr Musik, was wir erwartet hatten, leider nichts.

Reihen von braunen Berberzelten säumen das Feld, in manchen sitzen Familien oder Vereine/Freundeskreise und trinken Tee. Netterweise werden wir auch zu Tee eingeladen, von einer Frau, die anscheinand einem örtlichen Verband angehört. Eigentlich muss man immer viel Zeit haben, wenn man zum Tee eingeladen wird, es wird erwartet, daß man dann auch bißchen redet und redet und….die Berber reden sehr gerne lang und viel.

Apropos reden, ich werde nachmittags vom Fernsehen interviewt, wie es mir gefällt. Am Abend setzt sich das Fest dann auf Bühnen mit unterschiedlichen Musikgruppen fort. Wir sind in Tan Tan Plage geblieben und sehen zwei Gruppen, die einen mit Musik aus den Emiraten, mit unterschiedlichen Trommeln, und eine Gruppe nur mit Damen, in einer irgendwie strengen Kleidung und fremd klingendem Gesang. Mehr schaffen wir an diesem Abend dann nicht mehr.

Am nächsten Tag dann, 26. Mai, das gleiche Programm, diesmal können wir es von der Tribüne aus erleben, was nochmal einen anderen Blickwinkel ergibt. Heute sind zwei Gruppen von Kamelreitern da, eine Gruppe bietet eine richtige Choreographie, was mit anhaltenden Trillern der Frauen belohnt wird. Und die Reiter sehen so stolz aus in ihren blauen Burnussen und schwarzem Turban. Und die Kamele sowieso mit ihrem hochgerecktem Kopf und wiegenden Gang.

Leider ist es nach wie vor kalt, uns ist kalt, der kalte Wind macht uns ziemlich zu schaffen, wir hatten ja Hitze erwartet und sind gar nicht auf Kälte eingestellt. Daher gehen wir zum Abendessen lieber in das Restaurant des Hotel Kasbah, und haben keine Lust mehr auf open air Musik.

Der 27. Mai sollte eigentlich der letzte Tag des Moussem, der Abschluß sein, aber niemand weiß das so recht. Wir machen daher erstmal eine Fahrt zu den Sanddünen an der Mündung des Flusses Draa in den Atlantik, einer Art Naturpark und spazieren am Meer entlang. Auf einem Plateau oberhalb der Küste sind viele braune Zelte aufgebaut die wir zuerst für Militärzelte halten. Neugierig fahren wir da hoch um es genau zu erkunden, und siehe da, es ist ein Riesenlager, das leider gerade abgebaut wird. Unsere Neugier ruft den Chef persönlich herbei, der uns nett begrüßt, zum Tee einlädt und zeigt, was er alles organisiert hat, ein Fest, das dauerte drei Tage, d.h. es musste für Übernachtung, Essen und Unterhaltung gesorgt werden. Abgebaut werden mussten daher goldene Badewannen – für wen wohl? – prächtige Teppiche, wunderschöne marokkanische Stoffbahnen, Dekore an den Zelten, und zu jedem Zelt eine Toilettenschüssel. Was für ein Aufwand und wir sahen ja nur noch den Abbau. Falls wir nächstes Jahr dazu kommen wollen, Mr. Lahcen Lemnaouar würde sich freuen, uns zu begrüßen. Aber er hat natürlich noch viel zu tun, nach dem leckeren Tee mit köstlichen Feigen, Datteln und Nüssen muss er sich verabschieden, und wir fahren tief beeindruckt weiter.

In Tan Tan wird auch schon abgebaut, die Pferde und Reiter sind schon abgereist, es tut sich nichts mehr, insgesamt ist die Information doch sehr dürftig. Und wir sind ein bißchen enttäuscht.

Weshalb wir jetzt noch die Marktstände entlangbummeln, die noch da sind, und nachdem ich mir doch keinen blauen Burnus kaufe, die ich so schön finde, aber die einfach zu groß sind, und wir auch sonst nichts, gehen wir zum Abendessen wieder ins Hotel Kasbah.

Und jetzt, am 28. Mai, haben wir das Moussem, das Ziel unserer Reise, schon wieder hinter uns. Schön war es, voller farbenfroher Eindrücke, netter Begegnungen, aber doch mit weniger Musik und v.a. Tanz als erwartet.

Nächste Station ist Sidi Ifni, ein Fischerstädtchen mit spanischem Ambiente, der Stadtkern mit ganz in weiß gehaltenen Häusern, sehr hübsch. Und einer netten Strandpromenade. Auch der Strand wäre ja ganz schön, aber zum Baden ist es einfach zu kalt durch den Wind.

Dafür haben wir am nächsten Tag, dem 29. Mai, Glück: kein, bzw. wenig Wind! Und wir fahren zu einem hübschen kleinen Ort, mit einem langen Strand, außerhalb von Sidi Ifni, der gesäumt ist von mächtigen Felsformationen, z.T. im Wasser, z. Teil den Strand überwölbend wie eine Brücke, kleine Höhlen bildend, und an dem wir ein bißchen in der Sonne liegen können, denn es ist warm genug! So warm, daß wir es sogar schaffen ins Wasser zu gehen! Herrlich!          Nette kleine Restaurants gibt es und eines macht uns so an, daß wir beschließen, dort auch zum Abendessen hin zu fahren, und den Sonnenuntergang zu sehen.

Das war schön, denn es war unser letzter Abend mit Tarik, der uns so gut und sicher begleitet hat. Morgen fahren wir nach Agadir, wo Tarik uns dann im Hotel Sofitel absetzen wird.

30. Mai

Auf der Rückfahrt stellen wir fest, daß uns jetzt keine Ziegen- oder Schafherde mehr zu einem Fotostop animiert, und wir so viele Gesichter und Landschaften gesehen und fotografiert haben, daß man nicht mehr deswegen aus dem Auto springt, wie am Anfang unserer Reise. Auch wundern wir uns nicht mehr, daß man keine Kuhherden sieht, die Kühe werden hier fast immer im Stall gehalten.

Was wir außerdem gesehen haben: es findet eine enorme Bautätigkeit statt, ob staatlicher oder privater Bau, große Wohnblöcke oder wohl eher private Häuser, in den Städten und auf dem Land, überall scheint es, wird gebaut. Auch eine Art sozialer Wohnungsbau haben wir gesehen, auf großen Transparenten werden Wohnungen zu einem äußerst günstigen Preis angeboten.

Außerdem wissen wir jetzt, daß Tee trinken nicht schlecht ist und immer paßt.

In Agadir heißt es jetzt Abschied nehmen von Tarik, der alles so gut geplant und organisiert hat. Mit ihm hat es sehr viel Spaß gemacht und wir bedanken uns sehr. Vielleicht bis zu einer nächsten Marokko Fahrt?

Bis zum 2. Juni

haben wir im Hotel noch sehr schöne Tage und werden verwöhnt, mit köstlichem Frühstück und Abendessen und sehr aufmerksamen Personal. Am zweiten Tag hat auch der Wind nachgelassen und jetzt können wir auch richtig schön ins Meer gehen. Aber wir müssen unbedingt noch in den Souk, das machen wir am Vormittag und finden tatsächlich einiges, sehr hübsche Kerzen im Glas als Geschenke, bißchen Modeschmuck, aber auch sehr gute Feigen und Datteln zum Mitnehmen. Gleich zweimal gehen wir hin, es macht solchen Spaß!

Und dann geht es am 2 Juni wieder nach Hause. Schade, daß es schon wieder vorbei ist.

 

 

 

 

 

One thought on “Unsere Reise nach Tan Tan zum „Moussem“ in den Süden Marokkos vom 19. Mai – 02. Juni 2015

  1. Zu dieser Reise möchte ich erzählen, mit welchen speziellen Schwierigkeiten wir es hier zu tun hatten. Denn das ist wirklich typisch Marokko.

    Die Anfrage zu dem Moussem erreichte uns am 01.03.2015 mit der Frage, wann es denn genau stattfinden würde und ob wir einen Besuch dort organisieren könnten. Das war 3 Wochen vor der Reise, die Tarik und ich allein unternehmen wollten, weil wir uns im Anti Atlas einiges ansehen wollten.

    So antwortete ich auf die Anfrage, dass wir den genauen Termin nicht kennen, (auf der offiziellen Seite des Moussem Tan Tan war der letzte Eintrag der Bericht über 2014, nichts über 2015) dass wir aber ohnehin demnächst in der Gegend von Tan Tan sind und uns vor Ort genau erkundigen würden. Die Info, die ich im Internet fand, lautete Beginn am 30.05. Das war ja nun nicht mehr lange hin.
    Ich versuchte auf verschiedenen Wegen im Netz nach Informationen, nichts war absolut sicher und verbindlich.

    Am 24.03. starteten Tarik und ich zu der geplanten Reise, die ich als Reisebericht unter „Tarik und ich allein im April 2015“ beschrieben habe.

    Während dieser Zeit fuhren wir also nach Tan Tan, denn wir kannten weder die Stadt, geschweige geeignete Unterkünfte dort.
    Die Stadt Tan Tan hat uns spontan nicht so gut gefallen, so dass wir direkt weiter nach El Ouatia (Tan Tan plage) sind und uns dort ein Hotel gesucht haben. Viel Auswahl gab es nicht, eigentlich nur 2, die ordentlich aussahen. Beide direkt am Strand.
    Nun unternahmen wir alles Mögliche um den genauen Termin für das Moussem in Erfahrung zu bringen. Der Portier im Hotel wurde befragt, Portier im benachbarten Hotel, Menschen auf der Straße, Polizisten, Lehrer und wer uns eben so begegnete.
    Dasselbe in Tan Tan direkt. Dort gab es auch ein Touristenbüro. Das war allerdings geschlossen und weder Öffnungszeiten noch eine Telefon-Nr. stand dort. Auf Nachfrage in einem benachbarten Café bekamen wir die Auskunft: „Manchmal ist da eine Frau, vielleicht kommt sie ja noch.“
    So tranken wir einen Kaffee und warteten eine Weile. Sie kam nicht. Das wiederholten wir am nächsten Tag – auch da waren wir wohl nicht zur richtigen Zeit dort.
    Daraufhin ins Rathaus. Auch dort keine wirklich verbindliche Auskunft. Niemand wollte sich festlegen. Tarik meinte, die Finanzierung steht wahrscheinlich noch nicht.

    Nun hatten wir die unterschiedlichsten Termine gesammelt, die häufigste Aussage war: Ab 25.05.
    Sicher war sich aber niemand.

    Am Ende fragten wir noch einen anderen Portier in unserem Hotel, Youssef, und er erwies sich als Glücksgriff. Er versprach eine SMS zu senden sobald der Termin offiziell feststeht. Zimmer im Hotel könnten wir allerdings nicht reservieren, denn nach seiner Aussage sind alle Zimmer während des Moussem von der Behörde blockiert. (Das gleiche auch im Nachbarhotel).

    Wir reisten also mit gemischten Gefühlen ab, aber wir hatten alles versucht.

    Nach einigen Tagen kam dann allerdings schon eine SMS von Youssef, der den Termin am 25.05. bestätigte. Nun fehlte nur noch die Unterkunft.
    Zwischendurch immer Mails an unseren Interessenten, der ja seinen Urlaub irgendwie planen musste. Aber seine Frau hatte sich den Besuch des Moussem so sehr gewünscht und er wollte ihr den Wunsch gerne erfüllen. Ebenso wollte die Schwester seiner Frau, die Schreiberin dieses Reiseberichtes, die Beiden begleiten.

    Youssef bot uns an sich um Appartements zu bemühen. Er wüsste da jemanden. Wir hatten keine andere Chance als ihm zu vertrauen und es erwies sich, dass er dieses Vertrauen wirklich verdient hat.

    Als der Termin fest stand, haben wir unseren Kunden informiert, der dann sofort Flüge buchte. Mittlerweile waren es nur noch 3 Wochen bis zum Beginn des Moussem und wir waren schon wieder mit anderen Gästen in Marokko unterwegs. Diese beiden Wochen passten ganz perfekt zwischen 2 schon lange vorher geplante Reisen.

    Die gesamte Reiseroute war im Vorwege von uns so geplant worden und nun mussten natürlich noch die Unterkünfte fest gebucht werden. Ebenso die Rechnung an den Kunden per Mail von unterwegs aus. Einen Tag vor ihrer Ankunft hatten wir das Geld auf dem Konto. Knapper geht´s nicht. Wunderbares Internet und toll, was für flexible Kunden.

    Tarik hatte es allerdings nicht einfach, denn am 19.05. starteten wir morgens in Agadir, wo eine Reiseteilnehmerin morgens abflog. Dann weiter nach Marrakesch, wo ich und 4 weitere Gäste am Nachmittag abflogen. Er fuhr direkt zurück nach Agadir um die 3-Moussem-Gäste in Empfang zu nehmen und diese Runde zu starten.

    Alles hat super geklappt. Zufriedene Gäste und auch wir sind natürlich glücklich wenn die Gäste zufrieden waren.

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