Reisetagebuch der Rundreise vom September 2016 mit Barbara und Walter

10.09. – 12.09. Essaouira

Wir starten in Frankfurt und fliegen über Madrid nach Marrakesch, wo wir pünktlich landen. Unterwegs haben wir eine schöne Sicht auf Gibraltar und bekommen einen ersten Eindruck von dem „roten“ Land Marokko.

Wir wollen von Marrakesch nach Essaouira fahren, dort uns einige Tage auf Marokko einstimmen und dann am 13.09. unsere Rundreise beginnen. Schon im Vorfeld bekommen wir von Tarik Tipps für unseren Aufenthalt.

Den Plan die Strecke von Marrakesch nach Essaouira per Bus zu bewältigen können wir nicht umsetzen, Supratours hat keinen Platz mehr frei, deshalb nehmen wir kurz entschlossen ein Taxi, das uns in Essaouira am Bab Doukhala absetzt. Nach einer kurzen Verschnaufpause – wir essen unseren ersten marokkanischen Pfannkuchen – machen wir uns auf den Weg durch die für Autos gesperrte Medina und finden – durch eine Baustelle etwas in die Irre geleitet – mit Hilfe zweier Einheimischer schnell zu unserem Riad „O Gré du Vent“. Für die Taxifahrt bezahlen wir 650DH, laut unserer Riadbesitzerin ein normaler Preis und im Vergleich zu den 200DH, die wir für das kurze Stück vom Flughafen bis zum Hauptbahnhof in Marrakesch bezahlt haben, geradezu günstig.

Essaouira ist eine Mischung von Ursprünglichkeit – besonders im Souk und den umliegenden Gassen und dem Hafen – und touristischem Leben. Wir haben das Glück, dass während unseres Aufenthaltes dort das Opferfest gefeiert wird, mit der höchste muslimische Feiertag. Tarik und auch unsere Riadbesitzer haben uns auf die Schlachtung von Schafen vorbereitet, deshalb sind wir nicht erstaunt über die vielen Schafe, die in den Handkarren durch die Straßen transportiert werden und die Blutflecken, die man vereinzelt sieht. Montags werden auf den Straßen die Schafsköpfe auf großen Grillrosten über Kohlefeuern geröstet, auch das kommt uns nicht mehr so befremdlich vor.

Wir essen unsere ersten Tajines, trinken den sehr starken …. und süßen …. Grüntee, meist mit Minze, einmal trinke ich ihn mit Ingwer, was auch lecker ist.

Wir besuchen auch den Strand, der breit und sehr weitläufig ist. Leider ist die Uferpromenade im Bau, was dem Strandleben viel von seinem Flair nimmt.

Montag Abend lernen wir dann Tarik kennen. Gemeinsam bewundern wir im Hafen den Sonnenuntergang und gehen essen – unsere erste Pastilla – mit Hähnchen und Mandeln gefüllt, mit Zimt gewürzt und sehr lecker. Anschließend begleitet Tarik uns zu unserem Riad, wo er uns am nächsten Morgen dann abholen will. Schon nach dem ersten gemeinsamen Abend haben wir das Gefühl, dass wir es mit Tarik 2 Wochen lang aushalten können 😉

Mit unserer Unterkunft sind wir ebenfalls zufrieden: Zimmer und Bad eher einfach, aber zweckmäßig, ein ausgesprochen schön angerichtetes marokkanisches Frühstück – Pfannkuchen, Brot, Honig, Marmelade und Amlou (Mandelmus mit Arganöl und Honig), Obst und selbstgemachten Joghurt – in dem sehr gemütlichen überdachten Innenhof, eine Dachterrasse mit herrlicher Aussicht über die Medina und das Meer und Besitzer, die für alle Fragen offen sind.

Sonnenuntergang
Blick von unserer Dachterasse
Der Mützenmann
Abendessen mit Tarik

13.09. Agadir

Wir starten pünktlich. Die Strecke bis Agadir führt durch das Gebiert der Arganbäume, die weltweit nur hier wachsen. Bei einigen Zwischenstopps schauen wir uns die Bäume genauer an, wir sehen die berühmten Ziegen, die sich nach den Blättern recken und dafür sogar in die Bäume klettern. Wir machen einen kurzen Halt in einer Arganöl-Kooperative, wo man uns zeigt, wie die Früchte geschält werden – die Schalen werden als Viehfutter genutzt – ,dann die harte Innenschale geknackt wird , sie dient als Brennmaterial und der etwa sonnenblumengroße Kern in den speziellen Steinmühlen gemahlen wird. Für kosmetische Zwecke verwendet man den frischen Kern, für Speiseöl wird der Kern noch geröstet. Wir kaufen eine Flasche Speiseöl (250ml für 170DH) und freuen uns an dem sehr leckeren nussigen Geschmack.

Mittagsimbiss (Arganöl, Olivenöl, Honig, in die wir Brot tauchen, dazu Oliven) nehmen wir in einem Restaurant mit Blick auf ein ganzes Tal ausfüllende Bananenplantagen, die Bananen sind relativ klein und werden auf dem lokalen Markt angeboten. Hier fragen wir zum ersten Mal nach WLan, um Nachrichten abrufen zu können, ein Ritus, der uns die kommenden 2 Wochen begleiten wird.

Vor Agadir machen wir einen Abstecher zum Paradise Valley mit kurzer Wanderung. Leider führt der Fluss nur wenig Wasser, deswegen ist der Anblick nicht ganz so spektakulär, die Wanderung trotzdem sehr schön, für uns besonders deshalb, weil es uns an ein sehr ähnlich aussehendes Tal mit gleichem Namen in Brasilien erinnert.

Auf der Weiterfahrt treffen wir Conny, die uns die kommenden 2 Wochen begleiten wird. In Agadir fahren wir direkt auf die Kasbah, die wie die ganze Stadt bei einem Erdbeben 1960 weitgehend zerstört wurde und genießen den Blick über die Bucht.

Wir wohnen im Hotel Anise – in einem riesigen Appartement – und essen auch dort zu Abend. Zum Nachtisch machen Conny und Tarik uns mit den berühmten „Schnittchen“ bekannt, kleine Kuchenstücke, die es in unendlicher Auswahl gibt.

Küstenstraße nach Agadir
Im Paradise Valley

14.09. – 16.09. Oumesnat

Nach einem üppigen Frühstück und einem Strandspaziergang brechen wir gegen 12.00 auf Richtung Oumesnat. Unterwegs haben wir immer wieder tolle Ausblicke – an einem Steinfeld mit Arganbäumen und Blick auf die Berge des Anti-Atlas und an der Kasbah Tizourgane legen wir Fotostopps ein. Die Kasbah liegt auf einem Hügel, sie ist bewohnt. Leider reagiert niemand auf unser Klopfen, aber auch von außen ist die Anlage sehenswert.

Auf dem Weg nach Oumesnate
Kasbah Tizourgane

Gegen 16.00 erreichen wir Oumesnat, vom Parkplatz bis zu unserer Unterkunft, dem „Maison traditionelle“ müssen wir einige 100m zu Fuß gehen. Rashid, der Besitzer des Hotels, holt uns am Parkplatz ab. Unser Zimmer ist einfach eingerichtet, der Ausblick – besonders von der Terrasse aus – genial. Nach einem Tee machen Walter und ich einen ersten Spaziergang durch den alten Ortsteil bis zur Moschee. Die meisten Häuser sind hier unbewohnt und im Verfall begriffen. Das Nebeneinander von bewohnten Häusern und Ruinen, das wir hier überall sehen, ist für uns sehr ungewohnt.

Unsere Mahlzeiten werden auf der Terrasse serviert, wir essen nicht à la carte sondern bekommen alle dasselbe Essen serviert, am ersten Abend eine kalte Apfel-Bananen-Karottensuppe bestreut mit Zimt, dann Hähnchen mit Zwiebeln und Rosinen, begraben unter einem Berg kleiner Nudeln, bestreut mit Zucker und Zimt, zum Abschluss Obst und einen Tee aus Eisenkraut.

Am nächsten Morgen gegen 7.30 beobachten wir im ausgetrockneten Flussbett unterhalb des Hauses Wildschweine, wir bemerken sie, weil die Hunde anschlagen.

Die Moschee von Oumesnate
weiß abgesetzt – unsere Unterkunft

 

 

Nach einem gemütlichen Frühstück – hier gibt es das Berberfrühstück mit Arganöl, Marmelade und Amlou – brechen wir gegen 10.00 auf zum „Gorges Ait Mansour“, kurz hinter Oumesnat fahren wir am „Tête de Lion“ vorbei, einer besonderen Steinformation, die wir wegen des dafür ungünstigen Sonnenstandes nicht gut erkennen können und machen wenig später am „Chapeau de Napoléon“ einen ersten Fotostopp. Auf der Weiterfahrt öffnen sich immer wieder schöne Ausblicke auf die in den Berghängen liegenden Ammeln-Dörfer. Am Ziel angekommen bummeln wir ein Stück durch die eindrucksvolle Schlucht, teilen uns zu Mittag ein „Tajine-Omellett“

Chapeau Napoleon
Gorges Ait Mansour

 

Nächste Station sind die Blauen Steine des belgischen Künstlers Jean Vérame. Die Idee die Steinformationen so weitläufig zu bemalen ist schon etwas verrückt, wir fotografieren ausgiebig und denken am Ende, dass durch die Bemalung in besonderer Weise auf die schönen Steinformationen aufmerksam gemacht wird.

Auf dem Rückweg fahren wir nach Tafraoute, hier kaufen wir uns eine kleine Teekanne.

 

Am nächsten Tag besuchen wir vormittags das „Maison traditionelle“, das ehemalige Wohnhaus der Familie, das heute ein Museum ist. Mohammed, der jüngere Bruder von Rashid, führt uns durch die ehemaligen Wohnräume, zeigt uns die alten Möbel und Gerätschaften und erklärt uns deren Funktion.

Im Obergeschoss, der Etage, die traditionell den Gästen vorbehalten ist, treffen wir auf den Vater der Beiden, einen über 90 Jahre alten Herrn, der in diesem Haus geboren wurde, jetzt aber im Dorf lebt. Er ist seit einem Unfall erblindet, bewegt sich jedoch sehr sicher in den Räumen, bereitet für uns – unter Mithilfe von Mohammed – einen traditionellen Tee zu und erklärt dabei diesen Brauch – überwiegend in ausgezeichnetem Deutsch, gibt Episoden aus seinem Leben zum Besten, führt dann an mir die traditionelle Frauenbekleidung vor – ein schwarzes Tuch mit buntem Saum, das ähnlich einem Sari gewickelt wird und singt zum Abschluss 2 Lieder, die er mit Banjo begleitet. Er beeindruckt uns sehr durch die Würde und Zufriedenheit, die er ausstrahlt.

Ein Teil der alten Küche. Hier wurde Getreide gemahlen
In der guten Stube

Gegen 12.00 starten wir zum Agadir Tasguent. In einem Dorf unterhalb des Agadir besuchen wir Hassan und seine Familie. Die anfängliche Zurückhaltung legt sich schnell, Hassan bereitet Tee für uns zu, anschließend essen wir – alle an einem runden Tisch aus einer Tajine – Lamm mit Pflaumen und Kartoffeln. Anschließend besichtigen wir den Agadir, eine Speicherburg mit 200 Räumen, in denen die Bauern der Umgebung ihre Vorräte gelagert haben. Wir sehen schön bemalte Holztüren, statt Leitern ragen aus den Mauern Steinplatten, über die man die oberen Etagen erreichen kann. Hier serviert man uns mal keinen Tee sondern Kaffee, zum Abschluss genießen wir von der „Terrasse“ aus den grandiosen Blick in das Tal.

Am Abend wartet noch eine besondere Überraschung auf uns. Nach dem Abendessen – Tajine „Kefta des Oeufs“, wieder sehr lecker, spielen Mohammed, Rashid und 2 Freunde für uns Berbermusik, ein Mann aus einer französ. Reisegruppe trägt einige Chansons vor …. wir fühlen uns an „Dersert inspiration“ von Lulo Reinhardt erinnert und genießen bis gegen 23.00 diesen wunderschönen Abend.

Zu Fuß zum Agadir hoch
Berbermusik mit Rachid, Mohamed und zwei Freunden

17.09. –19.09. Tamnougalte

Wir brechen nach einem schnellen Frühstück kurz nach 8.00 auf, weil wir heute eine lange Wegstrecke vor uns haben (ca. 400km). Für uns ist das kein Problem, die vielen, immer wieder neuen Eindrücke, die uns die Landschaft bietet, lassen keine Langeweile aufkommen. Bei einem Stopp in Tazenakht kaufen wir Safran ein (25DH/gr).

Unterwegs passieren wir ein Tal, in dem eine Reihe Steinbrücken durch starke Regenfälle zerstört sind, der Boden ist noch feucht, auf holprigen Fahrspuren neben den Brücken kommen wir ein Stück weit nur langsam voran. Gegen 18.00 erreichen wir schließlich die Kasbah Itrane in Tamnougalte, in der wieder ein schönes Zimmer auf uns wartet und leckere Mahlzeiten, die wir fast immer auf der Terrasse neben dem Pool einnehmen.

Sonntag Vormittag steht der Besuch der Kasbah Tamnougalte auf dem Programm. Hisham, ein Freund Tariks, zeigte uns in einer ausführlichen Führung die zugänglichen Räume und lädt uns auf die Dachterrasse zu einem Tee ein. Von den hier lebenden 20 Familien sieht man kaum jemanden. Bei dem anschließenden Rundgang durch den Garten versorgt Hisham uns mit frischen Datteln, die wir mittlerweile sehr gerne essen.

Dann geht es weiter zu einem nahe gelegenen Dorf mit schöner Aussicht auf den Draa, der gerade nur wenig Wasser führt.

Unsere Hotelterrasse
In der Kasbah Tamnougalte

Durch die Hotelbesitzerin erfährt Tarik, dass im Dorf eine Hochzeit stattfinden soll, wir erleben den von einer fröhlich aufspielenden Musikergruppe begleiteten Zug der Bewohner – überwiegend Frauen und Kinder – zum Haus des Bräutigams, vor dem eine große Gruppe weiß gekleideter Männer wartet. Wenn wir das richtig verstanden haben, sollte hier eine rituelle Henna-Bemalung des Bräutigams stattfinden.

Am nächsten Tag besuchen wir die Felsmalereien von Tizouline, die frei zugänglich sind. Unterwegs kaufen wir uns in einem Souk eine einfache braune Tajine, wie sie hier überall benutzt wird (25DH). In der kargen Landschaft hatte Hisham für uns einen schönen Platz für ein Picknick ausgesucht und lädt uns ein zu Tee, Nüssen, Oliven, marokkanischem Salat und Fleischspießen. Wegen eines kleinen Missgeschicks – als Hisham das Grillfeuer anzünden will, stellt sich heraus, das alles da ist, nur kein Feuerzeug ;-)……zieht sich unser Picknick in die Länge. Am Ende haben wir auch noch etwas Pech mit dem Wetter, ein starker Wind kommt auf und es fällt etwas Regen, deshalb gibt es den Nachtisch in einer Halle des Hauses, in dem der Wärter der Felsmalereien wohnt. Wegen des ungemütlichen Wetters verzichten wir auch auf den eigentlich geplanten Spaziergang weiter ins Tal hinein.

Prähistorische Felsmalereien

20.09. –21.09. Merzouga

Unser nächster Reisetag führt uns 300km weiter nach Merzouga. In Alnif machen wir den ersten Stopp und schauen uns das Angebot eines Fossilienhändlers an. Beim nächsten Halt in Rissani wartet ein besonderes Erlebnis auf uns. Bei einem Gewürzhändler, den Tarik über seinen Bruder vermittelt bekam, kaufen wir sehr günstig Gewürze ein (ca. 1kg für 100DH). Wir werden zum obligatorischen Tee eingeladen, den wir direkt im Verkaufsstand trinken und essen mit Fleisch und Gemüse gefülltes Fladenbrot, das sehr lecker schmeckt, mit insgesamt 400DH jedoch arg überteuert ist.

Unterwegs nach Merzouga – Djebel Saghro
Warten auf das Essen im Gewürzstand

In Merzouga haben Tarik und Conny kurzfristig ein neues Hotel, das Kanz Erremal für uns gebucht. Im ursprünglich vorgesehenen „Petit Prince“ wurde ein Stellplatz für Wohnmobile eingerichtet, was den Ausblick auf die Wüste etwas beeinträchtigt. Das „Kanz Erremal“ steht direkt am Rande der Dünen und bietet von seinen Terrassen einen direkten Ausblick auf die beeindruckende Wüstenlandschaft. Von der Terrasse vor unserem Zimmer beobachten wir einen wunderbaren Mondaufgang.

Am nächsten Tag sind wir nur zu dritt unterwegs, Conny ist nicht ganz fit und bleibt im Hotel. Wir fahren durch den Ort zu einer Stelle, wo man „Rheumabäder“ in warmen Wüstensand nehmen kann, treffen auf einen Kameltreiber, der frische Kamelmilch anbietet, sie ist sehr schaumig, es sieht fast aus wie Eischnee, Walter und Tarik teilen sich ein Glas Milch, Walter findet sie lecker. Anschließend geht es weiter durch die karge Steinlandschaft Richtung algerische Grenze. In einem Dorf sucht Tarik für uns jemanden, der uns den traditionellen Tee zubereiten kann. Hier gibt es kein Cafe, das geöffnet hat, aber es findet sich jemand, der uns in sein etwas außerhalb gelegenes Privathaus zum Tee einlädt und uns anschließend noch zu einem Ort führt, wo man Felsgravuren sehen kann und Tumuli, niedrige Steinbehausungen, deren Alter und Funktion nicht ganz zu klären sind.

Für abends haben wir einen kurzen „Sonnenuntergangs-Kamelritt“ gebucht. Leider ist es bewölkt, erst kurz bevor die Sonne verschwindet, zeigt sich der rote Himmel, gerade ausreichend für einige romantische Fotos. Das Reiten auf dem Dromedar hat Spaß gemacht und war auf alle Fälle entspannender als das für uns sehr anstrengende Stapfen durch den Sand.

Die Terrasse des Hotels mit Blick auf die Sanddünen

 

22.09. –23.09. Dades-Tal

Wir fahren ins Dades-Tal, Ziel ist die Auberge „Jardin de la Source“ in Ait Ali. Unterwegs machen wir einen Abstecher ins Todrha-Tal, die Schlucht ist recht spektakulär, allerdings hat der Abstecher durchaus gereicht. Vorher gibt es ein gemütliches Mittagessen in einem Zelt auf der Dachterrasse eines Restaurants.

Der Empfang im „Jardin de la Source“ ist sehr herzlich. Tarik und Conny haben den Besitzer Hussein vor einigen Jahren kennen gelernt. Wir wohnen in einem Appartement mit rundem Himmelbett und eigenem Balkon, den wir allerdings nicht genutzt haben, weil der schön angelegte Garten mit seinen diversen Sitzecken viel zu einladend ist. Frühstück und Abendessen sind bei Hussein lecker und ausgesprochen üppig.

Nachdem wir uns erfrischt haben, machen wir einen ersten Spaziergang durch die am Hang liegenden Gärten hinunter ins Tal zu einem kleinen Wasserfall.

Am nächsten Tag wollen wir in Begleitung von Hussein einen Spaziergang durch das Tal machen. Beim Abstieg ist Walter gestürzt und hat sich den rechten Fuß verstaucht. Wir sind dann noch hinunter bis zum Fluss gegangen, dann aber auf kürzestem Weg zurück in die Auberge. Im alten Dorf haben wir eine Weile auf dem „Beratungsplatz“ gesessen, ein schattiger Platz in einer Gasse mit Steinbänken auf beiden Seiten, wo man sich früher zum Gespräch getroffen hat. Dort begegneten wir Halima, die uns zu einem Tee in ihr nahe gelegenes Haus einlädt. Die Einladung zum Couscous, der traditionell Freitag Mittag gegessen wird, konnten wir leider wegen Walters schmerzendem Fuß nicht annehmen.

Nachmittags fahre ich dann mit Tarik und Conny ins Dades-Tal, erst durch die beeindruckende Schlucht mit den berühmten Serpentinen, dann weiter durch ein fruchtbares grünes Tal, gesäumt von immer wieder anders „aufgefalteten“ Felsformationen bis nach Msemrir. Walter wird unterdessen von Hussein bestens versorgt, einschließlich Fußbad mit Salz.

Im Garten der Auberge

 

24.09. – 25.09. Oase Fint

Wir brechen gegen 10.00 auf, es geht erst noch einmal hinauf ins Dades-Tal. Tarik hat Walter angeboten, noch einmal bis zu den Serpentinen zu fahren, worüber der sich sehr freut. So kann auch er von dem Aussichtspunkt oberhalb der Serpentinen den gigantischen Blick ins Tal genießen. Dann geht es zurück und weiter durch das Dades-Tal bis Ouarzazate. Unterwegs durchqueren wir ein Rosenanbaugebiet und kaufen in El Kelâa Rosenwasser ein. Am frühen Nachmittag kommen wir in Ouarzazate an und lernen das „Habous“ kennen, das Lieblingscafé von Conny und Tarik. Wir essen eine Kleinigkeit und gönnen uns zum Abschluss einen süßen Nachtisch, eines der von Conny heiß geliebten „Schnittchen“. Dann geht es weiter in westlicher Richtung zur ca. 10km entfernten Oase Fint. Am Stadtrand passieren wir ein offensichtlich als Baugebiet vorgesehenes Areal, in dem – für uns sehr ungewohnt – keinerlei Gebäude stehen, die Straßen und die Straßenbeleuchtung jedoch komplett fertiggestellt sind.

Unsere Unterkunft „La Terrasse des Délices“ liegt am Ortsrand – schön angelegte Gebäude, die Zimmer klein und einfach ausgestattet, eine tolle Terrasse mit blau gekacheltem Pool – rundum Steine, Sand, Palmen, ein Fluss mit wenig Wasser.

 

Nach einem erfrischenden Bad im Pool machen wir einen Spaziergang zum Fluss. Das Abendessen wird unter dem klaren Sternenhimmel auf der Terrasse serviert – Hähnchen-Tajine, wieder sehr lecker. Später gibt es Trommelmusik. Walter „durfte“ mit trommeln und hat sich gar nicht so schlecht geschlagen.

Am nächsten Vormittag besuchen wir die Kasbah Taourirt in Ouarzazate. Tarik kennt auch hier einen perfekt deutsch sprechenden Führer, der uns einen ausführlichen und dennoch kurzweiligen Rundgang durch die Kasbah bietet. Auf den anschließend vorgesehenen Besuch des Filmmuseums verzichten wir, Walter hätte wegen seines Fußes nicht mitgehen können und mir fehlt das Interesse hierfür. Stattdessen gönnen wir uns einen ausgedehnten Besuch im „Habous“ mit bekanntem Ablauf 😉

UNESCO Weltkulturerbe Kasbah Taourirt

 

26.09. – 27.09. Domaine Caro

Wir brechen etwas zeitiger auf (gegen 8.30), weil heute wieder ein größeres Programm auf uns wartet. Wir fahren das kurze Stück bis Ait Benhaddou, wo wir Andi kennen lernen, einen hier lebenden Österreicher. Ich mache mit Tarik und Abdoul ( dem „Schakal“) einen 2-stündigen Spaziergang durch den malerisch auf einem Hügel liegenden Ksar, der seine Popularität den zahlreichen hier gedrehten Filmen verdankt. Der „Schakal“ ist über 90 Jahre alt, spricht gut deutsch und erinnert in seinem Auftreten und seiner Ausstrahlung sehr an das Familienoberhaupt im Maison traditionelle.

Tarik und Abdoul

 

Dann geht es weiter über Telouèt und den Hohen Atlas zum Ourika-Tal. Die Strecke bis Telouèt ist so, dass man eigentlich an jeder Straßenbiegung einen Fotostopp hätte einlegen können – ein enges Tal mit verstreut liegenden Siedlungen. Hinter Telouèt hat Tarik in einem ausgetrockneten Bachbett Salz geschlagen; dann ging es über den Pass, dank mittlerweile gut ausgebauter Straßen kommen wir schneller als gedacht voran und sind gegen 18.30 in der Domaine Caro. Alle sind sich einig, dass die Wegstrecke heute ein landschaftlicher Höhepunkt war, nicht weniger beindruckend als das sehr schöne Dades-Tal.

Tarik erntet Salz
Telouet

 

Ursprünglich hatten wir uns etwas gewundert, dass wir 25km außerhalb von Marrakesch wohnen, nachdem wir die Domaine Caro und ihre Besitzer Saida und Jean-Michel kennengelernt haben, wundern wir uns nicht mehr. Wir fühlen uns von Anfang an wie zuhause, freuen uns über unser schönes, direkt an der überdachten Terrasse liegendes Zimmer, sitzen im herrlich angelegten Garten unter Olivenbäumen und meterhohen Hibiskussträuchern, genießen das sehr leckere Essen und den aufmerksamen Service auf der Terrasse..

Unser letzter gemeinsamer Ausflug führt uns am nächsten Tag ins Ourika-Tal, es ist ein Naherholungsgebiet für die Marrakchis, der Einwohner von Marrakesch, erst zahlreiche Potterien, dann Restaurant an Restaurant mit Stühlen und „Couchlandschaften“ am und im Wasser, inmitten einer schönen Bergkulisse.

Wir kaufen noch einige Kleinigkeiten ein, u.a. Teegläser und freuen uns, als wir abends feststellen, dass in der Domaine Caro die gleichen Gläser benutzt werden.

Im Ourika Tal
Domain Caro

28.09. – 01.10. Marrakesch

Nach dem Frühstück bringen Conny und Tarik uns nach Marrakesch zu unserem Riad „Mirage“, das ganz in der Nähe des „el Fna“ liegt. Wir beziehen ein kleines geschmackvoll eingerichtetes Zimmer, in dem wir uns sehr wohl fühlen. Nach dem Einchecken und einem letzten gemeinsamen Tee nehmen wir – etwas wehmütig – Abschied. Conny und Tarik fahren zurück in den Süden und wir machen uns auf Marrakesch zu erkunden. Im Cyber-Park finden umfangreiche Renovierungsarbeiten statt, deswegen halten wir uns dort nicht lange auf. Wir bummeln durch die Souks rund um den „Djeema el Fna“ und beobachten eine Weile von der Terrasse des „La France“ das Treiben auf dem Platz. Die Medina erscheint uns sehr sauber, in den Souks werden die Straßen mit Wasser bespritzt um den Staub zu bannen, oft sieht man Leute beim Kehren, das gilt auch für den „el Fna“, wo abends riesige „Staubsauger“ die Abfälle einsammeln. Das Essensangebot auf dem Platz hat uns etwas erschlagen, deshalb ziehen wir die Restaurants in den Seitengassen vor. Immerhin trinken wir den frisch ausgepressten Orangensaft, der nur 4DH kostet, Conny hat erzählt, dass der Saft subventioniert wird.

 

Am nächsten Tag nehmen wir eine Taxe zum Jardin Majorelle und tauchen für gute 2 Stunden in die verzauberte Stimmung dieses schönen Gartens ein. Nachmittags finden wir dann, dank des guten Stadtplans in unserem Reiseführer und der Mithilfe einiger Passanten das Restaurant „Dar Cherifa“, ein aufwendig renoviertes Riad in der Medina. Es gefällt uns so gut, dass wir für abends einen Tisch reservieren und dann in ausgesucht schöner Atmosphäre lecker essen, je eine Pastilla – Walter mit Meeresfrüchten, ich mit Huhn (460DH mit Getränken und Nachtisch).

 

Insgesamt erscheint das Leben hier recht teuer, die Preise für Trockenfrüchte, die an den Ständen ausgewiesen sind, kommen mir kaum günstiger vor als bei uns (beispielsweise 150DH für 1kg Aprikosen). Unser Führer in der Kasbah in Ouarzazate hatte erzählt, dass er als Statist im Film zur Zeit 250DH + Essen pro Tag verdient und nannte das angemessen……

Freitag Vormittag besuchen wir die Medersa Ben Youssef, ein sehr eindrucksvoller Bau, der uns mit den Fliesen und den Stuckarbeiten sehr an Granada und Sevilla erinnert. Nachmittags sind wir Richtung südliche Medina – Mellah unterwegs. Hier werden gerade zahlreiche Bauten renoviert, insgesamt wirkt es hier nicht so „aufgeräumt“.

 

Samstag Morgen fährt uns unser Riadbesitzer zum Flughafen. Zum Abschluss sorgen wir noch für etwas Spannung, weil wir die Boardingtime verpassen…..wir stellen uns bei einem ½ Stunde später ebenfalls nach Madrid fliegenden Flugzeug an, wir werden ausgerufen, verstehen unsere Namen aber nicht …..na ja, um 13.15 sind wir dann über das Rollfeld zu unserem Flugzeug gespurtet ;-).

Resümee:

Wir sind froh, dass wir uns für eine geführte Reise durch Marokko entschieden haben. Während der Fahrten haben wir uns bei Conny und Tarik bestens aufgehoben gefühlt, auch die langen Reisestrecken bewältigt Tarik mühelos. Wir haben das Gefühl, dass Beide stets bemüht sind uns das „besondere“ Marokko nahe zu bringen. Da wir uns um keinerlei praktische Dinge kümmern müssen, können wir uns ganz darauf konzentrieren die vielfältigen Eindrücke zu genießen und merken auch im Nachhinein noch, wie nachhaltig diese Reise für uns ist……also noch einmal ein großes „Dankeschön“.

Geburtstags-Rundreise mit 2 Ehepaaren im Januar 2016

Teil 1 von Margit. Die Fotos sind von Tarik und sämtliche Kommentare unter den Fotos von Conny:

Marrokko Januar 2016

Tarik begleitet uns 12 Tage durch den Süden Marrokkos.
Vollgepackte 12 Tage, gut gepackte 12 Tage.
Die Hotels: Riads, Palais, Maison traditionelle, Oase, Landhaus, jedes für sich sehr originell. Gigantisch tolle Atmosphäre.
Die Zimmer:…..Naja, besonders die Badezimmer bedürften mal einer ordentlichen Renovierung.
Inshallah, vielleicht hat das naechste Hotel eine gut funktionierende Dusche.
Aber wer braucht schon ein Traumbad, wenn man mit Mustapha und seinen Dorffreunden mit Berbermusik auf der häuslichen Terrasse einen froehlichen Abend bei starkem Tee verbringen darf. (Die Schuhe verkaufst du aber schon etwas teuer lieber Mustapha)
Tee, ja, das ist wohl das allerwichtigste, oder vielleicht doch Zimt und Zucker?
Auf jeden Fall kann man auch Huehnchen mit Zimt und Zucker essen, als Nachtisch ein paar Gazellenfuesse und zum Abschluss Luisa.
Kasbahs, Guides, einer origineller als der andere .Adullah, du bist doch mindestens80, läufst du beim naechsten Marathon mit? Alles klar, keine Zeit, du begleitest jeden Tag Touristen 10 km weit, Aber ein kleiner Wettlauf mit Wolfgang ist drin.
Rachid, dein Trick mit dem Lichtwerfen ist grossartig und du bist ein echter Spassvogel.

Mohammed, du warst wirklich nie in Deutschland, alles durch RTL2 gelernt?

Grandiose Fahrten durch den Atlas. Danke Tarik, für deine ruhige besonnene Fahrweise.
Safran, Arganöl, Fleisch offen in den Auslagen, Garküchen im Ourikatal.

Kasbahs und Dörfer, die in der Landschaft verschwinden, weil sie einfach aus dem Material der Landschaft gebaut sind.

Wuseliges Marrakesch, Terrassencafes, Schlangenbeschwörer, Souks, Souks,Souks

..und die letzten Tage bei Saida. Hoffentlich passt die neue Jeans zu Hause noch.
Saidas Kochkuenste sind allein schon eine Reise wert…. Und der Geburtstagskuchen und das gegrillte Lamm. Saida, deine Luisa ist die Beste..

Besuch im oertlichen Hammam: nein , der Waschlappen löst sich nicht auf, dass ist deine Haut

Und nicht zuletzt:ein nagelneuer Duschkopf:-)!!! Danke Saida

Chokran Achi Tarik

Wir haben gespürt, dass es dir und Conny ein ehrliches Anliegen ist, Gästen dieses schöne Land nahe zu bringen

DSC01138
Ankunft in Marrakesch

Teil 2 von Bernd mit seinen eigenen Fotos. Auch hier die Kommentare unter den Fotos von Conny:

Marokko-Reise Januar 2016

Wir haben – bedingt durch den runden Geburtstag unseres Mitreisenden Wolfgang – das ursprüngliche Marokko im marokkanischen Winter gesucht. Gefunden und gebucht haben wir Tarik-Tours. Tarik hat uns zwölf Tage durch das südliche Marokko begleitet, wo er uns sein Heimatland beeindruckend näher gebracht hat.

17.01.2016

Aufgebrochen sind wir zunächst verspätet von Nürnberg (NUE) nach Frankfurt (FRA) um 10:40 Uhr. Der Weiterflug erfolgte dann ebenfalls verspätet um 12:45 Uhr nach Marrakesch (RAK). In Marrakesch angekommen fehlte uns ein Koffer, in dem sich unsere Kleidung befand.

 

Tarik Ommari, unser Reisebegleiter, hat nach unserer Ankunft bereits auf uns gewartet und hat uns herzlich in Empfang genommen. Es erfolgte die Weiterfahrt nach Essaouira, unserem ersten Etappenziel. Dort angekommen sind wir vom Parkplatz durch die Medina zu unserer Unterkunft, dem Riad Maisson du Sud, gelaufen. Unser verbliebenes Gepäck wurde uns mit dem Handwagen ins Riad gefahren. Nachdem wir das Zimmer bezogen hatten und es Zeit fürs Abendessen war, liefen wir zum Restaurant Le Petite Perle, das versteckt in der Medina liegt, und haben unser erstes marokkanisches Abendessen, eine Pastilla, genossen. Lecker, aber ungewöhnlich im Geschmack, ist dies eine Art Pfannkuchen mit Hähnchenfleisch, Zimt und Zucker.

18.01.2016

Den Tag verbrachten wir in Essaouira. Zunächst liefen wir durch die Medina zur Stadtmauer, die die Stadt zum Meer begrenzt. Entlang der trutzigen alten Wehranlage gelangten wir zum Hafen, der vom geschäftigen Treiben der Fischer, die ihren Fang anlandeten, geprägt war. Vom Hafen hatte man dann auch den schönsten Blick auf die alten Mauern von Essaouira. Am Nachmittag fuhren wir entlang der Küste zu einem wunderschönen, breiten Sandstrand. Später am Abend besuchten wir noch einmal das Restaurant Le Petite Perle, wo wir uns eine klassische, marokkanische Tajine einverleibten (Gabi, Hähnchen mit Gemüse, ich Rindfleisch mit Aprikosen und Mandeln).

19.01.2016

Geplant war die Weiterfahrt an der Küsten nach Agadir. Dadurch, dass ein Koffer nicht direkt mit uns nach Marokko gekommen war, mussten wir einen Umweg über Marrakesch fahren. Zu unserer großen Freude hatte es die Lufthansa doch noch geschafft, den Koffer ans Ziel zu transportieren. Mit einer großen Sorge weniger haben wir uns dann, leider über die Autobahn und nicht über die Küstenstraße, auf den Weg nach Agadir begeben, das wir am Abend erreicht haben. Hier konnten wir dann noch vor der Weiterfahrt zu unserem eigentlichen Tagesziel, Taroudant, von einer Anhöhe einen wunderschönen Blick über Agadir genießen. Taroudant erreichten wir wegen des Umwegs dann abends. Dort machten wir Station im Palais Salam. Zu Abend gegessen haben wir ausnahmsweise im Hotel.

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der fehlende Koffer ist abgeholt
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Ziegen im Baum auf der Strecke zwischen Marrakesch und Essaouira
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Margit überlegt sie mitzunehmen
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Erklärungen in einer Argan Cooperative zu Kosmetika, hergestellt aus Arganöl
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Natürlich gibt es auch was zum Probieren. Von links: Amlou (Mandeln, Arganhonig und Arganöl) wird auch gerne „Berber-Nutella“ genannt. Arganhonig und rechts Arganöl. Dazu wird frisches Brot gereicht und man tunkt es einfach in das entsprechende Gefäß
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Die Herstellung von Hand ist sehr aufwendig und nicht ganz einfach. Die Frauen sind aber sehr froh dieses Arbeit zu haben, denn für ihren privaten Gebrauch stellen sie dieses Öl seit Jahrhunderten her. Zum ersten Mal können sie jetzt damit sogar zum Lebensunterhalt ihrer Familie beitragen und Geld damit verdienen. Übel ist nur, dass auch die Industrie diesen kostbaren Rohstoff entdeckt hat und einen Großteil der Ernte aufkauft. Durch die industrielle Verarbeitung hat man einen höheren Ertrag und kann natürlich weit günstiger verkaufen. Am Ende nimmt es aber den Frauen ihre Arbeit
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Blick über Agadir von der Kasbah Oufella aus.
2016-01-20 2016-01-28 001 064
Der Eingang des Palais Salam in Taroudant

20.01.2016

Nachdem wir uns ausgeschlafen am leckeren Frühstücksbuffet gestärkt hatten, sind wir entlang der imposanten Stadtmauer Taroutants weiter durch enge Straßen und Märkte gelaufen. Ein Kaftan, den ich dabei entdeckt habe, musste unbedingt mit. Da Taroutant innerhalb der Stadtmauer noch immer einen großen historischen Kern hat, haben wir die Stadt mit der Kutsche weiter erkundet. Während der Tour haben wir bei einer Gerberei Halt gemacht, um uns erklären zu lassen, wie das alte Handwerk funktioniert. Gabi konnte dabei einem Erzeugnis nicht wiederstehen, weshalb sie die kleine Rucksacktasche dann nach kurzem Handeln auch erstand. Da der Stadtrundgang trotz Kutschenfahrt doch sehr anstrengend war, haben wir den Nachmittag genutzt, um uns zu erholen und zu entspannen.
Am Abend haben wir uns ins Restaurant Czey Nada begeben und Tajine mit Hühnchen bzw. mit Fleischbällchen (Kefta) gegessen.

21.01.2016

Morgens um 9:00 Uhr sind wir zu unserer nächsten Etappe Richtung Tafraoute im Anti Atlas aufgebrochen. Unterwegs haben wir Station in Agadir Tasguent, einer alten Speicherburg, Halt gemacht, um das interessante Gemäuer zu besichtigen. In der Burg befinden sich viele kleine gesicherte Kammern, in der die Dorfbewohner ihre Vorräte aufbewahren können. Im Anschluss sind wir bei einer Familie eingekehrt, um landestypisch zu Mittag zu essen. Tafraoute haben wir dann am Nachmittag erreicht, wo wir Station im Le Maison Traditionnelle in OmssnaT im Tal der Ammeln bezogen haben. Die restlichen 250 m dorthin mussten wir zu Fuß zurücklegen (und unser Gepäck auf dem Rücken eines Esels). Zu Abend haben wir ein Menü (Gemüsesuppe, Tajine mit Hühnchen und Obst) in der Maison gegessen.

die Mandelbäume blühen
die Mandelbäume blühen
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Ziegen sind wahre Kletterkünstler und scheinbar auch neugierig

22.01.2016

Am Vormittag besuchten wir das der Le Maison Traditionelle angeschlossene Museum, in dem uns die Aufteilung und die Abläufe in historischen Lehmhäusern der Berber erklärt wurden und wir eine traditionelle Teezeremonie erleben durften. Danach fuhren wir über Tafraoute zu den blauen Steinen bei Aoussift. Auf dem Rückweg hielten wir noch einmal in Tafraoute, wo sich die Männer von einem Coiffeur rasieren ließen. Zurück in der Maison haben uns nach dem Abendessen Mustafa und Rachid mit ihrer traditionellen Berbermusik unterhalten.

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Das Tal der Ammeln
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Die „blauen Felsen“ des belgischen Künstlers Jean Vérame

23.01.2016

Wir machten uns auf zu unserer nächsten Station, nach Ouarzazate. Unsere Unterkunft, das La Terrasse des Délices, erreichten wir über eine Buckelpiste in der Oasis de Fint, die etwas auswärts von Ouarzazate liegt. Unterwegs konnten wir die grandiose Landschaft des Anti Atlas genießen. Bei einem kleinen Abstecher nach Tazenakht besuchten wir eine Kooperative von Teppichweberinnen, wo wir uns haben zeigen lassen, wie die Wolle gesponnen, gefärbt und die Teppiche geknüpft werden.

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Im Anti Atlas gibt es noch viele gut erhaltene Agadire (Speicherburgen)
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heran gezoomt
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Frauen sammeln Viehfutter zwischen blühenden Mandelbäumen
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die für den Atlas typischen Terrassenfelder
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durch die starken Regenfälle vom Herbst 2014 immer noch kaputte Straßen
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in einigen Dörfern sieht es einfach immer unfertig aus
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eine kleine Cooperative wo Frauen Teppiche herstellen, die durch die Association verkauft werden. Auf diese Weise kommt der Erlös direkt bei den Handwerkerinnen an
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wunderschöne Muster und die Farben nur mit natürlichen Färbemitteln hergestellt. Grantatapfel, Henna, Safran usw
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mit einfachsten Methoden wird die Wolle gesponnen. Ich (Conny) hab´s auch mal versucht. Nicht einfach
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Das Muster haben die Frauen im Kopf. Jeder Handgriff sitzt
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Um zur UNterkunft in der Oasis Fint zu gelangen muss manches Abenteuer bestanden werden
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Es nützt nichts, Tarik, da musst du durch
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Die Oase Fint im Morgennebel

24.01.2016

Am frühen Vormittag brachen wir wieder auf, um in Ouarzazate das Filmmuseum zu besichtigen. Hier konnten wir uns durch die Filmkulissen einiger in Ouarzazate gedrehten Filme bewegen. Im Anschluss fuhren wir wieder durch grandiose Felsformationen nach Tamnougalt, wo uns Hischam, ein Berber als Guide, seine Kasbah gezeigt hat, die noch von einigen Familien bewohnt wird. Auf der Dachterrasse haben wir Kuchenschnitten oder Schnitzel, wie sie Tarik nennt, bei einem Glas Berberwhisky (Grüntee mit Minze) genossen. Auf dem Rückweg besichtigten wir dann in Ouarzazate noch die herrschaftliche Taourirt Kasbah, die auch schon als Filmkulisse gedient hat. Leider wurde die Kasbah bei dem großen Unwetter Ende 2014 stark beschädigt und muss restauriert werden.

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Tarik´s Schnittchen. Wenn er es ausspricht hört es sich allerdings wirklich eher nach „Schnitzel“ an 🙂
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Ksar Tamnougalte Ksar bedeutet: befestigtes Dorf. Innerhalb der Mauern leben viele Familien. Auch heute noch.

25.01.2016

Wir machten uns auf, unser letztes Ziel, die Domain Caro in Ourika bei Marrakesch, zu erreichen. Unterwegs hielten wir bei der Kasbah Ait Ben Haddou, die schon in mehreren Filmen, u.a. Gladiator, als Kulisse diente. Ein alter Berber, Abdou, nach seiner Ansage 87 Jahre alt, hat uns sehr sportlich mit viel Humor durch die Kasbah geführt. Danach sind wir durch das Atlas-Gebirge, teilweise eine Route, die Tarik mit uns erstmals erkundete, zu unserer letzten Unterkunft gefahren. Während der Fahrt, die über Tamedakhte, Telouet und Tizi N’Tichka führte, konnten wir wieder beeindruckende Landschaften, Schluchten und Serpentinen sehen. Angekommen, wurden wir von Saida und Jean-Michel herzlich begrüßt. Saida, eine ausgezeichnete Köchin, hat uns an den restlichen Abenden mit vorzüglichen marokkanischen Gerichten verwöhnt.

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Ait Benhaddou

26.01.2016

Die restlichen Tage unseres Urlaubs verbrachten wir in und um Marrakesch. Wir begannen deshalb heute damit, Marrakesch etwas näher zu erkunden. An der Koutoubia Moschee und ihrem Minaret vorbei begaben wir uns auf den Jaama el Fna Platz. Nachdem wir auf dem Platz herumgeschlendert waren, besuchten wir uns auf eine Terrasse, um bei einem NusNus das Treiben von oben zu bestaunen. Anschließend liefen wir durch die Suks zum Palais de la Bahia Palast, um diesen zu besichtigen. Zu guter Letzt fuhren wir noch zum Jardin Majorell, um die Gartenpracht zu bestaunen.

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Platz der Gaukler, oder Platz der Gehenkten oder ganz richtig: Djemma al Fna. Im Hintergrund das Minarett der Kotoubia Moschee. Das höchste Gebäude der Stadt

27.01.2016

Heute begannen wir schon beim Frühstück damit, Wolfgangs 60. Geburtstag zu feiern. Im Anschluss hat sich Wolfgang eine Fahrt in den Atlas mit einer kleinen Bergwanderung gewünscht. Wir sind deshalb mit dem Auto nach Imlil gefahren. Von da aus haben wir einige Höhenmeter nach oben und wieder nach unten bezwungen. Obwohl das anstrengend war, konnten wir dabei sehr schöne Ausblicke genießen. Abends hat uns Saida zu Wolfgangs Geburtstag mit einer gegrillten/gebratenen Lammschulter verzaubert. Das beste Lammgericht, das ich bis dato gegessen habe.

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heute hat Wolfgang Geburtstag

28.01.2016

Vormittags gönnten wir uns etwas Gutes und ließen uns in Ourika im Hammam verwöhnen. Anschließend machten wir einen Ausflug ins Ourika-Tal nach Setti-Fatma, wo wir noch einmal die beeindruckende Gebirgslandschaft bewundern konnten. Am Abend sind wir nach dem Abendessen nach Marrakesch gefahren, um den Jaama el Fna Platz bei Nacht zu erleben, zu riechen und zu schmecken.

29.01.2016

Nach dem Frühstück und dem Koffer packen fuhren wir ein letztes Mal nach Marrakesch. Unterwegs zum Flughafen kauften wir marokkanisches Gebäck. Im Gegensatz zum nicht ganz rund laufenden Hinflug fand der Rückflug nach Nürnberg via Frankfurt pünktlich und planmäßig statt.

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Das beste Mandelgebäck von Marrakesch gibt es bei AlFadl. Tarik kauft sie da immer zur Begrüßung für die Gäste und vor dem Abflug kommt dann meist der Wunsch auf, etwas mit nach Hause zu nehmen

Abschließend ist es Zeit Danke zu sagen. Danke an Tarik für die umsichtige, auf uns abgestimmte Begleitung, unter der wir Marokko ursprünglich und zum Teil abenteuerlich kennen lernen durften. Die gewählten Unterkünfte hatten sehr viel Atmosphäre, wobei die Ausstattung der Zimmer manchmal etwas mehr Komfort hätte bieten können. Sicher war die Wahl der Unterkünfte im Wesentlichen durch Tariks Ortskenntnisse und seine Kontakte in Marokko geprägt. Danke auch an Cornelia, die im Homeoffice die „Fäden gezogen“ hat, denn nur aufgrund ihres Engagements konnten wir hoffen, dass wir zwei Tage nach unserer Ankunft in Marokko unseren fehlenden Koffer in Marrakesch bekommen würden und damit der restliche Urlaub sorglos verlief.

2015 Marokko Tagebuch von Enno und Elke

Vorwort Um es vorwegzunehmen. Wir wissen nicht, was auf uns den größten Eindruck gemacht hat. Waren es die Zelte, in denen wir Tee getrunken haben und uns lange in den gemütlichen Kissen und Teppichen wohlgefühlt haben? Waren es die allgegenwärtigen Zeichen der aktiven Religionsausübung? Die überall an Felsen, Wänden, Häusern angebrachten Schriftzeichen „Allah ist groß“, war es der überall zu hörende Ruf aus den Moscheen? War es die herzliche Freundlichkeit der Leute, bei denen wir gewohnt haben? War es die unwirkliche Zurückgezogenheit des Dorfes Oumnesnate mit seiner tiefschwarzen Nacht und dieser absoluten Stille? War es der Holperweg, der nur mit Taschenlampen   zu begehen war? Vielleicht waren es auch die ersten Eindrücke von den Souks mit ihrem bunten Warenangebot, den sorgsam aufgetürmten Gewürzhaufen, den so ganz anders gekleideten Menschen und ihre Abneigung, fotografiert zu werden. Oder die vielen Katzen? Die Farben der Teppiche und Bilder, aber auch die immer wechselnden Farben in der Natur? Schwer zu sagen. Deshalb hier ein Bericht unserer Tour durch das wunderschöne Marokko. Vielleicht erklärt er ein wenig von der Faszination dieses für uns so schönen und freundlichen Landes.    
FR 12. Juni Von Quickborn nach Marrakesch 4 Flugstunden
10.45 Elke und Enno fahren zum Flughafen. Petra ist schon gestern aus Kiel nach Quickborn gekommen. Amelie werden wir am Flughafen treffen, Conny und Tarik, unsere Reiseorganisatoren sind bereits in Marokko, sie werden uns am Flughafen abholen. 13.35 h geht der Direktflug Hamburg-Marrakesch.
16.50 Landung in Marrakesch. 1 Stunde Uhr zurückstellen wegen der Zeitverschiebung. Tarik und Conny stehen schon mit dem 9-Sitzer-Peugeot am Flughafen bereit und fahren mit uns nach Essaouira am Atlantik, ca. 2 ½ Stunden Fahrt. Zunächst durch die Stadt Marrakesch mit erstem Eindruck vom Autogewimmel, Dromedaren am Straßenrand, Motorädern und Mopeds. Alles ziemlich wuselig.Auf der Fahrt kommen wir durch kleine, sehr ursprünglich aussehende Dörfer. Wir sehen verschleierte Frauen, mal ganz, mal halb, Leute auf Eseln mit schnellem Trippelschritt, Polizisten halten uns mehrfach an, prüfen, ob wir angeschnallt sind und winken uns dann gnädig durch. Die tief hängenden Wolken stehen in starkem Kontrast zu den gelb-braunen Feldern, die wiederum mit schwarzgrünen Olivenbäumen bestanden sind. Argan- und Olivenbäume, dazwischen auch mal Bananen. Auf der Straße hochbepackte Kleinlaster mit Zwiebeln, Landarbeiter auf ihren Eseln, Menschen, die am Straßenrand hocken und auf ihre Mitfahrgelegenheit warten. Der Himmel ist etwas bedeckt, die Temperatur so bei 25 Grad.Pause im Al Kasbah in Chichaoua im Hof einer einfachen Taverne mit leckerem marokkanischen Salat und unserer ersten Tajine, diesem uns nun die nächsten 14 Tage begleitenden Wundereintopf mit immer anderen tollen Zusammenstellungen.  Nach einer Stunde Weiterfahrt. Die Landschaft verändert sich im abendlichen Licht ständig und wir genießen dieses Schauspiel. Allein auf dieser Strecke ließe sich ein schöner Fotoband über die Farben der Landschaft erstellen.3 Tajine
22.00 Ankunft in Essaouira. Moderne, neue Strandpromenade. Parken vor dem Tor zur Medina, der Innen- oder Altstadt. Ein Kofferträger lädt unsere Koffer auf einen Handkarren und schiebt sie durch die vollen Gassen der Altstadt zum Riad „Maison du Sud“ in der Medina, einem großen alten Hotel mit zwei kleinen Innenhöfen und den direkt um diese Innenhöfe angelegten Zimmern, jeweils mit einem Wohnzimmer, Bad und einem oben gelegenen Schlafplatz. Farbenfroh dekoriert und ganz in marrokanischem Stil gestaltet. Sehr schön anzusehen.Koffer reinstellen und gleich los zum ersten Abendbummel. Kleiner Kaffee mit Keksen auf dem Marktplatz. Der erste sonor und klangvoll vorgetragene Ruf des Muezzin, der zum Besuch der Moschee aufruft. Hier auch die erste Begegnung mit den Bettlern, die uns von nun an ständig begleiten und die Tarik freundlich, aber bestimmt etwas auf Abstand hält. 23 Uhr, genug für den ersten Tag.4 Maison Sud
SA 13. Juni Essaouira 2. Tag
08.30 Frühstück mit Kaffee und Fladenbrot, Honig, Marmelade und einer Argan-Nusscreme, Amlou genannt. Ein wenig ungewohnt für uns, die wir immer auch morgens gern Wurst und Käse oder etwas Herzhaftes essen, aber dieses Frühstück wird uns fast durchgehend begleiten. Highlight jeden Morgen ist der frisch gepresste Orangensaft.
10.00 Gang durch die Stadt zur Stadtmauer mit schönem Blick auf das Meer. Vorbei an vielen Handwerkergeschäften, die gerade öffnen: magische Holzkisten mit versteckten Schlüsseln und andere Holzarbeiten aus Thujaholz gibt es zu bewundern, Dominosteine mit Steinen aus Perlmutt, wirklich schöne Bilder und Zeichnung und viele Dinge, die man unbedingt braucht. Auf der Mauer mit den alten Kanonen haben wir einen herrlichem Blick auf das Meer und die vorlagerte ehemalige Gefängnisinsel, heute Naturschutzgebiet. Weiter geht es zur Festung am Hafen mit wiederum schönem Ausblick auf das Meer und auf die Stadt selber, die weiße Stadt, wie sie auch genannt wird. Wir finden, zu Recht. Dann der Hafen mit den Fischerbooten in knallblauer Farbe. Hier wird der Fang vom Tage verkauft und genau gegenüber auf der Mauer stehen die Fischzubereiter, um den Fisch zu putzen und zu filetieren. Das lockt Katzen und Möwen an und wir Touristen kommen zu tollen Fotos. Kleiner Zwischenstopp mit Fischsuppe und Nizzasalat auf der Veranda eines im Marokko-Führer stark gelobten Restaurants. Der Ausblick und die Terrasse waren tatsächlich herrlich.5 Hafen
12.00 Bummel über den Stadtstrand. Badende Jungs, Kite-Surfer, vermummte und verschleierte Frauen mit ihren Kindern knöcheltief im Wasser. Am Ende des Strandes warten Dromedare (bzw. deren Besitzer) auf Reiter. Sehr fotogen, aber reiten wollen wir lieber nicht. Kleiner Kaffee in der Strandbar und dann durch die schmalen Gassen der Medina zurück zum Hotel. Freizeit, Lesen auf der Dachterrasse, Tagebuch schreiben, den Leuten unter auf der Straße beim Ausrufen zuhören.
19.00 Abendessen in der „La Petite Perle“. Noch sehr früh, als einzige Gäste werden wir aufmerksam bedient mit Couscous, Dorade und einer Tajine. Danach leckere Joghurts mit Honig und zum Schluss wieder marokkanischer Minztee. Nach dem Abendessen zurück auf die Stadtmauer, um den Sonnenuntergang zu sehen. Leider sind wir etwas spät dran, aber der Himmel zeigt sich von seiner schönsten Seite. Sonnenuntergang wird verschoben auf morgen.
22.00 Bummel durch den Souk mit seinem für unsere Augen überwältigenden Warenangebot. Gewürze zu kunstvollen Stapeln aufgetürmt, Getreide der verschiedensten Sorte malerisch in großen Säcken angeboten, Reis, Linsen , Kichererbsen, Hirse, rote Bohnen, rote Beete. Große Karren vollgepackt mit Kräutern: Minze, Rosmarin, Koriander. Hier sind die Einheimischen als Käufer in der Überzahl, andere Touristen sehen wir erstaunlich wenig. Die Frauen prüfen die Kräuter fachkundig, bevor sie kaufen. Ein buntes Gewimmel ohne Rempelei. Wir haben den Eindruck, dass die Menschen Berührungen auf jeden Fall vermeiden wollen. Trotz der Enge. Auch hier stehen die Bettler und bekommen zumeist von den Einheimischen hin und wieder ein paar Dirham zugesteckt. Für uns ist die Bettelei ungewohnt und befremdet eher, als dass sie uns zum Geben animiert. Kann sein, das das falsch ist, wir wissen es nicht. Gegen 23 Uhr schließen die Stände nach und nach. Essaouria geht schlafen, wir auch.6 Oliven
SO 14. Juni Sidi Kaouki 3. Tag
0.00 Heute wird die Uhr noch einmal um 1 Stunde zurückgestellt, wegen des bevorstehenden Ramadan, der am wahrscheinlich am 18. Juni beginnt. Tarik und Conny erklären uns dieses „wahrscheinlich“, das damit zusammenhängt, dass man nicht genau vorhersagen kann, an welchem Tag die neue Mondphase beginnt, wann also genau der erste Mensch meldet, dass er die Neumondsichel gesehen hat. Wir bekommen eine erste Idee davon, wie genau es mit den Regeln im Islam zu nehmen ist.
08.30 Vor dem Frühstück schon zwei Schritte vor die Tür. Essaouira erwacht, das Leben auf der Straße beginnt langsam, einige Händler bauen wieder ihre Stände auf, die Ladeneingänge werden mit Palmbesen sorgfältig gefegt. Angestellte gehen verschleiert oder ohne Schleier zu ihren Arbeitsplätzen. Die Sonne ist bereits da und wärmt uns. Ein schönes Bild. Nach dem Frühstück gehen wir zum Tor der Medina wieder hinaus zu unserem Wagen. Auf der engen und hügeligen einspurigen Straße nach Sidi Kaouki wird jeder Gegenverkehr, egal ob Auto, Fahrrad, Moped oder Esel, zu einer spannenden Überlebensfrage: Wer zwingt wen zuerst in die weiche Bankette? Keiner möchte so unmännlich sein, etwa vorausschauend dem Anderen die Vorfahrt geben. Das Spiel scheint sehr beliebt zu sein.
12.00 Am Strand von Sidi Kaouki erwarten uns Liegestühle und Sonnenschirme, eine heiße Mittagssonne, klares kaltes, herrliches Meerwasser inmitten einer Gruppe von Surflehrern, die auf Kunden warten und Dromedare und Reitpferde, die am Strand auf und ab geführt werden, um uns doch noch zu einem Schaukelritt animieren zu können.7 Strand
14.00 Nun noch gemütlich Minztee und leckeres Gebäck am Strand und dann steht die Fahrt mit dem Quad auf dem Programm. Nee, brauchen wir nicht, ist unsere erste Reaktion. Conny überredet uns sanft zu unserem Glück. Das mache richtig Spaß. Also rauf auf die Dinger. Zu bedienen sind sie tatsächlich denkbar einfach und das Tolle ist, es macht auch einen Riesenspaß. In Minikolonne   geht es an der Wasserlinie den Strand entlang und dann plötzlich einen steinigen, felsigen Hügel hinauf. Man denkt, das Quad kippt um, tut es aber nicht, nur bleibt es dummerweise schon mal einfach stehen wie ein Muli, wenn man die nächste Steigung nicht energisch genug angesteuert hat. Egal, der Vermieter fährt ja mit uns und bringt uns wieder auf Kurs. Conny sitzt bei Tarik hinten drauf und filmt unsere Easy-Rider-Tour.8 Quad
15.00 Suche nach Abdul, der am anderen Ende des Strandes eine eigengebaute Strandhütte hat und dort laut Tarik den besten Fisch der südlichen Halbkugel zubereitet. Leider hat ein neues Bauvorhaben Abduls Strandparadies hinweggespült. Vermutlich war es illegal hier und somit nur auf Zeit. Wir können nur noch klägliche Reste der Bebauung erkennen. Schade. Dann also zurück zum Hauptstrand und bei Momo in sehr guter Stimmung Salat und Fischplatte, Cola und Minztee. Wir können es nicht genau sagen, aber gegen Abdul muss er wohl noch etwas nachlegen.
17.00 Zurück nach Essaouira, kleine Pause, entspannen oder nur die tolle Atmosphäre auf den Gassen genießen. Danach wieder Aufbruch zur Stadtmauer, um heute den Sonnenuntergang nicht zu verpassen. Auf der Mauer sind alle guten Fotoplätze schon belegt, aber wir können inzwischen auch schon ein wenig klettern. Die Sonne lässt lange auf sich warten, aber dann verschwindet sie in schönsten Farben hinter einem Wolkenschleier im Meer. Foto, Foto, Foto.
22.00 Noch einmal über den herrlichen Souk von gestern. Es riecht nach all den wundervollen Kräutern und Gewürzen. Manchmal auch nicht so nasenfein. Bunt, laut, quirlig, fachkundig, übervoll und immer bedrängt von den Händlern, die hier aber noch recht schnell aufgeben und bei ihrem Dauerwerben meist charmant und lustig sind.
MO 15. Juni Agadir 4. Tag
10.00 Heute ist Reisetag. 5 Stunden Autofahrt incl. Pause und Fotostops sind geplant und werden es am Ende auch. Zunächst im Landesinneren auf der N1 in Richtung Agadir durch ein schon bekanntes Landschaftsbild aus Arganbäumen und Olivenanpflanzungen. Kurzer Zwischenstop in einem Hotel am Wegesrand, dort ein kleines Frühstück mit Fladenbrot, Honig, Olivenöl und dem schon bekannten Amlou, dazu starken, süßen Minztee. Weiter an der Küste mit einem weiteren Stop im wunderschönen Ort Taghazoute. Traumhaft schöne Strandseite mit bunter Häuserkulisse, einem kleinen, hübschen Fischerstrand mit Booten, Fischern, Fußball spielenden Kindern und einigen wenigen Mutigen, die sich im noch recht kühlen Wasser tummeln.9 Taghazout
14.00 Nur noch wenige km bis Agadir und dort gleich hinauf zum Aussichtspunkt auf einen Berg mit den Resten einer alten Kasbah, also einem alten eingefriedeten Dorf, von dem nach dem großen Erdbeben von 1961 nur noch Reste übrig geblieben sind. Wir haben einen sehr weiten Blick auf das neu aufgebaute Agadir mit seinem schönen Strand, der im Vordergrund ins Meer ragenden Marina und seinen vielen weißen Häusern. Mit Fischerei- und Industriehafen, mit Marine und eben der großen Marina für die vielen chicken Sportboote und Yachten.10 Agadir
16.00 Einchecken im Hotel „Afoud“, 15 Minuten vom Strand entfernt. Abendessen im Hotel. Danach Bummel zur neuen Strandpromenade. Hier wird Tariks neuester Familienzugang, Adam aus Belgien, mit Kuchen, Connies „Schnittchen“ und Kaffee in dieser Welt begrüßt. Anschließend Bummel über die Promenade und gegen 23.00 zurück zum Hotel. Hier erwartet uns ein schönes, riesiges Zimmer, in dem man sich auch verlaufen könnte. Wir sind sehr müde und zufrieden und freuen uns auf den morgigen Ausflug ins Paradise Valley.
DI 16. Juni Paradise Valley 5. Tag
10.00 Heute fahren wir ca. 20 km nördlich von Agadir in ein Naturschutzgebiet bis ins „Paradise Valley“. Die Fahrt geht entlang guter Straßen mit stellenweisem Schotterbelag. Wir fahren direkt bis zu einer Badestelle. Klein, aber mit angenehmer Wassertemperatur. Kleine Wanderung bis dorthin, baden, faulenzen und den anderen Leuten zuschauen. Elke hat sich gestern ein Magenproblem eingefangen, es geht ihr nicht so richtig gut. Hier aber kann sie sich in einer schattigen Taverne auf eines der Sofas legen und sogar ein wenig schlafen.11 Paradie valley
13.00 Nach ca. 3 Stunden brechen wir auf zu einer kleinen Taverne und essen dort die bereits morgens von Tarik vorbestellte Tajine. Sehr, sehr lecker und vor allem urgemütlich hier mit den bunten Sofas unter schattigem Palmdach. Wir bleiben ziemlich lange und genießen die schöne Atmosphäre, das Rauschen des Baches, den Schatten und die wunderschönen Farben der Landschaft. Und vor allem natürlich die herrlich warme Sonne.12 paradise essen
16.00 Zurück nach Agadir, dort Spaziergang über den weiten und sehr schönen Strand mit seinen zwei Strömungen und herrlichem Wellengang. Später am Abend im Hotel dann noch Abendessen auf der Terrasse. Sehr leckerer Fisch, leider bei unangenehm starkem und kaltem Wind. Den Rest des Abends in der Lobby, erzählen und Bilder anschauen.
MI 17. Juni Fahrt nach Tafraoute 6. Tag
10.00 Heute fahren wir zu unserem südlichsten Punkt der Reise, nach Tafraoute, wieder ca. 5 Stunden. Auf halber Strecke Beginn der Berge mit wundervollen Ausblicken auf wechselnde Berglandschaften.
18.00 Ankunft in Tafraoute. oder genauer gesagt, ins „Maison traditionelle“ in Oumnesnate. Tarik fährt den Wagen soweit es geht über abenteuerliche Holperwege bis zu einem kleinen Parkplatz. Dort steht schon unser Wirt Raschid mit seinem Esel bereit. Der ist links und rechts mit zwei riesigen Taschen ausgerüstet. Dort hinein werden unserer Reisetaschen (immerhin für 6 Personen) beladen. Der Esel scheint das zu kennen und trottet gutmütig über den holprigen und steinigen Weg. Manchmal rutscht er ein wenig aus oder das Gepäck verrutscht zu einer Seite, aber am Ende steht er ruhig vor einem sehr schönen Haus, in dem wir die nächsten 2 Tage wohnen werden. Die Zimmer sind bunt im Berberstil gestaltet, einfach, aber sehr schön. Das Dorf besteht aus ganz vielen Ruinen und einigen wenigen intakten Häusern, die am Berghang zu kleben scheinen. Es gibt keine richtige Zufahrt hierher, nur einen Lehm- und Schotterweg, der auch noch über einen Bach führt, der jetzt aber trocken ist. Malerisch. Verstärkt noch durch das herrliche Licht der Abendsonne, die Berge und Häuser in unbeschreiblich schöne Ocker-, Gelb und Brauntöne taucht.13 Rachid
19.00 Conny zeigt uns einen Spazierweg durch dieses merkwürdige Dorf. Wir klettern mehr, als das wir laufen an den Häusern vorbei und vermuten hinter der ein oder andern verfallen erscheinenden Hauswand recht komfortable Wohnungen. Unsere Maßstäbe von baulichen Normen nehmen sich hier ziemlich überflüssig aus. Anschließend gibt es das Abendessen auf der Dachterrasse des Hauses. Tajine mit Gemüse und Huhn. Wieder sehr lecker. Nach dem Abendessen gehen wir noch ein paar Schritte vor die Tür, was hier buchstäblich nur mit Taschenlampe möglich ist. Dadurch, dass es hier keinerlei Beleuchtung gibt, herrscht schwarze Nacht und die zeigt einen wunderschönen Sternenhimmel. Glasklar und wer sie kennt, kann alle Sternzeichen herauslesen. Vor allem aber kann man die Milchstraße sehen, den Schwarm aus Milliarden von Sternen, die in unserer hellen Zivilisation meistens unsichtbar bleibt. Dazu die absolute Ruhe, ein unglaubliches Erlebnis.14 Tal Ammeln
21.00 Tarik meldet uns, dass Raschid und seine Brüder Mohammed und Mustafa und ein paar Freunde Musik für uns machen wollen. Und sie machen es toll. Mit dem virtuos gespielten Banjo und einer ganzen Reihe verschiedener Trommeln, von einer Art Pauke bis zu kleinen Handtrommeln, die von allen Beteiligten mit großer Leichtigkeit und Freude gespielt werden. Dazu spielt Raschid auf einer Art Geige, die nur aus einer einzigen Seite besteht und mit einem Bogen aus Ziegenhaar gespielt wird und langgezogene Laute erzeugt. Gespielt wird über 2 Stunden lang Berberfolklore, die für uns sehr ungewohnt klingt und in der die einzelnen Motive sich in Schleifen wiederholen. Die Musiker haben einen Riesenspaß an der Musik und wir auch. Allerdings sind wir nicht ganz so tanzfreudig, wie man das wohl von uns erwartet hätte. Die Musiker zeigen uns dies aber gottseidank nicht. Ein wirklich schöner Abend geht dann so gegen Mitternacht zu Ende. Übrigens haben wir am nächsten Tag erfahren, dass mindestens einer der Musiker eigens für uns ganz aus Agadir geholt wurde und dann auch wieder dorthin zurückgefahren wurde. So viel Aufwand für eine Handvoll Touristen, das macht uns schon nachdenklich.15 Musik
24.00 Morgen beginnt der Ramadan und damit die Fastenzeit. Wichtigstes Thema: wann beginnt er wirklich, wann meldet wer einer Radiostation, dass er die Neumondsichel gesehen haben, was darf man, was darf man nicht, wer hält sich an die Regeln, wer nicht.
DO 18. Juni Tafraoute 7. Tag
10.00 Nach dem luftigen Frühstück auf der schönen Dachterrasse erwartet uns Mustafa, der Banjospieler, im Nebenhaus in seinem Heimatmuseum. Es ist ein über 400 Jahre altes Lehm-Berberhaus und wurde noch bis 1980 von Mustafas Vater bewohnt. Hier stellt uns Mustafa die intelligente Architektur vor. Wie also die Räume alle um eine zentrale Küche herum angelegt sind, wie Kühlung und Abzug und eine durchdachte Lichtführung funktionieren und wie die Kuh eine halbe Etage unterhalb der Küche ihr tristes Leben lebt. Danach wieder eine traditionelle Teezerenomie und das Anlegen der traditionellen Gewänder, hier mit Petra als Versuchsperson.16 Mustapha
12.00 Aufbruch aus dieser traumhaft schönen Herberge „Maison Traditionelle“ und dieser ungewohnten Umgebung. Gleich geht die Fahrt zu den bunten Felsen. Zunächst dachten wir, bunte Felsen, was kann das schon sein? Aber dann kommen wir auf eine Hochebene mit riesigen freiliegenden Felsbrocken, davon viele angemalt in grünen und rosa Pastelltönen. Es sieht sehr schön aus und gibt einen ganz neuen Blick auf diese Landschaft frei. Tarik hat einen Teppich unter einem schattigen Arganbaum ausgebreitet. Kleines Picknick im Schatten, faulenzen, Klettereien über die Felsen und dann nach einigen Stunden zurück.17 blaue Felsen
15.00 Auf dem Wege machen wir Kaffeepause in der Stadt Tafraoute, das allerdings wegen des Ramadan wie ausgestorben daliegt. Das wird sich sicherlich heute Abend ändern.
16.00 Rückfahrt nach Oumnesnate, duschen und den Tag genießen, später dann Abendessen mit einem Essen aus ganz dünnen Sphaghettinudeln, innen ein gebackenes Hühnchen und obenauf mindestens 1 Pfund Puderzucker. „Zifar“ genannt, sehr ungewohnt, sehr lecker und vor allem sehr süß. Wie immer, wird eine Riesenmenge serviert, von der wir nur einen kleinen Teil essen können, aber das ist sicherlich auch so beabsichtigt: es wird immer überreich aufgetischt.
21.00 Wir fahren noch einmal nach Tafraoute und erleben die Stadt mit ihrem schönen und wuseligen Souk. Hauptziel ist heute der Einkauf: Elke ist auf der Suche nach Sandalen, Amelie findet einen schönen Keramikteller, Conny und Tarik kaufen sich einen Teppich, Petra kauft Gürtel im Doppelpack und Enno findet am Ende ebenfalls einen schönen Gürtel. Das Ganze geschieht mit einem enormen Aufwand an Feilschen, Probieren, Palavern, mit Lachen, Schmeicheln, Abwehren. Alle Register der Verkaufskunst werden gezogen und alle Abwehrmaßnahmen der Käufer. Am Ende gewinnen wohl alle. Die Verkäufer erzielen überhöhte Preise und die Käufer wissen, dass sie hier trotzdem auf einem sehr niedrigen Preisniveau einkaufen. Alle sind zufrieden und das ist ja auch das Beste, was beim Handeln rauskommen kann.18 Gewürze
23.00 Wir nehmen noch einmal einen Kaffee Nous-Nous (halb-halb) auf der Straße und fahren dann wieder zurück ins Maison Traditionelle. Den steinigen Weg vom Parkplatz über den Bach und dann zum Haus müssen wir mit der Taschenlampe ausleuchten. Müde und zufrieden freuen wir uns über diesen schönen Tag, sitzen noch ein wenig auf der Dachterrasse, schauen den klaren Sternenhimmel an und lassen den Abend langsam ausklingen.

 

FR 19. Juni Fahrt nach Taroudant 8. Tag
10.00 Heute verlassen wir das liebenswerte Oumnesnate und fahren durch den Antiatlas in Richtung Taroudant. Erstes Ziel ist der Agadir Taschguent. Ein Agadir ist ein Dorfgemeinschaftsspeicher. Dieser liegt auf einem Hügel inmitten einer weiten Ebene. Eine Steintreppe führt hinauf, der Wärter wurde schon zuvor von Tarik über unseren Besuch informiert und schließt uns die große Holzpforte auf. Stolz zeigt er uns den kunstvollen Schließmechanismus der Verriegelung. Alles aus Holz und raffiniert gearbeitet. Der Agadir zeigt sich als große Anlage mit vielen einzelnen Lagerräumen, die neben- und übereinander um Innenhöfe herum angelegt sind und nur durch kleine Steinplatten, die in die Wand eingebaut sind, zu erreichen sind. Jede Familie aus den umliegenden Dörfern hat hier eine oder mehrere Lagerstellen, in denen sie ihre Vorräte, z.B. Getreide oder Salz oder aber auch ihre Wertsachen deponiert. Wilhelm Raiffeisen mag hier auf die Idee seiner Genossenschaftsbank gekommen sein.19 Tasguint
13.00 Mittagessen in unmittelbarer Nähe des Speichers in einem Wohnhaus. In der großen guten Stube werden wir mit Tee bewirtet, anschließend folgt, wie wir bereits kennen, die Tajine mit Gemüse und Huhn, danach Früchte und Kaffee. Ein kleines Mädchen schenkt uns Wasser nach und schaut sich diese bleichen Gesellen da etwas schüchtern genauer an. Wir lächeln und ernten ebenfalls ein verschmitztes Lächeln. Nach dem Essen zeigt uns der Wirt seinen kleinen Kunsthandwerksbetrieb im Erdgeschoss des Hauses. Elke, Petra und Conny finden hier die Schmuckobjekte ihres Lebens.
14.00 Jetzt folgt die Fahrt in die Berge, kurvenreich mit immer demselben Panarama: gelb-brauner Sand und Gestein, dazwischen grüne Oliven- und Arganbäume und manchmal auch eine kleine Fläche mit gelbem Getreide. 40 km vor Taroudent wechselt die Landschaft plötzlich. Im Übergang von Bergland zur flachen Tiefebene zeigen sich wunderschöne Bildmotive.20 Landschaft
20.00 Die Stadt Taroudant ist bei unserer Ankunft noch ziemlich ruhig. Unser neues Domizil, das „Palais Salam“ hat seinen Eingang direkt in der wuchtigen Stadtmauer und macht einen großartigen Eindruck. Ein altes Hotel, bei dem man an die Kolonialzeit denkt, öffnet sich und gibt den Blick frei auf eine große Gartenanlage mit einem Swimmingpool und vielen kleinen Schattenplätzen zum Lesen, Kaffee trinken oder einfach faul auf einer Liege liegen. Die Zimmer sind um einen Platz herum angeordnet, dort haben wir wiederum ein Swimmingpool direkt unter unserem Fenster. Bananenstauden, Palmen und andere exotische Pflanzen schützen vor der heißen Sonne. Wie im Paradies.21 Palais salam
Leider klappt es nicht mit der Verpflegung. Kein Personal, klagt der alte Ober und gibt sich alle Mühe, uns wenigstens noch eine Harisa, das ist eine Gemüsesuppe, die hier zum Ramadan gegessen wird, zu servieren. Wir nehmen dankbar an und denken, dass es wohl die Suppe gewesen ist, die für die Mitarbeiter selber bestimmt war. Aber die werden sich sicherlich irgendwie Ersatz beschafft haben. Die Suppe war lecker, aber nicht genug für ausgehungerte Touristen.
22.00 Kleiner Stadtbummel in Taroudant. Ein Glas frisch gepresster Orangensaft und ein kleiner Kaffee bei „Chez Nada“ an der Straße, ein Gang über den sich mehr und mehr belebenden Souk mit seinen hunderten von Läden. Der Ruf des Muezzins aus den verschiedenen Moscheen, Frauen schlendern in kleinen Gruppen durch die Straßen, immer mehr Händler öffnen ihre Ladenklappen. Dann fahren wir zurück ins Palais Salam und lassen diesen schönen Sommertag mit dem Futtern aller Reste von Obst und Keksen am Pool langsam ausklingen.
SA 20. Juni Taroudent 9. Tag
9.00 Gutes Frühstück am Schildkrötenteich. Kurzer Gang über die Stadtmauer mit schönem Blick auf die Stadt, weiter zum Souk. Dort sucht Amelie jemanden, der ihren Rucksack reparieren kann und Tarik steuert sicher durch das Gassengewirr bis zu dem Teil des Souks, in dem die Flickschuster und Schneider und Lederreparateure sitzen. Hier werden wichtige Handelsbeziehungen zum Erwerb von Schuhen und Ledergürteln angebahnt, die Abwicklung gestaltet sich dann aber ein wenig nervig. Amelies Rucksack wurde erstklassig genäht und wird die nächsten 50 Jahre ohne Probleme überstehen.22 Kräuter
Den Tag über verbringen wir mit Schwimmen, Lesen und Faulenzen im wunderschönen Park unseres wirklich tollen Hotels und am Abend gehen wir wieder in die Stadt.
19.00 Abendessen bei Nada im Straßenlokal mit einem leckeren Couscous. Danach Gang über den neuen Platz mit den Riesenbrunnen. Hier findet das öffentliche Leben statt, hier treffen sich die Familien, spielen die Kinder, betteln die Bettler.
23.00 Zurück im Hotel hören wir noch dem Knickhals-Lautenspieler am Pool zu, genießen O-Saft und Kaffee und die herrliche Stimmung. Was hat diesen Tag zu einem Erlebnis gemacht? Die Stadt hat keine besonderen Attraktionen, sie ist nicht einmal besonders hübsch anzusehen. Was den Besuch hier so lohnenswert macht, ist zum einen die wunderschöne afrikanische Hotelanlage und zum anderen ist es der Alltag, der hier bisher am deutlichsten zu beobachten ist. Die langen weißen, beigen oder braunen Mäntel der Männer, die Frauen in bunten Gewändern. Die Radfahrer, Autos, Esel, Mopeds zu einem heillosen Knoten verwickelt, durch die Souks wuselnd. Die umständlichen Prozeduren, bis endlich ein verkeilter Handkarren oder ein Motorrad an den Auslagen der Läden vorbeigeschoben und im Strom der Passanten wieder frei kommt. Alles von sehr viel Worten und Anteilnahme begleitet. Warum man überhaupt mit einem Motorrad mitten durch den Souk fahren muss, hat sich uns auch nach langer interessierter Beobachtung nicht erschlossen. Über allem liegt der scheinbar immerwährende Ruf des Muezzin und die Laute aus den Gebetsräumen der vielen Moscheen.23 Esel
SO 21. Juni Fahrt nach Marrakesch 10. Tag
8.00 Wieder Beginn des Tages mit kleiner Schwimmrunde im Pool, danach Treff zum Frühstück. Die Fahrt nach Marrakesch erfolgt auf der weitgehend gut ausgebauten Straße bis Agadir und von dort über die neue Autobahn nach Marrakesch.
Tarik fährt uns in das ca. 25 km südlich von Marrakesch gelegene „Maison Caro“. Von der Straße führt ein kleiner Holperweg zwischen den Feldern zu einem Haus mit einem Garten mit Liegeplätzen, Sonnenschirmen und einem wunderschönen Swimmingpool. Unsere Zimmer sind um die große Außendiele mit Essplatz herum angebracht. Mit Billardtisch und Tischtennisplatte und vor allem mit offenem Blick auf den schönen Garten.

24 Terrasse

Ankommen, ausruhen, ein wenig schwimmen und dann so gegen 20 h zeigt die Wirtin, Saida, erste Zeichen ihrer Kochkunst: Couscous-Salat mit Zitronenöl und Minzblättern: super lecker. Danach sitzen wir alle um den großen Tisch herum, spielen Uno und lassen uns vom Flair dieser Unterkunft einfangen
00.30 Ende dieses Reise- und Faulenzertages

 

MO 22. Juni Marrakesch 11. Tag
8.00 Nach Frühschwimmen und Frühstück fahren wir 25 km nördlich in die Stadt Marrakesch. Der große Platz, der Djemaa el Fna, ist noch ziemlich leer, nur wenige Händler sind schon da und auch ein Schlangenbeschwörer. Langer Gang durch die schon gut besuchten Souk-Gassen. Hier kaufen wir schöne Lampen und Teller. Wir besuchen eine „Apotheke“ mit Erläuterung der angebotenen Kräuter und ihrer Heilkraft. Besonders angetan hat uns ein Heilkraut (Name vergessen) das für „alles“ gut ist. Also dann.
13.00 Anschließend Besuch des Jardin Marjorelle, von Yves Saint Laurent gestalteter sehr schöner Garten mit Wüstenpflanzen, Bambus und mit bunt bemalten Vasen und keramischen Mosaiken, die diesem Garten einen ganz eigenen Charakter geben.
16.00 Zurück im Maison Caro zum schwimmen, faulenzen und sonnenbaden. Zum Abend wieder eine leckere Tajine mit geschmortem Rinderfleisch, Backpflaumen und Mirabellen. Was wir über die marokkanische Küche herausgefunden haben: es schmeckt alles sehr lecker, ist immer mit viel Zimt, Kardamom und Minzblättern und vor allem Koriander gewürzt. Immer lecker, aber immer süß, das ist für uns schon etwas gewöhnungsbedürftig.
DI 23. Juni Wanderung in Qurika 12. Tag
11.00 Der Tag beginnt wieder immer mit „Frühsport im Pool“, Frühstück mit Pfannkuchen, Honig, Amlou und Marmelade und einem leckeren Omelette. Danach Abfahrt nach Ourika, einem schönen Touristenort mit einem langgezogenen Dorf. Ziel ist der gleichnamige Bach, an dessen Ende sich ein Wasserfall befindet, der diesen Bach speist. Dort angekommen, findet Tarik einen Führer, Hussein, der uns den Kletterweg über die Felsen zum Wasserfall zeigt. Ziemlich steil und abenteuerlich. Von allein wären wir nicht auf den Gedanken gekommen, dort hinaufzuklettern. Aber Hussein hat den Wettlauf seiner Mitbewerber durch besondere Beharrlichkeit gewonnen und ist nun für diesen Tag unser (sehr freundlicher) Führer.
Oben nach einigermaßen unsportlichem Heraufkrackseln belohnt uns ein Glas eiskalter frischer Orangensaft und ein herrlicher Blick auf den nicht übermäßig großen Wasserfall. Ganz Mutige gehen hier baden, wir, außer Tarik, gehören nicht dazu.
Nach ein paar Stunden mit Rast und kleinem Imbiss in einem der schönen bunten Tavernen geht es den weniger schwierigen Weg über den Bergrücken zurück. Allerdings zunächst noch über eine Leiter weiter hinauf, damit wir die Einstiegs-Ebene erreichen können. Hussein geleitet uns wieder zurück bis zu unserem Auto.
Im Maison dann lockt der Pool, die Abendsonne und die Vorfreude aus Saida´s leckeren Couscous mit Würstchen.

 

MI 24. Juni Stadttag Marrakesch 13. Tag
10.00 Gleich nach dem Frühstück geht es nach Marrakesch. Über den großen Platz und durch den alten Markt mit den vielen Ständen mit Obst, Gewürzen, Lederwaren, Tellern, Bildern, Haushaltwaren. Mit seinem Gerüchen, seinem vielfältigen Lärm und seiner teils geschäftigen, teils schläfrigen Betriebsamkeit.
Wir machen noch einen Abstecher zur neuen Mall von Marrakesch, die demnächst eröffnet wird, sehr modern aufgezogen ist und sicherlich eine neue Attraktion von Marrakesch werden wird.
Zurück im Maison Caro verbringen wir die Zeit bis zum Abend wieder mit faulenzen, schwimmen und lesen. Nach dem wieder sehr leckeren Abendessen mit Blätterteig und Hühnchen und viel Zimt und Zucker fahren wir wieder in die Stadt, diesmal, um sie im abendlichen Trubel zu erleben.
22.00 An der großen Moschee sehen wie Hunderte von Betenden, für die in der Moschee kein Platz mehr war und die deshalb auf ihren mitgebrachten Gebetsteppichen knieen und im gemeinsamen Gebet mit dem Muezzin versammelt sind. Alle in langen Gewändern, die meisten in Weiß, manche in Grau- und Brauntönen.
Auf dem Djemaa el Fna, dem „Platz der Gehenkten“ sind viele feste Stände aufgebaut. Der Platz ist aber nicht so voll belegt, wie wir uns das vorgestellt haben. Bei einem Nous-Nous auf der Dachterrasse des Hotels „Cafe des France“ haben wir einen sehr guten Überblick über den gesamten Platz und verfolgen aufmerksam das Geschehen unten.
Der Platz füllt sich mehr und mehr, wir sitzen zusammen und essen Spieße und schauen den Bettler, Händlern und Gauklern zu. Vielleicht liegt es am Ramadan, dass gerade dieser Platz, den wir aus Filmen und Berichten schon zu kennen glaubten, nicht den gewaltigen Eindruck auf uns gemacht hat, wie andere Dinge auf dieser Reise das durchaus getan haben.
01.30 Spät in der Nacht verlassen wir Marrakesch entlang einer Reihe von müden und außer Rand geratenen Kutschpferden und fahren zurück in unserer Unterkunft. Noch ein wenig klönen, über das, was wir erlebt haben und dann gegen 02.30 h Ende dieses Tages.
DO 25. Juni Wanderung in Imil 14. Tag
11.00 Heute ist unser letzter Abenteuertag und der führt uns nach Imlil im Parc National de Toubkal. Die Nacht war kurz, wir haben lange geschlafen und fahren so gegen 11.00 h in die Berge. Der Weg führt über Ourika und Asni und Tanaoute bis nach Imlil.
Der Weg hinauf zum kleinen Bergdorf führt durch schattige Baumbestände und buchstäblich über Stock und Stein aufwärts. Nach ca. 1 ½ Stunden sind wir oben. Zwischendurch immer mal eine kleine Verschnaufpause (als Fotostopp getarnt)., Schöne Aussicht auf die Berge mit sehr vielen Wanderwegen, die alle zu einem, wenn auch noch so winzigen, Bergnest führen. Im Dorf angekommen, verstecken sich die Frauen vor uns, erwidern aber kurz und freundlich unser Bonjour.
16.00 Abstieg auf leichtem, etwas staubglattem Weg. Die Nachmittagssonne taucht „unser“ Bergdorf in wunderschöne monochromatische Brauntöne.
18.00 Rückfahrt über die serpentinenreichen Berge. Auch hier herrliche Farben der Berge und Felder. Jetzt vom braun wechselnd in eine Farbpalette grün-gelb-braun. Spätes Abendessen um 20.30 h, toller Kartoffelsalat mit Eiern, danach Hühnchen mit Zitrone. Wieder Spiele spielen, klönen und um Mitternacht auch diesen letzten Tag beenden.
FR 26. Juni Rückflug nach Hamburg Ende
Heute werden wir um 16.00 h nach Hamburg zurückfliegen, dabei die Uhr wieder 2 Stunden vorstellen und gegen 23.00 h Ortszeit in Fuhlsbüttel landen. Die Zeit genießen wir wieder mit Schwimmen, faulenzen, Bilder betrachten, Gästebuch schreiben, Packtaschen füllen. Später dann auf dem Wege zum Flughafen noch ein letztes Nous-Nous in Marrakesch und dann Abschied von Tarik, der noch eine Woche in Marokko bleibt. Conny fliegt mit uns und von ihr verabschieden wir uns am Hamburger Flughafen.
Hier endet unser Reisebericht über eine Reise, die aufregend und schön für uns war, die uns sehr viele neue Eindrücke gebracht hat, die uns ein wenig das Wesen des Islam erspüren ließ und die von unseren beiden Veranstaltern und Freunden Tarik und Conny auf sehr liebenswerte und kompetente Weise gestaltet wurde. Herzlichen Dank dafür.

 

 

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2015 Marokko Tagebuch

Unsere Reise nach Tan Tan zum „Moussem“ in den Süden Marokkos vom 19. Mai – 02. Juni 2015

Erster Tag/ 19. Mai

Ankunft in Agadir: erwartungsvoll sitzen wir am Flughafen und warten auf Tarik, der uns abholt und gleich nach Taroudant weiterfährt, wo wir die erste Nacht verbringen.

Auf der Straße kommen wir an großen Bananen-Plantagen und Anpflanzungen mit Arganbäumen vorbei. Interessant zu sehen, denn Arbanöl gilt als das weiße Gold Marokkos. Später in den Souks, werden wir dann auch die Gerätschaften sehen zur Herstellung des Öls.

Unser Hotel Palais Salam liegt gleich an der Ostseite der Kasbah und wir bekommen schon mal einen ersten Eindruck der vornehmen Pracht einer alten Pascharesidenz mit mehreren Innenhöfen, prächtigen Gärten und wunderschön ornamentierten Innenräumen und Holzschnitzereien an Türen und Toren. Sehr inspiriert daher auch unser erstes Abendessen unter blühenden Bäumen im Garten.

Zweiter Tag/ 20. Mai

Spaziergang durch die Stadt Taroudant, auch „Klein Marrakesch“ genannt, mit seiner die Stadt vollständig umgebenden dicken Lehmmauer, Türmen und Toren, Blick von der Stadtmauer und ein erster Bummel durch die Souks in der Medina. Aber wir sind noch nicht auf kaufen eingestellt, sodaß erstmal nur schauen angesagt ist.

Aber Christl wird doch fündig, zwar kein Besen, aber ein Ding aus Stroh hängt vor einem Geschäft, und nachdem der Widerstand der Geschäftsfrau überwunden ist, tauscht es Christl gegen Kugelschreiber ein, bißchen Geld auch, und bekommt so einen Schutz gegen böse Geister – das ist doch was. Zurück ins Hotel dann mit der Pferdekutsche.

Am Nachmittag Weiterfahrt nach Tafraoute. Eine zuerst bißchen langweilige Fahrt, die aber landschaftlich immer reizvoller wird, je weiter wir an der Südwestflanke des Anti Atlas entlang kommen, vorbei an wildromantischen Bergtälern und in die Hänge hineingebauten Weilern, überragt von bizarren Granitfelsen.

Große Überraschung: Wir werden in einem solchen alten Haus mitten unter verfallenen Häusern wohnen, das einer Berberfamilie gehört, die es erhalten und als Maison d`hote hergerichtet hat. Adresse: Oumesnate-Tafraoute. Nach einem kleinen Anstieg werden wir mit einem wunderschönen Ausblick belohnt, und genießen es, in einem etwas anderen Gästehaus zu sein, und: das Gepäck wird mit einem Esel hoch gebracht. Abendessen und Frühstück gibt es auf der Terrasse mit Sicht auf die erdfarben getünchten Häuser und Ruinen und die faszinierende Landschaft. Und täglichem Ruf des Muezzins.

Dritter Tag/ 21. Mai

Fahrt zum Tal der Ammeln, lt. Reiseführer eine der grandiosesten Landschaften des Antiatlas, und so empfanden wir es auch. Beim Wandern durch die Schlucht am jetzt ausgetrockneten Flußlauf entlang, vorbei an Mandelbäumen, Oleanderbüschen und Palmen stauneten wir über die schroffen Granitwände, die immer neuen bizarren Felsformationen und -farben, die das Licht reflektierten und immer neue Varianten hervorbrachten. Man konnte kaum alles aufnehmen, was sich da an Schauspiel bot, echt beieindruckend.

Nachmittags schauten wir dann noch die „bemalten Felsen“ an, Granitfelsen mit tyoisch zugerundeten Verwitterungsformen, sog. Wollsackverwitterung. Sie sind einfarbig, z.T. in hellem Blau oder Rosa oder lellem Lila bemalt und wirken wie Kissen in Felsenhänge, die dadurch eine ganz andere Wirkung bekommen, wie auch die Bemalung die Form der einzelnen Felsen / Steine ganz anders wirken lässt. Zu meiner eigenen Überraschung gefiel mir das ganz gut.

Das Essen im Haus ist typisch marokkanisch: Tajine, mal mit Huhn, Rindfleisch, mit gekochtem Gemüse und Kartoffeln, einmal Reis mit Zimt. Heute schmeckte es mir am besten mit richtig arabisch gewürzten Hackbällchen. Und zum Frühstück lerne ich Amlou kennen, Berber-Nutella, wie Tarik sagt, als Brotaufstrich, auch lecker.

Und für den Abend, nach dem Abendessen, hatte Tarik einen Abend mit Berbermusik organisiert: der Herr des Hauses, hatte seine Musiker-Freunde zusammen gerufen und sie kamen aus der Stadt, um hier auf der Terrasse für uns zu spielen. Dazu wurde Tee getrunken, der in der typischen Zeremonie von einer Art Teemeister aufgebrüht wurde. Basis ist grüner Tee mit frischen Minzblättern aufgegossen und gesüßt, der erste und zweite Aufguss wird weggeschüttet, und nach einem dritten und vierten Hin- und Hergießen wird in hohem Bogen, damit Schaum entsteht – eine Kunst – der Tee in die Gläser gegossen. Und er schmeckt sehr gut.

Die Musik: verschiedene Trommeln, Banjo und Gitarre, schön auf Dauer bisschen eintönig. Und nachdem zwei der Frauen des Hauses tanzten – immer bemüht, den Schleier oben zu behalten – haben wir ein bisschen mitgetanzt.

4. Tag/ 22. Mai

Fahrt zu einer Speicherburg, Agadir genannt. Vorher noch am „Chapeau Napoleon“ genannten Felsen vorbei, ein unbedingter Fotostopp!

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Weiter dann nach Tasguint, wo die Speicherburg ist. Schon der Blick hinauf – sie liegt höher als das weite Land davor- war beeindruckend. Richtig wehrhaft sah sie aus, trutzig mit dicken mauern und Turm. Oben trafen wir dann einen Wächter, der uns einließ und rundführte. Und uns einen Codex zeigte.

Ich habe später in einer Karte zu dem Antiatlas dann darüber gelesen: diese Getreidespeicherburgen sind die kulturelle Hauptattraktion des Antiatlas mit hermetisch nach außen abschließender Mauer und einem verschließbaren Eingangstor. Es gibt einen zweiten Mauerring, in den man nur durch eine weitere verschließbare Eingangstür gelangt. Der Innenhofkomplex zwischen beiden Mauern, in dem früher handwerkliche Dienstleistungen angeboten wurden (z.B. Schreiner, Schmied, jüd. Schmuckhändler) und sich mind. 1 Zisterne (Matfinya) als Wasserreservoir befindet. Innerhalb des zweiten ummauerten Komplexes dann der eigentliche Agadir mit den Vorratskammern.

Das ummauerte Terrain eines Agadir gilt als heiliger Bereich mit Friedenspflicht (Horaum). Jeder Agadir besitzt einen schriftlich fixierten Codex, in dem die Rechte und Pflichten der Agadir-Gemeinschaft peinlich genau geregelt sind. In jedem Dorf verfügt eine Person über den Schlüssel, eine von der Dorfgemeinschaft eingesetzte Vertrauensperson ist für die Bewachung zuständig, der sog. Amin.

Eine Speicherburg birgt Speicherkammern für Getreidevorräte der umliegenden Bauern, ca 100 Kammern, die übereinander liegen und z.T. nur erreicht werden können, wenn die Vorräte in einer Art kette weiter hoch gereicht werden. Architektonisch hoch interessant, wie die Vorratskammern angelegt waren, mit Steinplatten als Stufen halsbrecherisch nach oben geschachtelt und raffiniert platzsparend gestaffelt, atemberaubend schön, gebaut in diesen einfachen materialien Stein und Holz. Und beim Blick über das Land da unten spürte man irgendwie eine Ahnung von dem Schutz den die Burg bot.

Das Mittagessen hatte Tarik bei einer Berberfamilie im Dorf unterhalb des Agadirs organisiert: im großen Familienraum, den die Berberhäuser für Familienzusammenkünfte haben, bekamen wir Tajine, Kuchen und Tee. Zum Abschied verteilte Christl dannKugelschreiber an die Kinder, und wie nett, wir beide bekamen eine sehr schöne Kette aus Argannüssen geschenkt.

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Am Spätnachmittag besuchten wir dann noch das unserem Haus angegliederte Berbermuseum, in dem die alten Gerätschaften, die Aufteilung des Hauses, die Küche und Wohn- und Schlafräume gezeigt werden, alles dunkel, eng und klein, aber alles zweckmäßig. Und wir erfahren, dass die Frauen für ihr Geschäftchen in den Kuhstall gingen, nicht die Männer!

Fünfter Tag/ 23. Mai

Weiterfahrt, jetzt schon Richtung Tan Tan, wir wissen noch gar nicht wo wir heute übernachten werden. Unterwegs bekommen wir von Einheimischen einen Hinweis auf eine landschaftlich viel schönere Route, was sich – nach anfänglicher Enttäuschung – als absolut zutreffend bestätigt. Eine atemberaubende Landschaft liegt unter uns, mit tiefen Schluchten, eingekerbten Tälern, in immer neuen Formationen und Strukturen, und in den Tälern grüne Palmen, sehr malerisch. Gut, daß wir dem Tip gefolgt sind. Das hatten wir nicht erwartet.

Die steinige Straße führt wieder ins Tal, nach Igmir, wo wir eine kurze Pause einlegen, und mal wieder Omlette essen – entwickelt sich zum Favoriten für uns – diesmal mit Arganöl.

Und weiter geht es zur letzten Station vor Tan Tan: Borj Biramane. Eine sehr hübsche Anlage, von Franzosen entworfen und gebaut, die Zimmer in geschmackvollen einzelnen Bungalows im marokkanischen Stil, oder wahlweise Berberzelte.

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Nachdem wir schon am Nachmittag angekommen sind, nutzen wir die Gelegenheit, das nah gelegene Dorf Icht zu besuchen, zu Fuß erreichbar, am ausgetrockneten Fluß entlang. Wir wurden angekündigt und Abdullah erwartet uns schon. Interessant den alten Dorfkern zu sehen, ganz umschlossen von dicken Lehmmauern, und darin bekommen wir ein altes dreistöckiges Haus gezeigt, das Haus von Abdullahs Großvater, die Räume niedrig, eng, dunkel. In diesem Bereich auch die alte Moschee, und die alten Gänge innerhalb der Mauern, die alle Wohnungen verbinden. Inzwischen sind diese Wohnungen verlassen, die Dorfbewohner leben außerhalb des Dorfkerns. Um diesen Kern gibt es noch Gärten, bewässert nach wie vor von den alten Bewässerungsanlagen, die immer noch funktionieren. Abdullah sagte uns, sie hätten immer Wasser gehabt im Dorf. Er lädt uns dann noch ein zum Tee, was wir natürlich annehmen.

Sechster Tag/ 24. Mai

Und nachdem wir in unserer Auberge erfahren haben, daß es Felszeichnungen in der Nähe gibt, machten wir gleich für den nächsten Tag eine Führung mit Abdullah aus, der sich auskennt. Wir fahren ca. 24 km entfernt zu einem weiten Flußtal, gesäumt von Felswänden, und Abdullah zeigt uns die Felsen, in die die Zeichnungen geritzt sind. Gazellen sind zu erkennen, eine große Antilope, Büffel, eine Kuh, auch ein kleiner Mann mit Bogen, sehr beeindruckend. Es sind verschiedenen Stellen, an denen sich Felsen mit Zeichnungen finden, weit verstreut von vermutlich Wetter, Wasser und Wind in diesem Tal. Und an anderer Stelle, bei Agert nahe dem Hotel, im Sand zu Füßen der Felswände, liegen auch nochmal in der ebene verstreut Felsbrocken mit Felszeichnungen, wie vom Himmel gefallen. Ohne Abdullah hätten wir die nie gefunden.

Beim Rückweg spazieren wir noch zu einer Kasbah, Kasbah Ait Harbi. Kasbahs sind opulente Lehmburgen, ursprünglich Wohn- und Schutzburgen an strategisch wichtigen Handelspunkten, die meisten allerdings erst aus dem 19. Jh., und heute verfallen.

Siebter Tag/ 25. Mai

Das Ziel unserer Reise, das „Moussem in Tan Tan“ rückt näher, und es gibt immer neue Eindrücke: neben der Straße vor Guelmin, sehen wir eine große Dromedar-Herde, Fotostop muß sein. Netterweise lädt uns einer der Hirten sogar zum Tee, und wir erfahren, daß ein Dromedar einen Wert von ca. € 2500 hat. Die Hirten sind ca. 1 – 3 Monate bei der Herde draußen und übernachten in Zelten. Bisher hatten wir immer wieder im vorbeifahren große, oft sehr große Ziegen- und/oder Schafherden gesehen, aber noch nie Dromedare.

Nach Kaffeepause in Guelmin, endlich Tan Tan. Ein Freund von Tarik hat für uns ein Apartment in Tan Tan Plage gefunden, denn die Hotels waren alle ausgebucht. Und von ihm kommt die Information, daß es ab 16 Uhr in Tan Tan losgeht, das große abgegrenzte Feld haben wir schon gesehen.

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Das Moussem wird von der Unesco als Kulturerbe anerkannt und ist ein Treffen der Stämme der Sahara. Als wir ankommen, strömen schon die Leute, und wir mit ihnen. Die Emirate und Tunesien haben außer Marokko ein Zelt aufgebaut mit typischem Handwerk und Kleidung. Gut, daß wir gerade noch rechtzeitig  mitbekommen, daß das Kamelrennen schon begonnen hat, wir stellen uns in die Nähe des Ziels, um alles mitzubekommen. Und wie die Teilnehmer ins Ziel kommen, manche treiben ihre Kamele mit Schreien und Füßen an, manche hochaufgerichtet, halten die Zügel ganz hoch, manche hängen mehr als daß sie noch reiten, wieder andere fallen fast vom Kamel, aber alles sehr spannend. Fernsehen ist da, und auf einer Tribüne wohl wichtige Zuschauer. Und alles begleitet vom arabischen Triller der Frauen. Schön ist, daß man so ganz nah dran ist, nur mit einem Balken abgegrenzt, so kann man die Tiere sehr schön beobachten, z.B. den Schaum um das Maul der Tiere, die schon gelaufen sind. Und die Besitzer, die die Ergebnisse diskutieren.

In der Zwischenzeit reiten Männer mit blauen Burnussen und schwarzen Turbanen auf ihren Kamelen zu dem großen Feld, ein sehr stolzes Bild. Sie lagern am Rand des Feldes, wo jetzt wohl die „Fantasia“ beginnt, die Reiterspiele. Die Pferde und ihre Reiter kommen aus den einzelnen Regionen Marokkos, die Pferde reich geschmückt, die Reiter in unterschiedlichen Trachten und Farben. Ein prächtiges Bild! Die Zügel in der linken, einen Vorderlader in der rechten Hand, sammeln sie sich mit ihrer jeweiligen Gruppe in einer Reihe und galoppieren los, dann Gewehr hoch und dann ein sehr schneller kurzer Galopp, der mit einem Schuß in den Boden, bei manchen auch in die Luft, beendet wird. Und die Pferde zum stoppen gebracht werden.

Und so kommt eine Gruppe nach der anderen dran, immer der gleiche Ablauf. Das ist schon beeindruckend, und schön anzusehen, wenn wir auch ein bißchen enttäuscht sind, daß gar nichts anderes mehr kommt. ‚Eine Musikgruppe spielt noch vor der Tribüne, aber das sehen wir nicht so gut. Später reiten dann auch noch die Reiter auf ihren Dromedaren eine Runde, schön anzusehen. Aber: Von Tänzen oder mehr Musik, was wir erwartet hatten, leider nichts.

Reihen von braunen Berberzelten säumen das Feld, in manchen sitzen Familien oder Vereine/Freundeskreise und trinken Tee. Netterweise werden wir auch zu Tee eingeladen, von einer Frau, die anscheinand einem örtlichen Verband angehört. Eigentlich muss man immer viel Zeit haben, wenn man zum Tee eingeladen wird, es wird erwartet, daß man dann auch bißchen redet und redet und….die Berber reden sehr gerne lang und viel.

Apropos reden, ich werde nachmittags vom Fernsehen interviewt, wie es mir gefällt. Am Abend setzt sich das Fest dann auf Bühnen mit unterschiedlichen Musikgruppen fort. Wir sind in Tan Tan Plage geblieben und sehen zwei Gruppen, die einen mit Musik aus den Emiraten, mit unterschiedlichen Trommeln, und eine Gruppe nur mit Damen, in einer irgendwie strengen Kleidung und fremd klingendem Gesang. Mehr schaffen wir an diesem Abend dann nicht mehr.

Am nächsten Tag dann, 26. Mai, das gleiche Programm, diesmal können wir es von der Tribüne aus erleben, was nochmal einen anderen Blickwinkel ergibt. Heute sind zwei Gruppen von Kamelreitern da, eine Gruppe bietet eine richtige Choreographie, was mit anhaltenden Trillern der Frauen belohnt wird. Und die Reiter sehen so stolz aus in ihren blauen Burnussen und schwarzem Turban. Und die Kamele sowieso mit ihrem hochgerecktem Kopf und wiegenden Gang.

Leider ist es nach wie vor kalt, uns ist kalt, der kalte Wind macht uns ziemlich zu schaffen, wir hatten ja Hitze erwartet und sind gar nicht auf Kälte eingestellt. Daher gehen wir zum Abendessen lieber in das Restaurant des Hotel Kasbah, und haben keine Lust mehr auf open air Musik.

Der 27. Mai sollte eigentlich der letzte Tag des Moussem, der Abschluß sein, aber niemand weiß das so recht. Wir machen daher erstmal eine Fahrt zu den Sanddünen an der Mündung des Flusses Draa in den Atlantik, einer Art Naturpark und spazieren am Meer entlang. Auf einem Plateau oberhalb der Küste sind viele braune Zelte aufgebaut die wir zuerst für Militärzelte halten. Neugierig fahren wir da hoch um es genau zu erkunden, und siehe da, es ist ein Riesenlager, das leider gerade abgebaut wird. Unsere Neugier ruft den Chef persönlich herbei, der uns nett begrüßt, zum Tee einlädt und zeigt, was er alles organisiert hat, ein Fest, das dauerte drei Tage, d.h. es musste für Übernachtung, Essen und Unterhaltung gesorgt werden. Abgebaut werden mussten daher goldene Badewannen – für wen wohl? – prächtige Teppiche, wunderschöne marokkanische Stoffbahnen, Dekore an den Zelten, und zu jedem Zelt eine Toilettenschüssel. Was für ein Aufwand und wir sahen ja nur noch den Abbau. Falls wir nächstes Jahr dazu kommen wollen, Mr. Lahcen Lemnaouar würde sich freuen, uns zu begrüßen. Aber er hat natürlich noch viel zu tun, nach dem leckeren Tee mit köstlichen Feigen, Datteln und Nüssen muss er sich verabschieden, und wir fahren tief beeindruckt weiter.

In Tan Tan wird auch schon abgebaut, die Pferde und Reiter sind schon abgereist, es tut sich nichts mehr, insgesamt ist die Information doch sehr dürftig. Und wir sind ein bißchen enttäuscht.

Weshalb wir jetzt noch die Marktstände entlangbummeln, die noch da sind, und nachdem ich mir doch keinen blauen Burnus kaufe, die ich so schön finde, aber die einfach zu groß sind, und wir auch sonst nichts, gehen wir zum Abendessen wieder ins Hotel Kasbah.

Und jetzt, am 28. Mai, haben wir das Moussem, das Ziel unserer Reise, schon wieder hinter uns. Schön war es, voller farbenfroher Eindrücke, netter Begegnungen, aber doch mit weniger Musik und v.a. Tanz als erwartet.

Nächste Station ist Sidi Ifni, ein Fischerstädtchen mit spanischem Ambiente, der Stadtkern mit ganz in weiß gehaltenen Häusern, sehr hübsch. Und einer netten Strandpromenade. Auch der Strand wäre ja ganz schön, aber zum Baden ist es einfach zu kalt durch den Wind.

Dafür haben wir am nächsten Tag, dem 29. Mai, Glück: kein, bzw. wenig Wind! Und wir fahren zu einem hübschen kleinen Ort, mit einem langen Strand, außerhalb von Sidi Ifni, der gesäumt ist von mächtigen Felsformationen, z.T. im Wasser, z. Teil den Strand überwölbend wie eine Brücke, kleine Höhlen bildend, und an dem wir ein bißchen in der Sonne liegen können, denn es ist warm genug! So warm, daß wir es sogar schaffen ins Wasser zu gehen! Herrlich!          Nette kleine Restaurants gibt es und eines macht uns so an, daß wir beschließen, dort auch zum Abendessen hin zu fahren, und den Sonnenuntergang zu sehen.

Das war schön, denn es war unser letzter Abend mit Tarik, der uns so gut und sicher begleitet hat. Morgen fahren wir nach Agadir, wo Tarik uns dann im Hotel Sofitel absetzen wird.

30. Mai

Auf der Rückfahrt stellen wir fest, daß uns jetzt keine Ziegen- oder Schafherde mehr zu einem Fotostop animiert, und wir so viele Gesichter und Landschaften gesehen und fotografiert haben, daß man nicht mehr deswegen aus dem Auto springt, wie am Anfang unserer Reise. Auch wundern wir uns nicht mehr, daß man keine Kuhherden sieht, die Kühe werden hier fast immer im Stall gehalten.

Was wir außerdem gesehen haben: es findet eine enorme Bautätigkeit statt, ob staatlicher oder privater Bau, große Wohnblöcke oder wohl eher private Häuser, in den Städten und auf dem Land, überall scheint es, wird gebaut. Auch eine Art sozialer Wohnungsbau haben wir gesehen, auf großen Transparenten werden Wohnungen zu einem äußerst günstigen Preis angeboten.

Außerdem wissen wir jetzt, daß Tee trinken nicht schlecht ist und immer paßt.

In Agadir heißt es jetzt Abschied nehmen von Tarik, der alles so gut geplant und organisiert hat. Mit ihm hat es sehr viel Spaß gemacht und wir bedanken uns sehr. Vielleicht bis zu einer nächsten Marokko Fahrt?

Bis zum 2. Juni

haben wir im Hotel noch sehr schöne Tage und werden verwöhnt, mit köstlichem Frühstück und Abendessen und sehr aufmerksamen Personal. Am zweiten Tag hat auch der Wind nachgelassen und jetzt können wir auch richtig schön ins Meer gehen. Aber wir müssen unbedingt noch in den Souk, das machen wir am Vormittag und finden tatsächlich einiges, sehr hübsche Kerzen im Glas als Geschenke, bißchen Modeschmuck, aber auch sehr gute Feigen und Datteln zum Mitnehmen. Gleich zweimal gehen wir hin, es macht solchen Spaß!

Und dann geht es am 2 Juni wieder nach Hause. Schade, daß es schon wieder vorbei ist.