Reisetagebuch der Rundreise vom September 2016 mit Barbara und Walter

10.09. – 12.09. Essaouira

Wir starten in Frankfurt und fliegen über Madrid nach Marrakesch, wo wir pünktlich landen. Unterwegs haben wir eine schöne Sicht auf Gibraltar und bekommen einen ersten Eindruck von dem „roten“ Land Marokko.

Wir wollen von Marrakesch nach Essaouira fahren, dort uns einige Tage auf Marokko einstimmen und dann am 13.09. unsere Rundreise beginnen. Schon im Vorfeld bekommen wir von Tarik Tipps für unseren Aufenthalt.

Den Plan die Strecke von Marrakesch nach Essaouira per Bus zu bewältigen können wir nicht umsetzen, Supratours hat keinen Platz mehr frei, deshalb nehmen wir kurz entschlossen ein Taxi, das uns in Essaouira am Bab Doukhala absetzt. Nach einer kurzen Verschnaufpause – wir essen unseren ersten marokkanischen Pfannkuchen – machen wir uns auf den Weg durch die für Autos gesperrte Medina und finden – durch eine Baustelle etwas in die Irre geleitet – mit Hilfe zweier Einheimischer schnell zu unserem Riad „O Gré du Vent“. Für die Taxifahrt bezahlen wir 650DH, laut unserer Riadbesitzerin ein normaler Preis und im Vergleich zu den 200DH, die wir für das kurze Stück vom Flughafen bis zum Hauptbahnhof in Marrakesch bezahlt haben, geradezu günstig.

Essaouira ist eine Mischung von Ursprünglichkeit – besonders im Souk und den umliegenden Gassen und dem Hafen – und touristischem Leben. Wir haben das Glück, dass während unseres Aufenthaltes dort das Opferfest gefeiert wird, mit der höchste muslimische Feiertag. Tarik und auch unsere Riadbesitzer haben uns auf die Schlachtung von Schafen vorbereitet, deshalb sind wir nicht erstaunt über die vielen Schafe, die in den Handkarren durch die Straßen transportiert werden und die Blutflecken, die man vereinzelt sieht. Montags werden auf den Straßen die Schafsköpfe auf großen Grillrosten über Kohlefeuern geröstet, auch das kommt uns nicht mehr so befremdlich vor.

Wir essen unsere ersten Tajines, trinken den sehr starken …. und süßen …. Grüntee, meist mit Minze, einmal trinke ich ihn mit Ingwer, was auch lecker ist.

Wir besuchen auch den Strand, der breit und sehr weitläufig ist. Leider ist die Uferpromenade im Bau, was dem Strandleben viel von seinem Flair nimmt.

Montag Abend lernen wir dann Tarik kennen. Gemeinsam bewundern wir im Hafen den Sonnenuntergang und gehen essen – unsere erste Pastilla – mit Hähnchen und Mandeln gefüllt, mit Zimt gewürzt und sehr lecker. Anschließend begleitet Tarik uns zu unserem Riad, wo er uns am nächsten Morgen dann abholen will. Schon nach dem ersten gemeinsamen Abend haben wir das Gefühl, dass wir es mit Tarik 2 Wochen lang aushalten können 😉

Mit unserer Unterkunft sind wir ebenfalls zufrieden: Zimmer und Bad eher einfach, aber zweckmäßig, ein ausgesprochen schön angerichtetes marokkanisches Frühstück – Pfannkuchen, Brot, Honig, Marmelade und Amlou (Mandelmus mit Arganöl und Honig), Obst und selbstgemachten Joghurt – in dem sehr gemütlichen überdachten Innenhof, eine Dachterrasse mit herrlicher Aussicht über die Medina und das Meer und Besitzer, die für alle Fragen offen sind.

Sonnenuntergang
Blick von unserer Dachterasse
Der Mützenmann
Abendessen mit Tarik

13.09. Agadir

Wir starten pünktlich. Die Strecke bis Agadir führt durch das Gebiert der Arganbäume, die weltweit nur hier wachsen. Bei einigen Zwischenstopps schauen wir uns die Bäume genauer an, wir sehen die berühmten Ziegen, die sich nach den Blättern recken und dafür sogar in die Bäume klettern. Wir machen einen kurzen Halt in einer Arganöl-Kooperative, wo man uns zeigt, wie die Früchte geschält werden – die Schalen werden als Viehfutter genutzt – ,dann die harte Innenschale geknackt wird , sie dient als Brennmaterial und der etwa sonnenblumengroße Kern in den speziellen Steinmühlen gemahlen wird. Für kosmetische Zwecke verwendet man den frischen Kern, für Speiseöl wird der Kern noch geröstet. Wir kaufen eine Flasche Speiseöl (250ml für 170DH) und freuen uns an dem sehr leckeren nussigen Geschmack.

Mittagsimbiss (Arganöl, Olivenöl, Honig, in die wir Brot tauchen, dazu Oliven) nehmen wir in einem Restaurant mit Blick auf ein ganzes Tal ausfüllende Bananenplantagen, die Bananen sind relativ klein und werden auf dem lokalen Markt angeboten. Hier fragen wir zum ersten Mal nach WLan, um Nachrichten abrufen zu können, ein Ritus, der uns die kommenden 2 Wochen begleiten wird.

Vor Agadir machen wir einen Abstecher zum Paradise Valley mit kurzer Wanderung. Leider führt der Fluss nur wenig Wasser, deswegen ist der Anblick nicht ganz so spektakulär, die Wanderung trotzdem sehr schön, für uns besonders deshalb, weil es uns an ein sehr ähnlich aussehendes Tal mit gleichem Namen in Brasilien erinnert.

Auf der Weiterfahrt treffen wir Conny, die uns die kommenden 2 Wochen begleiten wird. In Agadir fahren wir direkt auf die Kasbah, die wie die ganze Stadt bei einem Erdbeben 1960 weitgehend zerstört wurde und genießen den Blick über die Bucht.

Wir wohnen im Hotel Anise – in einem riesigen Appartement – und essen auch dort zu Abend. Zum Nachtisch machen Conny und Tarik uns mit den berühmten „Schnittchen“ bekannt, kleine Kuchenstücke, die es in unendlicher Auswahl gibt.

Küstenstraße nach Agadir
Im Paradise Valley

14.09. – 16.09. Oumesnat

Nach einem üppigen Frühstück und einem Strandspaziergang brechen wir gegen 12.00 auf Richtung Oumesnat. Unterwegs haben wir immer wieder tolle Ausblicke – an einem Steinfeld mit Arganbäumen und Blick auf die Berge des Anti-Atlas und an der Kasbah Tizourgane legen wir Fotostopps ein. Die Kasbah liegt auf einem Hügel, sie ist bewohnt. Leider reagiert niemand auf unser Klopfen, aber auch von außen ist die Anlage sehenswert.

Auf dem Weg nach Oumesnate
Kasbah Tizourgane

Gegen 16.00 erreichen wir Oumesnat, vom Parkplatz bis zu unserer Unterkunft, dem „Maison traditionelle“ müssen wir einige 100m zu Fuß gehen. Rashid, der Besitzer des Hotels, holt uns am Parkplatz ab. Unser Zimmer ist einfach eingerichtet, der Ausblick – besonders von der Terrasse aus – genial. Nach einem Tee machen Walter und ich einen ersten Spaziergang durch den alten Ortsteil bis zur Moschee. Die meisten Häuser sind hier unbewohnt und im Verfall begriffen. Das Nebeneinander von bewohnten Häusern und Ruinen, das wir hier überall sehen, ist für uns sehr ungewohnt.

Unsere Mahlzeiten werden auf der Terrasse serviert, wir essen nicht à la carte sondern bekommen alle dasselbe Essen serviert, am ersten Abend eine kalte Apfel-Bananen-Karottensuppe bestreut mit Zimt, dann Hähnchen mit Zwiebeln und Rosinen, begraben unter einem Berg kleiner Nudeln, bestreut mit Zucker und Zimt, zum Abschluss Obst und einen Tee aus Eisenkraut.

Am nächsten Morgen gegen 7.30 beobachten wir im ausgetrockneten Flussbett unterhalb des Hauses Wildschweine, wir bemerken sie, weil die Hunde anschlagen.

Die Moschee von Oumesnate
weiß abgesetzt – unsere Unterkunft

 

 

Nach einem gemütlichen Frühstück – hier gibt es das Berberfrühstück mit Arganöl, Marmelade und Amlou – brechen wir gegen 10.00 auf zum „Gorges Ait Mansour“, kurz hinter Oumesnat fahren wir am „Tête de Lion“ vorbei, einer besonderen Steinformation, die wir wegen des dafür ungünstigen Sonnenstandes nicht gut erkennen können und machen wenig später am „Chapeau de Napoléon“ einen ersten Fotostopp. Auf der Weiterfahrt öffnen sich immer wieder schöne Ausblicke auf die in den Berghängen liegenden Ammeln-Dörfer. Am Ziel angekommen bummeln wir ein Stück durch die eindrucksvolle Schlucht, teilen uns zu Mittag ein „Tajine-Omellett“

Chapeau Napoleon
Gorges Ait Mansour

 

Nächste Station sind die Blauen Steine des belgischen Künstlers Jean Vérame. Die Idee die Steinformationen so weitläufig zu bemalen ist schon etwas verrückt, wir fotografieren ausgiebig und denken am Ende, dass durch die Bemalung in besonderer Weise auf die schönen Steinformationen aufmerksam gemacht wird.

Auf dem Rückweg fahren wir nach Tafraoute, hier kaufen wir uns eine kleine Teekanne.

 

Am nächsten Tag besuchen wir vormittags das „Maison traditionelle“, das ehemalige Wohnhaus der Familie, das heute ein Museum ist. Mohammed, der jüngere Bruder von Rashid, führt uns durch die ehemaligen Wohnräume, zeigt uns die alten Möbel und Gerätschaften und erklärt uns deren Funktion.

Im Obergeschoss, der Etage, die traditionell den Gästen vorbehalten ist, treffen wir auf den Vater der Beiden, einen über 90 Jahre alten Herrn, der in diesem Haus geboren wurde, jetzt aber im Dorf lebt. Er ist seit einem Unfall erblindet, bewegt sich jedoch sehr sicher in den Räumen, bereitet für uns – unter Mithilfe von Mohammed – einen traditionellen Tee zu und erklärt dabei diesen Brauch – überwiegend in ausgezeichnetem Deutsch, gibt Episoden aus seinem Leben zum Besten, führt dann an mir die traditionelle Frauenbekleidung vor – ein schwarzes Tuch mit buntem Saum, das ähnlich einem Sari gewickelt wird und singt zum Abschluss 2 Lieder, die er mit Banjo begleitet. Er beeindruckt uns sehr durch die Würde und Zufriedenheit, die er ausstrahlt.

Ein Teil der alten Küche. Hier wurde Getreide gemahlen
In der guten Stube

Gegen 12.00 starten wir zum Agadir Tasguent. In einem Dorf unterhalb des Agadir besuchen wir Hassan und seine Familie. Die anfängliche Zurückhaltung legt sich schnell, Hassan bereitet Tee für uns zu, anschließend essen wir – alle an einem runden Tisch aus einer Tajine – Lamm mit Pflaumen und Kartoffeln. Anschließend besichtigen wir den Agadir, eine Speicherburg mit 200 Räumen, in denen die Bauern der Umgebung ihre Vorräte gelagert haben. Wir sehen schön bemalte Holztüren, statt Leitern ragen aus den Mauern Steinplatten, über die man die oberen Etagen erreichen kann. Hier serviert man uns mal keinen Tee sondern Kaffee, zum Abschluss genießen wir von der „Terrasse“ aus den grandiosen Blick in das Tal.

Am Abend wartet noch eine besondere Überraschung auf uns. Nach dem Abendessen – Tajine „Kefta des Oeufs“, wieder sehr lecker, spielen Mohammed, Rashid und 2 Freunde für uns Berbermusik, ein Mann aus einer französ. Reisegruppe trägt einige Chansons vor …. wir fühlen uns an „Dersert inspiration“ von Lulo Reinhardt erinnert und genießen bis gegen 23.00 diesen wunderschönen Abend.

Zu Fuß zum Agadir hoch
Berbermusik mit Rachid, Mohamed und zwei Freunden

17.09. –19.09. Tamnougalte

Wir brechen nach einem schnellen Frühstück kurz nach 8.00 auf, weil wir heute eine lange Wegstrecke vor uns haben (ca. 400km). Für uns ist das kein Problem, die vielen, immer wieder neuen Eindrücke, die uns die Landschaft bietet, lassen keine Langeweile aufkommen. Bei einem Stopp in Tazenakht kaufen wir Safran ein (25DH/gr).

Unterwegs passieren wir ein Tal, in dem eine Reihe Steinbrücken durch starke Regenfälle zerstört sind, der Boden ist noch feucht, auf holprigen Fahrspuren neben den Brücken kommen wir ein Stück weit nur langsam voran. Gegen 18.00 erreichen wir schließlich die Kasbah Itrane in Tamnougalte, in der wieder ein schönes Zimmer auf uns wartet und leckere Mahlzeiten, die wir fast immer auf der Terrasse neben dem Pool einnehmen.

Sonntag Vormittag steht der Besuch der Kasbah Tamnougalte auf dem Programm. Hisham, ein Freund Tariks, zeigte uns in einer ausführlichen Führung die zugänglichen Räume und lädt uns auf die Dachterrasse zu einem Tee ein. Von den hier lebenden 20 Familien sieht man kaum jemanden. Bei dem anschließenden Rundgang durch den Garten versorgt Hisham uns mit frischen Datteln, die wir mittlerweile sehr gerne essen.

Dann geht es weiter zu einem nahe gelegenen Dorf mit schöner Aussicht auf den Draa, der gerade nur wenig Wasser führt.

Unsere Hotelterrasse
In der Kasbah Tamnougalte

Durch die Hotelbesitzerin erfährt Tarik, dass im Dorf eine Hochzeit stattfinden soll, wir erleben den von einer fröhlich aufspielenden Musikergruppe begleiteten Zug der Bewohner – überwiegend Frauen und Kinder – zum Haus des Bräutigams, vor dem eine große Gruppe weiß gekleideter Männer wartet. Wenn wir das richtig verstanden haben, sollte hier eine rituelle Henna-Bemalung des Bräutigams stattfinden.

Am nächsten Tag besuchen wir die Felsmalereien von Tizouline, die frei zugänglich sind. Unterwegs kaufen wir uns in einem Souk eine einfache braune Tajine, wie sie hier überall benutzt wird (25DH). In der kargen Landschaft hatte Hisham für uns einen schönen Platz für ein Picknick ausgesucht und lädt uns ein zu Tee, Nüssen, Oliven, marokkanischem Salat und Fleischspießen. Wegen eines kleinen Missgeschicks – als Hisham das Grillfeuer anzünden will, stellt sich heraus, das alles da ist, nur kein Feuerzeug ;-)……zieht sich unser Picknick in die Länge. Am Ende haben wir auch noch etwas Pech mit dem Wetter, ein starker Wind kommt auf und es fällt etwas Regen, deshalb gibt es den Nachtisch in einer Halle des Hauses, in dem der Wärter der Felsmalereien wohnt. Wegen des ungemütlichen Wetters verzichten wir auch auf den eigentlich geplanten Spaziergang weiter ins Tal hinein.

Prähistorische Felsmalereien

20.09. –21.09. Merzouga

Unser nächster Reisetag führt uns 300km weiter nach Merzouga. In Alnif machen wir den ersten Stopp und schauen uns das Angebot eines Fossilienhändlers an. Beim nächsten Halt in Rissani wartet ein besonderes Erlebnis auf uns. Bei einem Gewürzhändler, den Tarik über seinen Bruder vermittelt bekam, kaufen wir sehr günstig Gewürze ein (ca. 1kg für 100DH). Wir werden zum obligatorischen Tee eingeladen, den wir direkt im Verkaufsstand trinken und essen mit Fleisch und Gemüse gefülltes Fladenbrot, das sehr lecker schmeckt, mit insgesamt 400DH jedoch arg überteuert ist.

Unterwegs nach Merzouga – Djebel Saghro
Warten auf das Essen im Gewürzstand

In Merzouga haben Tarik und Conny kurzfristig ein neues Hotel, das Kanz Erremal für uns gebucht. Im ursprünglich vorgesehenen „Petit Prince“ wurde ein Stellplatz für Wohnmobile eingerichtet, was den Ausblick auf die Wüste etwas beeinträchtigt. Das „Kanz Erremal“ steht direkt am Rande der Dünen und bietet von seinen Terrassen einen direkten Ausblick auf die beeindruckende Wüstenlandschaft. Von der Terrasse vor unserem Zimmer beobachten wir einen wunderbaren Mondaufgang.

Am nächsten Tag sind wir nur zu dritt unterwegs, Conny ist nicht ganz fit und bleibt im Hotel. Wir fahren durch den Ort zu einer Stelle, wo man „Rheumabäder“ in warmen Wüstensand nehmen kann, treffen auf einen Kameltreiber, der frische Kamelmilch anbietet, sie ist sehr schaumig, es sieht fast aus wie Eischnee, Walter und Tarik teilen sich ein Glas Milch, Walter findet sie lecker. Anschließend geht es weiter durch die karge Steinlandschaft Richtung algerische Grenze. In einem Dorf sucht Tarik für uns jemanden, der uns den traditionellen Tee zubereiten kann. Hier gibt es kein Cafe, das geöffnet hat, aber es findet sich jemand, der uns in sein etwas außerhalb gelegenes Privathaus zum Tee einlädt und uns anschließend noch zu einem Ort führt, wo man Felsgravuren sehen kann und Tumuli, niedrige Steinbehausungen, deren Alter und Funktion nicht ganz zu klären sind.

Für abends haben wir einen kurzen „Sonnenuntergangs-Kamelritt“ gebucht. Leider ist es bewölkt, erst kurz bevor die Sonne verschwindet, zeigt sich der rote Himmel, gerade ausreichend für einige romantische Fotos. Das Reiten auf dem Dromedar hat Spaß gemacht und war auf alle Fälle entspannender als das für uns sehr anstrengende Stapfen durch den Sand.

Die Terrasse des Hotels mit Blick auf die Sanddünen

 

22.09. –23.09. Dades-Tal

Wir fahren ins Dades-Tal, Ziel ist die Auberge „Jardin de la Source“ in Ait Ali. Unterwegs machen wir einen Abstecher ins Todrha-Tal, die Schlucht ist recht spektakulär, allerdings hat der Abstecher durchaus gereicht. Vorher gibt es ein gemütliches Mittagessen in einem Zelt auf der Dachterrasse eines Restaurants.

Der Empfang im „Jardin de la Source“ ist sehr herzlich. Tarik und Conny haben den Besitzer Hussein vor einigen Jahren kennen gelernt. Wir wohnen in einem Appartement mit rundem Himmelbett und eigenem Balkon, den wir allerdings nicht genutzt haben, weil der schön angelegte Garten mit seinen diversen Sitzecken viel zu einladend ist. Frühstück und Abendessen sind bei Hussein lecker und ausgesprochen üppig.

Nachdem wir uns erfrischt haben, machen wir einen ersten Spaziergang durch die am Hang liegenden Gärten hinunter ins Tal zu einem kleinen Wasserfall.

Am nächsten Tag wollen wir in Begleitung von Hussein einen Spaziergang durch das Tal machen. Beim Abstieg ist Walter gestürzt und hat sich den rechten Fuß verstaucht. Wir sind dann noch hinunter bis zum Fluss gegangen, dann aber auf kürzestem Weg zurück in die Auberge. Im alten Dorf haben wir eine Weile auf dem „Beratungsplatz“ gesessen, ein schattiger Platz in einer Gasse mit Steinbänken auf beiden Seiten, wo man sich früher zum Gespräch getroffen hat. Dort begegneten wir Halima, die uns zu einem Tee in ihr nahe gelegenes Haus einlädt. Die Einladung zum Couscous, der traditionell Freitag Mittag gegessen wird, konnten wir leider wegen Walters schmerzendem Fuß nicht annehmen.

Nachmittags fahre ich dann mit Tarik und Conny ins Dades-Tal, erst durch die beeindruckende Schlucht mit den berühmten Serpentinen, dann weiter durch ein fruchtbares grünes Tal, gesäumt von immer wieder anders „aufgefalteten“ Felsformationen bis nach Msemrir. Walter wird unterdessen von Hussein bestens versorgt, einschließlich Fußbad mit Salz.

Im Garten der Auberge

 

24.09. – 25.09. Oase Fint

Wir brechen gegen 10.00 auf, es geht erst noch einmal hinauf ins Dades-Tal. Tarik hat Walter angeboten, noch einmal bis zu den Serpentinen zu fahren, worüber der sich sehr freut. So kann auch er von dem Aussichtspunkt oberhalb der Serpentinen den gigantischen Blick ins Tal genießen. Dann geht es zurück und weiter durch das Dades-Tal bis Ouarzazate. Unterwegs durchqueren wir ein Rosenanbaugebiet und kaufen in El Kelâa Rosenwasser ein. Am frühen Nachmittag kommen wir in Ouarzazate an und lernen das „Habous“ kennen, das Lieblingscafé von Conny und Tarik. Wir essen eine Kleinigkeit und gönnen uns zum Abschluss einen süßen Nachtisch, eines der von Conny heiß geliebten „Schnittchen“. Dann geht es weiter in westlicher Richtung zur ca. 10km entfernten Oase Fint. Am Stadtrand passieren wir ein offensichtlich als Baugebiet vorgesehenes Areal, in dem – für uns sehr ungewohnt – keinerlei Gebäude stehen, die Straßen und die Straßenbeleuchtung jedoch komplett fertiggestellt sind.

Unsere Unterkunft „La Terrasse des Délices“ liegt am Ortsrand – schön angelegte Gebäude, die Zimmer klein und einfach ausgestattet, eine tolle Terrasse mit blau gekacheltem Pool – rundum Steine, Sand, Palmen, ein Fluss mit wenig Wasser.

 

Nach einem erfrischenden Bad im Pool machen wir einen Spaziergang zum Fluss. Das Abendessen wird unter dem klaren Sternenhimmel auf der Terrasse serviert – Hähnchen-Tajine, wieder sehr lecker. Später gibt es Trommelmusik. Walter „durfte“ mit trommeln und hat sich gar nicht so schlecht geschlagen.

Am nächsten Vormittag besuchen wir die Kasbah Taourirt in Ouarzazate. Tarik kennt auch hier einen perfekt deutsch sprechenden Führer, der uns einen ausführlichen und dennoch kurzweiligen Rundgang durch die Kasbah bietet. Auf den anschließend vorgesehenen Besuch des Filmmuseums verzichten wir, Walter hätte wegen seines Fußes nicht mitgehen können und mir fehlt das Interesse hierfür. Stattdessen gönnen wir uns einen ausgedehnten Besuch im „Habous“ mit bekanntem Ablauf 😉

UNESCO Weltkulturerbe Kasbah Taourirt

 

26.09. – 27.09. Domaine Caro

Wir brechen etwas zeitiger auf (gegen 8.30), weil heute wieder ein größeres Programm auf uns wartet. Wir fahren das kurze Stück bis Ait Benhaddou, wo wir Andi kennen lernen, einen hier lebenden Österreicher. Ich mache mit Tarik und Abdoul ( dem „Schakal“) einen 2-stündigen Spaziergang durch den malerisch auf einem Hügel liegenden Ksar, der seine Popularität den zahlreichen hier gedrehten Filmen verdankt. Der „Schakal“ ist über 90 Jahre alt, spricht gut deutsch und erinnert in seinem Auftreten und seiner Ausstrahlung sehr an das Familienoberhaupt im Maison traditionelle.

Tarik und Abdoul

 

Dann geht es weiter über Telouèt und den Hohen Atlas zum Ourika-Tal. Die Strecke bis Telouèt ist so, dass man eigentlich an jeder Straßenbiegung einen Fotostopp hätte einlegen können – ein enges Tal mit verstreut liegenden Siedlungen. Hinter Telouèt hat Tarik in einem ausgetrockneten Bachbett Salz geschlagen; dann ging es über den Pass, dank mittlerweile gut ausgebauter Straßen kommen wir schneller als gedacht voran und sind gegen 18.30 in der Domaine Caro. Alle sind sich einig, dass die Wegstrecke heute ein landschaftlicher Höhepunkt war, nicht weniger beindruckend als das sehr schöne Dades-Tal.

Tarik erntet Salz
Telouet

 

Ursprünglich hatten wir uns etwas gewundert, dass wir 25km außerhalb von Marrakesch wohnen, nachdem wir die Domaine Caro und ihre Besitzer Saida und Jean-Michel kennengelernt haben, wundern wir uns nicht mehr. Wir fühlen uns von Anfang an wie zuhause, freuen uns über unser schönes, direkt an der überdachten Terrasse liegendes Zimmer, sitzen im herrlich angelegten Garten unter Olivenbäumen und meterhohen Hibiskussträuchern, genießen das sehr leckere Essen und den aufmerksamen Service auf der Terrasse..

Unser letzter gemeinsamer Ausflug führt uns am nächsten Tag ins Ourika-Tal, es ist ein Naherholungsgebiet für die Marrakchis, der Einwohner von Marrakesch, erst zahlreiche Potterien, dann Restaurant an Restaurant mit Stühlen und „Couchlandschaften“ am und im Wasser, inmitten einer schönen Bergkulisse.

Wir kaufen noch einige Kleinigkeiten ein, u.a. Teegläser und freuen uns, als wir abends feststellen, dass in der Domaine Caro die gleichen Gläser benutzt werden.

Im Ourika Tal
Domain Caro

28.09. – 01.10. Marrakesch

Nach dem Frühstück bringen Conny und Tarik uns nach Marrakesch zu unserem Riad „Mirage“, das ganz in der Nähe des „el Fna“ liegt. Wir beziehen ein kleines geschmackvoll eingerichtetes Zimmer, in dem wir uns sehr wohl fühlen. Nach dem Einchecken und einem letzten gemeinsamen Tee nehmen wir – etwas wehmütig – Abschied. Conny und Tarik fahren zurück in den Süden und wir machen uns auf Marrakesch zu erkunden. Im Cyber-Park finden umfangreiche Renovierungsarbeiten statt, deswegen halten wir uns dort nicht lange auf. Wir bummeln durch die Souks rund um den „Djeema el Fna“ und beobachten eine Weile von der Terrasse des „La France“ das Treiben auf dem Platz. Die Medina erscheint uns sehr sauber, in den Souks werden die Straßen mit Wasser bespritzt um den Staub zu bannen, oft sieht man Leute beim Kehren, das gilt auch für den „el Fna“, wo abends riesige „Staubsauger“ die Abfälle einsammeln. Das Essensangebot auf dem Platz hat uns etwas erschlagen, deshalb ziehen wir die Restaurants in den Seitengassen vor. Immerhin trinken wir den frisch ausgepressten Orangensaft, der nur 4DH kostet, Conny hat erzählt, dass der Saft subventioniert wird.

 

Am nächsten Tag nehmen wir eine Taxe zum Jardin Majorelle und tauchen für gute 2 Stunden in die verzauberte Stimmung dieses schönen Gartens ein. Nachmittags finden wir dann, dank des guten Stadtplans in unserem Reiseführer und der Mithilfe einiger Passanten das Restaurant „Dar Cherifa“, ein aufwendig renoviertes Riad in der Medina. Es gefällt uns so gut, dass wir für abends einen Tisch reservieren und dann in ausgesucht schöner Atmosphäre lecker essen, je eine Pastilla – Walter mit Meeresfrüchten, ich mit Huhn (460DH mit Getränken und Nachtisch).

 

Insgesamt erscheint das Leben hier recht teuer, die Preise für Trockenfrüchte, die an den Ständen ausgewiesen sind, kommen mir kaum günstiger vor als bei uns (beispielsweise 150DH für 1kg Aprikosen). Unser Führer in der Kasbah in Ouarzazate hatte erzählt, dass er als Statist im Film zur Zeit 250DH + Essen pro Tag verdient und nannte das angemessen……

Freitag Vormittag besuchen wir die Medersa Ben Youssef, ein sehr eindrucksvoller Bau, der uns mit den Fliesen und den Stuckarbeiten sehr an Granada und Sevilla erinnert. Nachmittags sind wir Richtung südliche Medina – Mellah unterwegs. Hier werden gerade zahlreiche Bauten renoviert, insgesamt wirkt es hier nicht so „aufgeräumt“.

 

Samstag Morgen fährt uns unser Riadbesitzer zum Flughafen. Zum Abschluss sorgen wir noch für etwas Spannung, weil wir die Boardingtime verpassen…..wir stellen uns bei einem ½ Stunde später ebenfalls nach Madrid fliegenden Flugzeug an, wir werden ausgerufen, verstehen unsere Namen aber nicht …..na ja, um 13.15 sind wir dann über das Rollfeld zu unserem Flugzeug gespurtet ;-).

Resümee:

Wir sind froh, dass wir uns für eine geführte Reise durch Marokko entschieden haben. Während der Fahrten haben wir uns bei Conny und Tarik bestens aufgehoben gefühlt, auch die langen Reisestrecken bewältigt Tarik mühelos. Wir haben das Gefühl, dass Beide stets bemüht sind uns das „besondere“ Marokko nahe zu bringen. Da wir uns um keinerlei praktische Dinge kümmern müssen, können wir uns ganz darauf konzentrieren die vielfältigen Eindrücke zu genießen und merken auch im Nachhinein noch, wie nachhaltig diese Reise für uns ist……also noch einmal ein großes „Dankeschön“.

Marokko-Rundreise mit Tarik Tours im Dezember 2014

von Martin und Danny

Tag 1

Dieser deutsche Dezembertag hat schon am frühen Morgen gezeigt, warum wir uns für ein Urlaubsziel deutlich südlicher entschieden haben. Der Flug startet in Düsseldorf bei leichtem Regen und ungemütlichen 4°C. Allerdings müssen wir schon während dem Flug feststellen, dass auch Marokko großteils unter Wolken liegt. Und so bleibt uns beim Anflug auf Marrakesch leider der schöne Blick auf den schneebedeckten Atlas verwehrt. Um die Mittagszeit erreichen wir planmäßig Marrakesch. Es ist stark bewölkt und es kommt immer wieder zu kurzen Regenschauern. Allerdings ist es 10°C wärmer als in Deutschland und das ist ja nach all den trüben, grauen und kühlen Wochen zuvor auch schon positiv.

Auf dem Flughafen in Marrakesch scheint an diesem Montag nicht sehr viel Betrieb zu sein und da auch unser Flieger nur knapp zur Hälfte besetzt war, kommen wir schnell und unkompliziert durch die Passkontrolle. Nach dem Erhalt unseres Gepäcks wird am Ausgang aus dem Sicherheitsbereich noch mal alles Gepäck (auch Handgepäck) gescannt. Und dann ist es endlich soweit: wir lernen Tarik kennen, der uns in den nächsten 10 Tagen führen wird. Da wir im Vorfeld mit Conny bereits Bilder ausgetauscht haben, erkennen wir uns alle sofort und nach der Begrüßung geht es direkt auf den Parkplatz zum Mietwagen. Diesen hat Tarik, der schon zwei Tage zuvor angereist war, bereits organisiert. Außerdem finden wir im Auto noch leckeren Proviant und Wasser für die erste Etappe, die uns über Agadir nach Oumesnate (nahe Tafraoute im Vallée d’Ammelne) führt.

Das erste Teilstück bis Agadir legen wir schnell auf der mautpflichtigen Autobahn zurück. Nach kurzer Pause am Rand von Agadir geht es weiter über kleine Landstraßen durch den landschaftlich aufregenden Antiatlas. Dabei zeigt sich auch endlich zunehmend die Sonne, und es gibt keine Regenschauer mehr. Es geht vorbei an kleinen Schaf- und Ziegenherden, durch kleine Bergdörfer und immer wieder verändert sich die Landschaft. Hügelketten, die einer Mondlandschaft gleichen, wechseln sich mit grünen Oasen und den berühmten Arganbäumen ab. Und wir haben sogar das Glück nahe eines abgelegenen Bergdorfs die berühmten Ziegen im Baum zu beobachten, die hier bestimmt nicht nur für Touristen platziert wurden.

Immer wieder sehen wir auch Dorfbewohner mit Eseln aber andere Autos oder Lastwagen kommen uns nur sehr selten entgegen. Leider bricht noch vor der Ankunft am ersten Etappenziel die Dunkelheit über uns herein, und wir sehen daher in den letzten beiden Fahrstunden nichts mehr von der herrlichen Landschaft. Gegen 19 Uhr erreichen wir Oumnesnate und unsere erste Unterkunft (Maison Traditionelle). Dieses liegt nicht direkt an der „Hauptstrasse“ sondern kann nur über einen unbefestigten Weg erreicht werden. Aber auch dieser führt nicht direkt zum Haus und so laufen wir im Dunkeln, begleitet von unseren Gastgebern die letzten Meter zur Unterkunft. Außer einem grandiosen Sternenhimmel können wir allerdings in der Dunkelheit sehr wenig erkennen und müssen uns daher bis zum nächsten Morgen gedulden.

Die Zimmer sind einfach und sauber mit einem kleinen Bad (mit europäischer Toilette) und vor allem beheizt, was bei den nächtlichen Außentemperaturen nicht schaden kann. Kurz nach der Ankunft treffen wir uns auf der Dachterrasse zum Abendessen. Dieses ist (wie erhofft) traditionell marokkanisch und wir werden es in den folgenden Tagen in unterschiedlichen Variationen weiter kennenlernen. Nachdem die Gemüsesuppe uns ob der kühlen Temperaturen etwas aufgewärmt hat, kommt als Hauptspeise der traditionelle Tajin auf den Tisch. Hähnchen geschmort mit verschiedenen Gemüsesorten und Kartoffeln. Sehr lecker! Zum Abschluss gibt es Mandarinen und Äpfel und natürlich den obligatorischen Tee (grüner Tee mit Minze und viel Zucker). Danach sind wir tot müde und legen uns alle ziemlich schnell schlafen.

 

Tag 2

Ausgeschlafen geht es an diesem Morgen zum Frühstück auf die Dachterrasse. Und wir werden nicht enttäuscht. Blauer Himmel und strahlender Sonnenschein und ein wunderbarer Ausblick über das grüne Tal. Auch das Frühstück ist traditionell marokkanisch mit Brot Marmelade, Honig und vor allem Amlou (Arganöl, Honig und Arganmandeln). Gut gestärkt und nach der ersten Runde Tee geht es Richtung Tafraoute. Dort verweilen wir erst mal nur kurz und kaufen für die Mittagspause Brot, Oliven und ein paar Bananen. Dann geht es los Richtung Vallée Ait Mansour. Unterwegs am Stadtrand von Tafraoute machen wir noch einen kurzen Fotostopp am Chapeau Napoléon. Auch da sehen wir wieder die typische Landschaft des Antiatlas. Eine schroffe Berglandschaft, die aber aufgrund der unterschiedlichen Farben und Formen der Steine durchaus einen großen Reiz hat und an der wir uns fast nicht satt sehen können. Und dann fahren wir nach etwa 40 km über eine Bergkuppe und plötzlich beginnt ein Bachlauf und die ein oder andere kleine Palme zeigt sich entlang des Bachlaufs. Der Bach (oder das kleine Flüsschen) führt aufgrund der kürzlich zurückliegenden Regenfälle ordentlich Wasser. Die Straße führt entlang des Flüsschens hinab ins Tal. Unten angekommen gelangen wir von einem Moment zum anderen in einen dichten Palmenwald, die Oase Ait Mansour. Wir beschließen das Auto am Anfang der Oase abzustellen und gehen zu Fuß weiter. Es ist herrlich still und außer ein paar einheimischen Berbern und dem ein oder anderen Hund begegnen wir niemandem. Wir stellen schnell fest, dass auch hier bei Jung und Alt der technische Fortschritt Einzug gehalten hat, als uns eine alte Frau entgegen kommt, die Tarik etwas verzweifelt fragt, wie sie wohl ihr altes Nokia-Handy wieder zum Laufen bringen kann. Nach kurzer Prüfung kommt Tarik zum Schluss, dass sie es wohl nur mal wieder aufladen muss.

Beim Spaziergang durch die Oase fällt uns außerdem schnell auf wie stark die vergangenen Regenfälle wohl waren. Überall können wir noch erkennen, wo das Wasser hingereicht hat.

Zurück am Auto setzen wir uns in den benachbarten Palmengarten, der zum Minimarkt dieser Ortschaft gehört. Wir genießen die Sonne und neben dem mitgebrachten Proviant organisiert uns Tarik noch ein frisches Omelette vom Inhaber des Minimarkts. Dazu gibt es natürlich wieder grünen Tee mit frischer Minze und natürlich Zucker. Anschließend verlassen wir die Oase. Doch bevor wir wieder nach Tafraoute zurückkehren, geht es noch zu den berühmten blauen Felsen. Dieses ursprünglich von einem belgischen Künstler geschaffene Kunstwerk findet sich mittlerweile in jedem Reiseführer. Allerdings sind wir in der milden Dezembersonne fast die einzigen, die die Felsen erklimmen. Und irgendwie sehen diese bunten Felsen mitten in der ockerfarbenen Felslandschaft etwas verrückt aus.

Die Rückkehr nach Tafraoute kurz vor dem Sonnenuntergang nutzen wir für einen kleinen „Einkaufsbummel“ durch die Souks. Es ist bereits mächtig viel los, da am nächsten Tag Markttag ist. Gegen 18 Uhr geht zurück zur Unterkunft.

Zum Abendessen geht es wieder auf die Dachterrasse und nachdem alles aufgegessen ist und der obligatorische Tee getrunken ist, geben uns unserer Gastgeber eine kleine Kostprobe typischer Berber-Musik. Nochmal vielen Dank an Tarik, dass er dies für uns organisiert hat.

Tag 3

Direkt benachbart zur Unterkunft „Maison Traditionelle“ befindet sich das alte Wohnhaus der Familie. Dieses wurde als kleines Museum eingerichtet und gleich nach dem Frühstück führt uns einer der Söhne – Mustafa – durch die Räume. Das Haus besteht ganz traditionell aus Lehm und Steinen und zum Anschluss der Tour, die Mustafa in fast einwandfreiem Deutsch hält, werden wir im ehemaligen Wohnzimmer zu einer Runde Tee eingeladen. Dort treffen wir auch auf den blinden Vater, das Familienoberhaupt.

Nach diesem interessanten Einblick verlassen wir unsere Unterkunft für eine weitere Tagestour zum Agadir Tasguent. Dort befindet sich kaum auffindbar und abseits der befestigten Straße eine wunderbare alte Speicherburg. Diese befindet sich auf einem kleinen Hügel und wird nach wie vor von einer Familie bewohnt, die diese „Sehenswürdigkeit“ beaufsichtigt. Da das Familienoberhaupt auf dem schon zuvor erwähnten Wochenmarkt in Tafraoute weilt, werden wir von der etwa 12-jährigen Tochter durch die alten Gemäuer geführt. Die Burg gleicht einer Art Tresorraum mit zahlreichen Schließfächern. In diesen hat die umliegend wohnende Bevölkerung früher alle Ihnen wertvollen Gegenstände wie Getreide, Honig usw. eingelagert. Beim Einlagern wurde auf Holzstücken genau protokolliert, was sich in dem jeweiligen Fach befindet. Beim Rundgang erfahren wir, dass diese Burg auch heute noch teilweise zur Lagerung dieser Lebensmittel bzw. Gegenstände dient.

Mittagessen gibt es bei einer Familie im Nachbardorf. Dort hat Tarik bei seinem letzten Besuch jemanden kennengelernt, der uns herzlich in sein Wohnzimmer einlädt. Zur Begrüßung gibt es auch hier erst mal Tee mit Luisa (Eisenkraut oder Verbene) und anschließend – das nehmen wir an dieser Stelle schon mal vorweg – das beste Tajin, das wir im ganzen Urlaub bekommen werden. Dazu wird selbst gebackenes, frisches Brot gereicht und Salat aus Tomaten, Gurken und Zwiebeln. Einfach nur lecker!

Danach geht es wieder zurück durch die beeindruckende Landschaft des Anti-Atlas nach Tafraoute. Dort schlendern wir kurz durch die Souks und – da bereits Abend ist – über die Überreste des Wochenmarkts und genießen anschließend den Sonnenuntergang bei einem Kaffee bzw. Tee. Zum Abendessen sind wir dann wieder im „Maison Traditionelle“ und werden mit einer weiteren Tajin-Variation (Hackfleischbällchen in Tomatensoße mit Erbsen und Ei) verwöhnt.

 

Tag 4

Leider müssen wir heute unsere Unterkunft in Oumesnate verlassen und unsere Rundreise fortsetzen. Ziel der heutigen Etappe ist die Oase Fint in der Nähe der marokkanischen Filmstadt Ouarzazate. Auch heute strahlt wie bereits die beiden Tage zuvor die Sonne von einem wolkenlosen Himmel bei milden 20°C. Die komplette Fahrt in Richtung Ouarzazate führt wieder durch die grandiose und abwechslungsreiche Landschaft des Anti-Atlas. Die individuelle Reisegestaltung erlaubt es dabei immer wieder Pausen zum Bilder machen oder Kaffee trinken bzw. Souvenirs kaufen einzulegen. Wir passieren dabei das Städtchen Igherm, wo wir leckere Avocado-Milch trinken. In Taliouine machen wir unsere Mittagspause und in Tazenakht führt uns Tarik in die Souks zum Safran kaufen. Soviel sei verraten: er handelt dabei einen sehr guten Grammpreis aus… Aber gerade auf dem Teilstück von Igherm nach Taliouine wird uns allen noch mal deutlich vor Augen geführt, welche zerstörerische Kraft das erst kurz zurückliegende Hochwasser hatte. Zahlreiche Flussüberquerungen wurden weggespült und wir sind froh, dass Tarik einen SUV ausgeliehen hat. Allerdings zeigt sich auch die pragmatische Herangehensweise der Marokkaner an anstehende Probleme. Während in Deutschland diese Straßen wahrscheinlich monatelang gesperrt wären, sind hier die Flussüberfahrten wieder provisorisch hergerichtet worden. Erleichternd kommt hier natürlich hinzu, dass die Flußbetten mittlerweile wieder (fast) ausgetrocknet sind. Wo noch Wasser fließt, sind immer wieder Frauen beim Waschen zu beobachten. Auch sehen wir auf diesem Teilstück immer wieder Menschen, die Ihre Felder ganz traditionell mit Esel und Pflug bestellen. Die Felder sind meist sehr steinreiche, terrassierte Parzellen und werden hauptsächlich von Frauen in ihren traditionellen Gewändern bewirtschaftet.

Ganz anders dann die Landschaft auf dem letzten Teilstück von Taliouine nach Ouarzazate. Hier fahren wir durch weite Hochebenen, die groß teils landwirtschaftlich genutzt werden und auch etwas moderner mit Traktoren bewirtschaftet werden. Die Felder sind hier flach und weniger steinreich. Kurz vor Sonnenuntergang haben wir dann noch einen wunderbaren Blick auf die schneebedeckten Berge des Atlas-Gebirges am Horizont. Bereits im Dunkeln erreichen wir die großzügig angelegte Stadt Ouarzazate. Diese durchqueren wir und fahren etwa 10 km über eine staubige Piste in Richtung unserer Unterkunft „Auberge La Terrasse des Délices“ in der Oase Fint. Die letzten Meter bis zur Unterkunft sind für unseren robusten SUV ein kleines Abenteuer, da sich auch hier die Zerstörungen durch das Hochwasser bemerkbar machen. Auch in dieser Unterkunft bekommen wir ein kleines, einfach eingerichtetes, sauberes Zimmer, welches wir mit Hilfe der Klimaanlage angenehm beheizen können. Abendessen gibt es im großen Speisesaal am gemütlichen Holzfeuer. Auch hier die typische Speisefolge: Suppe, Tajin und zum Abschluss Früchte (jahreszeitgemäß Mandarinen und Äpfel) sowie Tee. Auch wenn wir in der Dunkelheit nur erahnen können wie schön die Umgebung wohl ist, entschließen wir uns spontan und ohne Tarik, einen kleinen Nachtspaziergang durch das Flussbett und die Oasengärten zu unternehmen. Dies bleibt nicht unbemerkt und einer der Angestellten der Unterkunft, Said, wittert spontan die Chance sich als „Reiseführer“ ein paar Dirham zu verdienen. Wir wandern durch das feinsandige Flussbett, dass mittlerweile wieder wenig Wasser führt und freuen uns dabei schon darauf am nächsten Morgen alles bei Sonnenschein bewundern zu können…

 

Tag 5

Die kleine Oase erscheint an diesem Morgen friedlich und schön in der Morgensonne. Rings um die Herberge ist ein Palmenwald und am Fluss, der nach Auskunft von Tarik normalerweise kaum oder kein Wasser führt, waschen die Frauen der umliegenden Dörfer Kleider. Nach dem Frühstück auf der Sonnenterrasse brechen wir auf in Richtung des Filmmuseums in Ouarzazate. Eigentlich hätten wir auch gerne die gegenüberliegende Kasbah Taourirt besichtigt. Allerdings ist diese noch geschlossen, da gerade die Unwetterschäden ausgebessert werden. Schade. Im Filmmuseum erhalten wir einen netten kleinen Eindruck in die Filmgeschichte Marokkos. Interessant ist auch die kleine Ausstellung zur Filmtechnik des letzten Jahrhunderts.

Benachbart zum Filmmuseum ist eine kleine Ladenzeile, in der die typischen Souvenirartikel angeboten werden. Einen der Besitzer (Hassan) kennt Tarik noch von einem seiner letzten Besuche. Und er steuert auch dieses Mal den Laden wieder an, da Hassan neben Souvenirs und Schmuck auch Reisen in die Wüste vermittelt. Und so ändern wir bei marokkanischem Tee und Berber-Musik von Hassan unsere Reiseroute ab und beschließen zwei Nächte in der Sahara zu verbringen. Beim Verlassen des Ladens erhalten wir noch eine Einladung zum Mittagessen bei Hassan, die wir erst mal aus Zeitgründen nicht annehmen konnten.

Denn auf alle Fälle wollen wir am heutigen Tag noch das als UNESCO-Weltkulturerbe geltende Ksar Ait Ben Haddou besichtigen. Das Ksar liegt etwa 30 km außerhalb der Stadt Ouarzazate und ist ein touristischer Hotspot. Allerdings haben wir zu dieser Jahreszeit wohl Glück, denn der Betrieb ist überschaubar. Zurück in Ouarzazate legen wir eine Pause im Café Habous ein und genießen in der Sonne Kuchen und Kaffee. Nach einem Bummel durch die Souks und dem interessanten Unterfangen dort eine Briefmarke zu organisieren, stoppen wir auf dem Rückweg zur Unterkunft noch mal bei Hassan, da Tarik noch letzte Details der bevorstehenden Wüsten-Safari klären will. Die Oase und damit unsere Unterkunft erreichen wir kurz nach Sonnenuntergang und angelehnt an die noch warme Hauswand genießen wir die Ruhe und den Sternenhimmel auf der Terrasse. Said ist irgendwann auch wieder an unserer Seite und so kann ich etwas mein Französisch praktizieren.

Zum Abendessen gibt es dann zum ersten Mal ein leckeres Couscous.

 

Tag 6

Bevor es auf unserer Rundreise weiter zum nächsten Etappenort Agdz geht, nehmen wir uns noch die Zeit für einen kurzen Spaziergang im sandigen Flussbett der Oase Fint in der angenehm milden Dezembersonne. Dann steht die relativ kurze Autoetappe nach Agdz im wunderbaren Drâa-Tal an und bereits um die Mittagszeit erreichen wir unsere Unterkunft. Diese wird von einer Frau gemanagt und daher sehen wir auch zum ersten Mal in einer unserer Unterkünfte auch Frauen und Kinder. Wir können an dieser Stelle schon mal vorweg nehmen, dass diese Unterkunft eine der schönsten auf unserer Rundreise ist.

Der Drâa-Fluss führt, obwohl die vergangenen Regenfälle schon einige Wochen zurückliegen, noch immer reichlich Wasser und die anschließende Besichtigung der historischen Kasbah Cait zeigt eindrucksvoll auf, welche Gewalt die Wassermassen wohl hatten. Denn vor allem diese aus Lehm gebauten Gebäude sind besonders sensibel und Regen- und Flutschäden sind überall sichtbar.

Trotzdem sind vor allem die Spaziergänge durch die herrlichen Palmengärten der Kasbah und vor allem unserer Unterkunft sehr schön, auch wenn zu dieser Jahreszeit und aufgrund der zurückliegenden Überflutungen in den Gärten fast nichts wächst. Uns wird erklärt, dass diese Gärten fast ausschließlich der Selbstversorgung dienen und dass Obst und Gemüse, das auf den vielen Märkten angeboten wird, auf Feldern und Plantagen weiter nördlich (z.B. bei Agadir) angebaut wird. Trotzdem stellen wir fest, dass es fast ausschließlich der Jahreszeit entsprechende Obst- und Gemüsesorten gibt.

Zum Sonnenuntergang begeben wir uns auf einen nahe gelegenen Hügel, auf dem eine alte und nicht mehr bewohnte Kasbah liegt und genießen den weiten Ausblick über den riesigen Palmenwald des Drâa-Tals. Vor dem leckeren Abendessen packen wir noch unsere Rucksäcke für die bevorstehenden Tage in der Wüste um.

 

 

Tag 7

Nach dem Frühstück starten wir direkt in Richtung Mhamid. Es kommt einem fast vor wie die Fahrt ans Ende der Welt, denn in diesem staubigen Ort endet die befahrbare Nationalstraße und es beginnt endgültig die Wüste. Es ist der südlichste Punkt unserer Rundreise und hier starten wir mit unserer von Hassan in Ouarzazate vermittelten Wüstentour. Begleiten werden uns der touristen- und trekkingerfahrene Ibrahim und sein Helfer Addo (der uns in den kommenden beiden Tagen rund um die Uhr fürsorglich mit Tee versorgen wird).

Bevor es aber losgeht, genießen wir noch die Gastfreundschaft der Familie von Mohamed, der der Kontaktmann von Hassan in Mhamid ist und die Wüstentour-Agentur betreibt. Die Etappe zum ersten Nachtlager am Nachmittag bestreiten wir beide reitend auf dem Dromedar. Wir entfernen uns etwa 2 h von Mhamid und schlagen dann unser Nachtlager auf. Dies bedeutet für unsere beiden Begleiter etwas Arbeit: Abladen, Kochzelt aufbauen, Dromedare versorgen… Nur unsere eigenen kleine Zelte schlagen wir selbst auf und auch beim Holz sammeln für das abendliche Lagerfeuer können wir behilflich sein. Der ungemütliche Wind lässt mit Einbruch der Dunkelheit glücklicherweise nach und so können wir nach dem schnellen Sonnenuntergang den unglaublichen Sternenhimmel (und auch die ein oder andere Sternschnuppe) bewundern. Ibrahim bereitet in der Zeit das Abendessen vor und Addo versorgt uns in der Zwischenzeit immer wieder mit Tee, Erdnüssen und Keksen. Außerdem gesellt sich noch ein Dromedar-Hirte zu unserer Runde und so hat jeder Unterhaltung bis wir gegen 22.30 Uhr unser Zelt aufsuchen.

Da die Temperaturen in der Nacht weiter sinken, ärgere ich mich am frühen Morgen darüber, dass ich am Abend zu faul war, die Wollsocken zu suchen und nun kalte Füße habe…

 

Tag 8

Aufgrund der kalten Füße verlasse ich am nächsten Morgen mit Anbruch des Tages unser Zelt, um die klammen Glieder etwas in Bewegung zu bringen und aufzuwärmen. Nach und nach werden auch die anderen wach und genießen die ersten Sonnenstrahlen des Tages, bevor es Frühstück gibt.

Danach brechen wir unser Nachtlager ab und unsere beiden Führer beladen wieder die Dromedare. Weiter geht es durch die nun größer werdenden Sanddünen, während der Wind immer weiter auflebt. Trotz der unwirtlichen Umgebung wachsen überall die sehr widerstandsfähigen Tamaris-Bäume, deren abgestorbenen Stämme und Äste uns abends als Feuerholz dienen. Zudem wachsen aufgrund der kürzlich gefallenen Niederschläge noch sehr viele Gräser und Kleinpflanzen, die ansonsten nicht zu sehen sind…

Zur Mittagspause „retten“ wir uns in einen einigermaßen windarmen Schatten eines großen Tamaris-Baums und genießen nach kurzer Zeit bereits wieder einen weiteren Tee von unserem Reiseführer-Gehilfen Addo. In der Zwischenzeit bereitet Ibrahim einen frischen Salat mit Thunfisch vor. Frisch gestärkt setzen wir unsere Wanderung durch die Dünenlandschaft fort und schlagen bereits wieder einen Bogen in Richtung unseres Ausgangsorts Mhamid.

Zuvor steht aber noch eine weitere Zeltübernachtung in der Wüste an und für den Abend hat sich unser Reiseführer Ibrahim ein ganz besonderes Highlight ausgedacht. Er bereitet ein im heißen Wüstensand unter der Feuerstelle frisch zubereitetes Brot zu. Dies ist überraschenderweise nach fachkundiger Behandlung durch Ibrahim auch fast sandfrei und so genießen wir einen weiteren Abend unter dem unendlich erscheinenden Sternenhimmel.

 

Tag 9

An diesem Morgen soll alles möglichst schnell gehen, da wir von Mhamid noch eine lange Fahrt nach Marrakesch vor uns haben. Daher stehen wir mit Anbruch des Tages auf, frühstücken kurz und schlagen so schnell als möglich unsere Zelte ab.  Wieder in Mhamid angekommen, muss trotz unserer Eile aber noch ein letzter Tee bei Mohamed getrunken werden. Was muss, das muss eben…

Dann starten wir zu unserer längsten und insgesamt auch anstrengensten Tagesetappe von der Wüste über die hohen Berge des Atlas nach Marrakesch. Kurz nach Mittag erreichen wir wieder Ouarzazate und nehmen das einige Tage zuvor ausgesprochene Mittagessens-Angebot von unserem Wüstentrekking-Vermittler gerne an. Aufgrund der bereits fortgeschrittenen Tageszeit nehmen wir das Essen nicht bei ihm zu Hause sondern direkt in seinem Laden ein. Es gibt von seiner Frau zubereitete Sardinen sowie Salat, Oliven und Brot. Als Dessert bekommen wir wie fast immer in diesen Tagen Clementinen und Äpfel gereicht.

Wir verabschieden uns nun endgültig von Hassan und fahren durch eine sehr reizvolle Landschaft in Richtung Atlas. Den Hohen Atlas überqueren wir am Tichka-Pass und ich persönlich bin etwas traurig, dass nicht noch etwas Zeit bleibt, den Schnee in einem der wenigen Skigebiete zu genießen. Wo sonst hat man die Möglichkeit aus der Wüste direkt in den Schnee zu gelangen…

Wir setzen unsere Fahrt allerdings nach einer kurzen Teepause in einem kleinen Café am Tichkapass fort. Schnell wird es dunkel und wir verstehen einmal mehr, warum man in Marokko für wenige Kilometer doch einiges an Zeit einrechnen muss. Die Abfahrt im Dunkeln über die kurvige Passstraße ähnelt einem Computerspiel. Aus der Dunkelheit tauchen für Tarik immer wieder Fußgänger, Hunde, Mofas oder sonstige bewegliche Hindernisse auf, die eine vorsichtige Fahrweise erfordern.

Aber schießlich und endlich erreichen wir sicher unser Ziel „Caro“ bei Marrakesch, wo uns Jean-Michel und seine Frau Saida mit Ihren Hunden und Katzen sehr herzlich empfangen.

Und bevor es dann zum Abendessen einen von Saida hervorragend zubereiteten Tajin gibt, genießen wir unsere erste Dusche seit drei Tagen…

Tag 10 und 11 wird von Tarik ergänzt, da ich leider keine Zeit zum Schreiben mehr gefunden habe und in nächster Zeit auch nicht mehr dazu komme. Ich hatte ihm den Reisebericht aber versprochen und ihn deshalb lieber nicht ganz fertig abgeliefert.

Tag 10

Erinnerungen von Tarik:

Nach dem Frühstück haben wir uns auf den Weg nach Marrakesch gemacht. Es war sehr schönes sonniges Wetter. Wir sind durch die Souks geschlendert und haben die Medersa Ben Youssef und das Marrakesch-Museum besucht.

Auch ein Tee auf der Terrasse des Café de France darf natürlich nicht fehlen. Zum Mittagessen haben wir die typische marrakescher Spezialität Mechoui in einem kleinen Lokal. Dort gibt es ein Loch im Boden worin das ganze Schaf auf einem Spieß bei ganz kleiner Hitze lange Zeit gart. Es schmeckt fantastisch und ist super zart und saftig.

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 Nach dem Essen tat der Spaziergang zu den Saadier Gräbern und Bahia Palast richtig gut. Auch zurück zum Jemma al Fna sind wir die 20Min zu Fuß gegangen. Dort haben wir uns in ein Tuk-Tuk gesetzt und uns zum Jardin Majorelle fahren lassen.

Die Abendstimmung in Marrakesch durften wir uns natürlich nicht entgehen lassen, denn mit einsetzender Dunkelheit ändert sich die Atmosphäre auf dem Jemma al Fna.

Den Abend haben wir gemeinsam mit Jean-Michel, Saida und 3 weiteren Gästen gemütlich am Kaminfeuer gebracht. Einer der Gäste war ein französischer Chansannier und hat uns mit seiner Gitarre und seinem Gesang unterhalten.

Tag 11

Essaouira

Die anderen Gäste der Domain Caro haben ihre Skier ins Auto gepackt und sind nach Oukaimden in den Hohen Atlas zum Skilaufen gefahren.

Uns hat es an den Atlantik gezogen und sind nach Essaouira gefahren. Hier haben wir einen wunderschönen Tag verbracht mit nochmal wieder ganz neuen Eindrücken. Dany hat sogar Arganhonig in einer Cooperative probiert obwohl sie Honig gar nicht mag.

In Sidi Kaouki durfte die Quad Tour am Strand nicht fehlen. Es war ein schöner warmer Tag und Martin hätte sogar gebadet, wenn er denn eine Badehose im Gepäck gehabt hätte.